Knast-Konzerte in Hildesheim – und Repression

Ich veröffentliche aktuelle Informationen zu Hanna, die derzeit einer Ersatzfreiheitsstrafe in der JVA Hildesheim nach einer Verurteilung zu 110 Tagessätzen wegen einer Uranzugblockade, verbüßt.

Willkür ist auf der Tagesordnung des Hildesheimer Knastes. Hanna bekommt ihre mitgebrachten Briefumschläge nicht und bekommt nur ab und zu welche vom Knast, so dass sie nicht allen Freund*innen schreiben kann bzw. die Briefe für mehrere Personen an eine Person, die weiter verteilt, schicken muss. Postkarten darf sie nicht auf die Zelle nehmen (schreibt also lieber Briefe). Was an Postkasten gefährlich sein soll, das ist ein Rätsel. Derzeit wird ihre Post zudem vollständig kontrolliert, ein Teil eines Briefes an eine ihrer Freund*innen wurde beispielsweise zurück gehalten. Weil sie den Umgang des Knastes mit Gefangenen und die willkürlichen Strafen darin schilderte. Der Knast will nicht, dass solche Informationen nach draußen kommen.

Hinzu kommt, dass die Bediensteten der JVA Hannas Zelle durchsucht haben, als sie sich außerhalb ihrer Zelle befand. Die Durchsuchung erfolgte somit in ihrer Abwesenheit.

Wie berichtet bekommt Hanna kein veganes Essen mehr, der Knast hat nach 10 Tagen einfach beschlossen, veganes Essen sei zu teuer- obwohl Hanna Veganerin ist und selbst die Anstaltärztin vegane Kost – aus gesundheitlichen Gründen – für sie empfohlen hat. (siehe Bericht)

Hannas Verteidiger darf sie außerdem nicht besuchen.

Und nun wurde Hanna für einige Stunden in eine Strafzelle im Keller (Bunker) der JVA gesteckt, weil Menschen ein Soli-Konzert in der Nähe der JVA veranstaltet haben… Musik gefährdet den Staat und seine Knäste! Die Willkür und die Bestrafung sollen Hanna und die Solidarität brechen. Protest an die JVA und das Ministerium sind erwünscht! (Siehe Adressen unten).

UPDATE vom 29.05.: Wir haben gerade erfahren, dass Hanna gerade zur JVA nach Vechta verlegt wird, wir wissen nicht warum… Naheliegend ist aber dass dadurch die Unterstützung erschwert werden soll.

Die neue Adresse:

Hanna Poddig
JVA für Frauen
An der Probstei 10
49377 Vechta

Und nun die Infos der Soligruppe, Quelle ist nirgendwo.info (Stand 27.05.2017)

Wie schon letzte Woche Montag (15.05.) gab es auch am Dienstag Abend wieder ein Solikonzert auf dem Hildesheimer Kehrwiederwall hinter der JVA – leider mit unschönen Repressalien.

Ich veröffentliche aktuelle Informationen zu Hanna, die derzeit einer Ersatzfreiheitsstrafe in der JVA Hildesheim nach einer Verurteilung zu 110 Tagessätzen wegen einer Uranzugblockade, verbüßt.

Willkür ist auf der Tagesordnung des Hildesheimer Knastes. Hanna bekommt ihre mitgebrachten Briefumschläge nicht und bekommt nur ab und zu welche vom Knast, so dass sie nicht allen Freund*innen schreiben kann bzw. die Briefe für mehrere Personen an eine Person, die weiter verteilt, schicken muss. Postkarten darf sie nicht auf die Zelle nehmen (schreibt also lieber Briefe). Was an Postkasten gefährlich sein soll, das ist ein Rätsel. Derzeit wird ihre Post zudem vollständig kontrolliert, ein Teil eines Briefes an eine ihrer Freund*innen wurde beispielsweise zurück gehalten. Weil sie den Umgang des Knastes mit Gefangenen und die willkürlichen Strafen darin schilderte. Der Knast will nicht, dass solche Informationen nach draußen kommen.

Hinzu kommt, dass die Bediensteten der JVA Hannas Zelle durchsucht haben, als sie sich außerhalb ihrer Zelle befand. Die Durchsuchung erfolgte somit in ihrer Abwesenheit.

