Im Februar 2008
blockierten Aktivist_innen einen Transportzug der Bundeswehr, um gegen den
kriegerischen Normalzustand hierzulande zu demonstrieren. Hanna, die
angekettete Aktivistin wurde zu 90 Tagessätzen Geldstrafe verurteilt und
trat am 15.3.12 ihre Haftstrafe in der JVA Frankfurt III an. Die Verfahren
gegen Hannas damalige Mitstreiter_innen (darunter das Eichhörnchen) sind
dagegen – 4 Jahre nach der Aktion – immer noch vor dem Husumer Amtsgericht
anhängig.Tag - Knast
lundi 19 mars 2012
Der Beihilfe zum Frieden angeklagt
Par eichhörnchen le lundi 19 mars 2012, 20:45 - Soli...
Im Februar 2008
blockierten Aktivist_innen einen Transportzug der Bundeswehr, um gegen den
kriegerischen Normalzustand hierzulande zu demonstrieren. Hanna, die
angekettete Aktivistin wurde zu 90 Tagessätzen Geldstrafe verurteilt und
trat am 15.3.12 ihre Haftstrafe in der JVA Frankfurt III an. Die Verfahren
gegen Hannas damalige Mitstreiter_innen (darunter das Eichhörnchen) sind
dagegen – 4 Jahre nach der Aktion – immer noch vor dem Husumer Amtsgericht
anhängig.samedi 10 mars 2012
Antimilitaristin sitzt Strafe ab
Par eichhörnchen le samedi 10 mars 2012, 10:37 - Soli...
Im Februar 2008 blockierten Aktivist_innen einen Transportzug der Bundeswehr, um gegen den kriegerischen Normalzustand in der BRD zu demonstrieren. Mit einer Ankettaktion gelang es den Antimilitarist_innen damals, den Zug für mehrere Stunden aufzuhalten. Die angekettete Aktivistin wurde in langwierigen Prozessen zu 90 Tagessätzen Geldstrafe verurteilt, eine Verfassungsbeschwerde wegen der Verletzung ihres Grundrechts auf Versammlungsfreiheit wurde vom Verfassungsgericht nicht zur Entscheidung angenommen. Da die Aktivistin sich dagegen entschieden hat, die Strafe zu bezahlen, steht ihr nun Haft bevor.
mercredi 11 janvier 2012
Justizabsurdum "Erzwingungshaft"
Par eichhörnchen le mercredi 11 janvier 2012, 01:59 - Artikeln - articles
Karsten sitzt seit Montag und voraussichtlich bis kommenden Montag in der JVA Lüneburg wegen nicht bezahltem Bußgeld in Erzwingungshaft ein, er wurde nach Schluss der Verhandlung im sogenannten Keksprozess von EPHK Vietgen (der im Prozess als Zeuge auftritt) verhaftet. Die Nachricht hat die Runde gemacht und viele Fragen aufgeworfen. Meine eigene Verhaftung die zuvor während der Gerichtsverhandlung gegen Karsten erfolgte, wurde im gleichen Zug in Medienberichten erwähnt. Es hieß ebenfalls Erzwingungshaft - die Rechtsgrundlage war aber eine andere als bei Karsten.
Ich versuche hier die Hintergründe beider Verhaftungen für nicht rechtskundigen verständlich zu machen. Das klingt nach Realsatire. Justizabsurdum pur!
