Ein Schwerpunkt ihrer Aktionen sei nach wie vor der Widerstand gegen Atomanlagen und -transporte. Die Produktion von atomaren Brennelementen, sowie die Urananreicherung im Münsterland wurde in den letzten Jahren, trotz verkündetem Atomausstieg, massiv ausgebaut, erläuterte Lecomte. Durch Kletteraktionen über der Bahnstrecke konnten bereits fünf Transporte aus der Urananreicherungsanlage blockiert werden wodurch der Betreiber immerhin zur Einstellung der Atommülltransporte Russland bewegt wurde.

Auch die Gentechnik war Thema des Abends. Ein Filmbeitrag zeigte die Besetzung eines Feldes auf dem gentechnisch verändertes Saatgut ausgebracht werden sollte mit Hilfe eines fünfzehn Meter hohen Dreibeines an dessen Spritze sich Lecomte festgekettet hatte.

Lecomte betonte in Zeiten des Klimawandels seien Baumbesetzungen ein wirksames und notwendiges Mittel um gegen Kohlekraft, den Ausbau von Großflughäfen und andere unsinnige Verkehrsprojekte zu demonstrieren.

Etwas nachdenklicher berichtete Lecomte über ihre Erlebnisse mit der Staatsmacht. So wurde die Aktivistin, zur Verhinderung eventueller Kletteraktionen, vor einem Castortransport nach Gorleben mehrere Wochen rund um die Uhr observiert und bei einem weiteren Transport sogar mehrere Tage präventiv in Gewahrsam genommen.

Die vorgetragenen Kurzgeschichten möchte Lecomte später in einem Buch zusammenfassen, welches im Graswurzelverlag erscheinen soll. Spontan boten einige Zuhörer, in der abschließenden Diskussion an, sie bei der Veröffentlichung des Buches zu unterstützen.

Artikel in der Lindauer Zeitung