Wie berichtet bekommt Hanna kein veganes Essen mehr, der Knast hat nach 10 Tagen einfach beschlossen, veganes Essen sei zu teuer- obwohl Hanna Veganerin ist und selbst die Anstaltärztin vegane Kost – aus gesundheitlichen Gründen – für sie empfohlen hat. (siehe Bericht)

Hannas Verteidiger darf sie außerdem nicht besuchen.

Und nun wurde Hanna für einige Stunden in eine Strafzelle im Keller (Bunker) der JVA gesteckt, weil Menschen ein Soli-Konzert in der Nähe der JVA veranstaltet haben… Musik gefährdet den Staat und seine Knäste! Die Willkür und die Bestrafung sollen Hanna und die Solidarität brechen. Protest an die JVA und das Ministerium sind erwünscht! (Siehe Adressen unten).

UPDATE vom 29.05.: Wir haben gerade erfahren, dass Hanna gerade zur JVA nach Vechta verlegt wird, wir wissen nicht warum… Naheliegend ist aber dass dadurch die Unterstützung erschwert werden soll.

Die neue Adresse:

Hanna Poddig
JVA für Frauen
An der Probstei 10
49377 Vechta

Und nun die Infos der Soligruppe, Quelle ist nirgendwo.info (Stand 27.05.2017)

Wie schon letzte Woche Montag (15.05.) gab es auch am Dienstag Abend wieder ein Solikonzert auf dem Hildesheimer Kehrwiederwall hinter der JVA – leider mit unschönen Repressalien.

Letzte Woche hatte der Liedermacher David Rovics aufgrund von Hannas Inhaftierung einen Zwischenstopp in Hildesheim eingelegt und gemeinsam mit Hildesheimer Musiker*innen ein Konzert in Hörweite der Gefangenen gegeben. Über 60 Leute waren gekommen, um sich das Konzert draußen anzuhören und die eingesperrte Aktivistin zu unterstützen. Eine gute Stunde dauerte das spontan organisierte Konzert. Trotz des unschönen Anlasses war es ein sehr schönes Konzert mit sehr gemischtem Publikum und ausgelassener Stimmung. Die Musiker*innen forderten eine Welt ohne Knast und Strafe und bezogen sich in Liedern und Ansagen auch auf die anderen Inhaftierten.

Durch Hanna bekamen wir hinterher mit, dass unser Konzert auch anderen Gefangenen gefallen hat. Alles in allem war es also eine gelungene Aktion, die die Aktivist*innen Dienstag abend wiederholen wollten. Es ging zunächst unverstärkt los und es wurden einige Lieder mit Akkordeon und Geige gesungen. Diesmal kamen bereits nach einer Viertelstunde die Bullen. Während das Megafon mit einer interessanten Konstruktion aus zwei Mikrofonständern zur Verstärkung klar gemacht wurde, versuchten die beiden Uniformierten, die Leute vom Musik machen abzuhalten und teilten ihnen bei der Gelegenheit mit, dass unser Unterfangen jetzt eh keinen Sinn mehr hätte, weil die JVA Hanna inzwischen eh “in den Keller“ gebracht hätte.

So versuchen die Repressionsorgane, solidarischen Prozess zu unterbinden: Weil sie an die Menschen draußen nicht rankommen, lassen sie die Repression an Hanna aus und sperren sie in eine Arrestzelle im Keller des Knasts.

So versuchen sie, uns davon abzuhalten, die Gefangenen und insbesondere Hanna solidarisch zu unterstützen. Doch wir lassen uns nicht davon abhalten, Knast und Repression zu kritisieren!
Wir werden weiter dagegen protestieren, dass Menschen für legitimen Widerstand oder weil sie bspw die ‚falschen‘ Drogen konsumiert haben, eingesperrt werden!

