Ich bin im Donautal geklettert. Es gibt dort zahlreiche Felsen mit 1 bis 5 Seillängen. Die Felsen sind über kurze Wanderwege zu erreichen – das war für mich wichtig, denn laufen kann ich ja in der Regel nur kurz; nicht länger als eine gute Viertelstunde, wenn ich grad keinen Rheumaschub habe. Ich hatte zum Glück gerade keinen, der letzte heftige Schub war im Juli gewesen. Ich habe Dauerschmerzen, aber Polyarthritis verläuft Schubweise, so dass es Phasen mit heftigen Schmerzen gibt, die weit über die Dauerschmerzen hinaus gehen. In solchen Momenten schreie ich vor Schmerzen und bin ziemlich verzweifelt. Ich habe viele Therapieversuche hinter mir - ohne dass eine tolle Wirkung sich feststellen lässt. Oft leide ich an den Nebenwirkungen stark und ohne Cortison würde ich keinen einzigen Schritt machen können.

Fels Donautal
Felsen im Donautal

Klettern konnte ich im Donautal nicht lange, nach wenigen Seillängen war Schluss und es fiel mir sehr schwer, die eigenen Kapazitäten einzuschätzen. Was macht noch spaß? Wo ist die Schmerzgrenze? Schmerzfreiheit gibt es nicht. Die Gefühle vom Klettern waren aber trotzdem unbeschreiblich wunderbar. So ist es mit Leidenschaft! Und das ist für mich auch ein kleiner Sieg gegen die Krankheit, die mich seit 8 Jahren begleitet und Schmerzen verursacht. Ich berichte darüber, weil es vielleicht anderen Betroffenen Lust geben kann, zu kämpfen! Ich lasse mich auch gerne immer wieder durch kämpferische Erfahrungsberichte anderer Betroffenen motivieren.

Ich habe nun etwas Energie und Motivation für weiteren politischen Aktionen getankt!

Klettern
Donaucalanques

Klettern

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