Zur Urteilsverkündung hatte die sich selbst verteidigende Angeklagte den Gerichtssaal verlassen. Aus Protest gegen ein im Voraus feststehendes Urteil. In ihrem anderhthalbstündigen Plädoyer wies sie zuvor Aktivistin auf den aktuellen politischen Kontext hin: «  Die Meldungen über eine atomare Katastrophe in Japan reißen nicht ab und geben AtomkraftgegnerInnen, die seit Jahrzehnten vor der täglichen Gefahr eines GAU warnen recht. Seitens der Regierenden wird zögerlich reagiert und über Abschaltungen von einigen wenigen Atomanlagen diskutiert, als ob die Gefahr erst durch die aktuelle Katastrophe bekannt geworden wäre. Auch wenn viele AtomkraftgegnerInnen sich über die neu entfachte Debatte um Atomkraft freuen dürfen, ist Euphorie längst nicht angesagt. Denn ausgerechnet die Menschen, die sich für eine atomkraftfreie Welt einsetzen, werden vom Atomstaat seit Jahren als Gefahr angesehen und bekämpft. Nicht der kreativer Protest gegen eine Menschenverachtende Technologie ist gefährlich, sondern die Atomkraft! Es ist absurd viel wiel Aufwand seitens der Justiz für diesen Richterspruch betrieben wurde. «  führte Cécile aus.

Sie Plädierte auf Freispruch und erklärte ihre Handlung nicht nach Gesetzen sondern nach Sinn und Gewissen richten zu wollen.

« Es ist nicht zu tadeln, wenn der Mensch sich gegen Machtmissbrauch zu schützen und zu wehren versucht. Außerparlamentarischer Widerstand ist die Anklage gegen den Staat und eine Pflicht der politisch bewussten Bevölkerung.
Die Bestrafung des Widerstandes erfüllt schon gar nicht den Schutzzweck des Paragrafes Hausfriedensbruches – Daher ich beantrage Freispruch. »
Erklärte Cécile zum Schluss ihres Plädoyers.

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