Soweit die Perspektive solidarischer Menschen aus Hildesheim, im Knast schreibt Hanna dazu noch am gleichen Abend:

Jetzt kenne ich auch die Strafzelle. Die sieht so aus wie eine klassische Gewahrsamszelle: Gittertür, Edelstahl-Klo und so eine blaue Sportmatte zum Liegen. Zettel und Stift durfte ich nicht mitnehmen. Videoüberwacht. Wenn mensch pinkeln will, soll mensch vorher klingeln, dann wird für fünf Minuten die Kamera ausgemacht, so steht es auf dem einzigen Hinweisschild in der Zelle. Sie hat auch ein Fenster. Habe ein paar Dehnübungen gemacht und geschlafen. War die Strafe dafür, am Fenster gesessen und die Frage „Hörst du uns, Hanna“ mit „Ja, ich höre euch“ beantwortet zu haben. Habe ca. 2 Stunden da unten verbracht. Wasserflasche war einzig erlaubter Gegenstand. Falls es ein Konzert gab, habe ich davon dementsprechend nur drei Lieder mitbekommen.

Hier einige Kontaktdaten für Dienstaufsichtsbeschwerden gegen die verantwortlichen Beamt*innen (in Vechta sitzt der Leiter der JVA Oliver Weßels, er hat das Ganze zu verantworten):

Tel Hauptstelle Knast in Vechta: 04441/9160 0
Tel Knast in Hildesheim: 05121-1794939 bzw. 05121-1794930
Fax (Hauptstelle Vechta): 04441/9160 180
Fax (Knast Hildesheim): 5121 17949400
Email: JFVEC-Poststelle@justiz.niedersachsen.de
Postalisch: JVA Hildesheim, Godehardsplatz 7, 31134 Hildesheim (in Hildesheim geht auch vorbei gehen und klingeln)

Für eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen den JVA-Leiter Oliver Weßels ist das Justizministerium  Abteilung III (Justizvollzug) zuständig:
Tel: 0511 120 0 oder direkt zur Abteilung III: 0511 / 120 – 5222
Fax: 0511 120 5170 oder 0511 120 9170 oder die Pressestelle 0511 120 9181
Email: poststelle@mj.niedersachsen.de
Es ist auch möglich das Formular auf der Homepage des Ministeriums zu verwenden: http://www.mj.niedersachsen.de/service/kontakt/kontakt-10649.html

2 réflexions sur « Knast-Konzerte in Hildesheim – und Repression »

  1. Eine Dienstaufsichtsbeschwerde aus Frankreich

    +++++

     Dienstaufsichtsbeschwerde gegen den Leiter der JVA Herr Oliver Weßels sowie gegen die an der Entscheidung, Frau Poddig keine vegane Ernährung zur Verfügung zu stellen, beteiligten BeamtInnen Sehr geehrte Damen und Herren, Falls die Information die mir bekannt ist noch stimmt, kriegt Frau Hanna Poddig keine vegan Essen mehr weil eine solche Ernährung zu teuer sei. Wenn man 15 € in einem Tag Gefängnis der über 100 € kostet umsetzt, ist die Begründung schwierig nachvollziehen. Vegan ist nicht unbedingt zu teuer, unten ein Kuchen mit Kiwis, Äpfeln, Bananen, Weizenmehl und Zucker. [Bild] Deshalb schlage ich vor, dass Frau Hanna Poddig bei mir umsonst bis Strafeende bleibt. Vielleicht wird das Justizministerium behaupten dass ich keinen Knast betreue. Dass stimmt. Ich bin auch kein Deutscher Beamte trotzdem hatte mir die deutsche Polizei gebeten Aghali Mahiya nach Frankreich im Juni 2009 zurückzuweisen. Fall diese Lösung eurer Ansicht nach nicht machbar ist, bitte ich Sie Frau Hanna Poddig sofort zu entlassen und diese Nachricht als Dienstaufsichtsbeschwerde gegen den Leiter der JVA Herr Oliver Weßels zu betrachten. Mit freundlichen und deshalb Atomkraftfeindlichen Grüßen,
    +++++
  2. Ist das normal, dass die JVA Hildesheim die Annahme von Maxibriefen verweigert?
    In der JVA Preungesheim war dies anscheinend kein Thema.
    Ich hab auf der Seite der JVA keine Hinweise gefunden, was an Post erlaubt ist und was nicht.

    Antwort: Scheint in Hildesheim recht willkürlich zu sein, was geht und was nicht…. keine Ahnung also.

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