ROBIN WOOD kritisiert das S21-Projekt als milliardenschwere, verkehrspolitische Fehlplanung und fordert den sofortigen Baustopp sowie die Realisierung des Umstieg-Konzepts.

„Viel Zeit, viel Geld und viele Worte ändern nichts an der schlichten Tatsache, dass Stuttgart 21 als Bahnhof niemals funktionieren wird“, sagt Monika Lege, Mobilitätsreferentin bei ROBIN WOOD. „S21 ist technisch nicht machbar, nicht finanzierbar und blockiert die postfossile Verkehrswende.“

Triftige Gründe sprechen gegen S21:

Die sich vervielfachenden und nicht gedeckten Kosten

Zehn Milliarden Euro soll S21 laut Bundesrechnungshof inzwischen kosten. Die Deutsche Bahn AG ist ein bundeseigenes Unternehmen. Auch wenn die Deutsche Bahn gegen Bund, Land und Stadt klagt, wird S21 letztlich aus öffentlicher Hand finanziert. Die Bahn-Spitze hat diese Woche im Bundestags-Verkehrsausschuss nun erstmals die Unwirtschaftlichkeit des Projekts eingestanden und das eigene Defizit durch das S21-Projekt auf 2,2 Milliarden Euro beziffert! Dieses Geld fehlt zur Umsetzung einer postfossilen Verkehrswende, die zum Schutz von Klima, Gesundheit und Umwelt dringend notwendig ist.

Abbau von Schienenkapazität

Auf einem unterirdischen Durchgangsbahnhof mit acht Gleisen wird nie soviel Schienenverkehr realisiert werden können wie auf dem oberirdischen Kopfbahnhof mit 16 Gleisen. Das Maximum von S21 liegt bei vier Zügen pro Gleis in der Stunde, also bei insgesamt 32. Im bestehenden Kopfbahnhof können planmäßig 51 Züge pro Stunde fahren, was z.B. Fahrpläne von 1969 belegen. Das Nadelöhr S21 blockiert einen Deutschlandtakt auf der Schiene.
Gefälle

Das Gleisgefälle von S21 ist mit 15 Promille sechsmal höher, als es die Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung aus Sicherheitsgründen erlaubt. Nirgendwo auf der Welt gibt es einen Bahnhof mit auch nur annähernd so steilen Gleisen.

Anhydrit

Die Risiken eines Tunnelbaus im Anhydrit, umgangssprachlich Gipskeuper, sind nicht beherrschbar. Bei S21 verlaufen mehr als 15 Kilometer Tunnel im Anhydrit. Die Stadt Staufen im Breisgau hat bis heute die Folgen der Geothermie-Bohrung im Anhydrit nicht im Griff, der Boden bleibt in Bewegung. Bei Kontakt mit Wasser quillt der Untergrund auf, die Bebauung darüber wird angehoben bis hin zum Einsturz von Gebäuden. Selbst das Gutachten des Beratungsunternehmens KPMG für die Deutsche Bahn nennt dies ein „unüblich hohes Risiko für die Betriebstauglichkeit“.

Die Kletternden haben unten an der Brücke „Berger Steg“ folgenden Hinweis befestigt: „Dies ist eine Kunstperformance von Aktivist*innen der Umweltschutzgruppe Robin Wood mit dem Titel ‚Denkanstoß‘. Das Banner ist professionell befestigt. Es wird im Rahmen einer öffentlichen Finissage wieder entfernt.“