lundi 9 janvier 2012
Der Prozess geht uns auf den Keks ! Akte eins einer Berufungsverhandlung
Par eichhörnchen le lundi 9 janvier 2012, 23:59 - Pressemitteilungen - communiqués
NB: Karsten wurde nach der Verhandlung am
Montag durch die Polizei verhaftet und für 7 Tage in "Erzwingungshaft" genommen
(JVA Lüneburg bis zum 16.1.2012). Mehr dazu
jeudi 22 décembre 2011
Vom Baum in den Bau - Mein K(n)astor-Transport in der JVA Preungesheim
Par eichhörnchen le jeudi 22 décembre 2011, 14:59 - Artikeln - articles
Ich bin jetzt ans der Ende meiner Serie "mein
K(n)astortransport in der JVA Preungesheim" angelangt. Anlass war eine
Kletteraktion (unsere Aktionsgruppe heißt Fuldatalsperre) gegen den
Castortransport nach Gorleben im November 2011 und meine anschließende
Festnahme sowie mein 3-tägiger Aufenthalt im Gefängnis. Ich habe eine Art
Tagebuch geführt und gebe hier einen Überblick über die inzwischen
veröffentlichten Texte (insgesamt 8 Tagebuchbeiträge und ein Fazit):
* Teil I - Brutale Landung im Gefängnis
* Teil II - Castorprotest hoch in den Bäumen
* Teil III - Kontaktsperre und Hintergrund meiner Festnahme
* Teil IV - Justiztheater um das gefährliche Eichhörnchen
* Teil V - Knast-Verwaltungsabsurdum und Solidarität von Draußen
* Teil VI - Vorauseilender Gehorsam - niX für mich - Eichhörnchen bringt im Knast einiges durcheinander
* Teil VII - Das Mythos der Resozialisierung
* Teil VIII - geschlossener / offener Vollzug, ich blicke nicht wirklich durch...
* Fazit - Gezeichnet aber gestärkt! Sowohl in meiner politischen Überzeugung als auch im Umgang mit Repression - diesen Beitrag habe ich zwei Wochen nach meiner Entlassung aus dem Gefängnis geschrieben
Vom Baum in den Bau - Mein K(n)astor-Transport in der JVA Preungesheim - Fazit
Par eichhörnchen le jeudi 22 décembre 2011, 12:53 - Artikeln - articles
Mein Fazit: Gezeichnet aber gestärkt! Sowohl in meiner
politischen Überzeugung als auch im Umgang mit Repression - diesen Beitrag habe
ich zwei Wochen nach meiner Entlassung aus dem Gefängnis geschrieben
Ich bin wieder zu Hause und genieße die - relative - Freiheit. Die Tage im
Gefängnis sind nicht einfach so an mir vorbei gegangen. Die Fülle an Ereignisse
und Emotionen hat mich schon etwas aufgewühlt und es fällt mir Tage danach noch
schwer herunter zu kommen. Das war einfach ganz schön viel: die Spannung um
unsere Kletteraktion gegen den Castortransport, meine Festnahme, die
Gerichtsverhandlung, die langen Wartestunden und meine anschließende
Überführung nach Frankfurt und die Überraschungen in der JVA wo bestimmte
Grundrechte am Wochenende nicht gelten. Als ich aus dem Gefängnis entlassen
wurde, hatte ich ein seltsames Gefühl von Leere. Ich hätte gerne gleich mehr
Menschen geknuddelt, Gefühle und Emotionen ausgetauscht - dafür war meine
Entlassung um 5 Uhr morgens nicht ganz günstig... Ich konnte es inzwischen
nachholen und die Veröffentlichung dieses Tagebuchs hilft auch das Geschehene
zu bearbeiten. Die zahlreichen Reaktionen auf meine Beiträge freuen mich
sehr.
Mit meinem Engagement will ich aufrütteln, zum Nachdenken bringen und auch
stören, Sand im Getriebe einer Menschen- und Umweltverachtenden Politik sein.
Die Folgen einer Aktion betrachte ich als Bestandteil dieser - auch wenn es
Gefängnis heißt. Ich weiß wofür ich stehe, fühle mich sogar durch die
Erlebnisse der letzten Tage gestärkt. Das bedeutet aber nicht, das ich wortlos
einstecke - nein ! Und entgegen der Aussage vom Castoreinsatzleiter
der Polizei Herrn Niehörster, bin ich keine Maschine!
lundi 19 décembre 2011
Vom Baum in den Bau - Mein K(n)astor-Transport in der JVA Preungesheim - Teil8
Par eichhörnchen le lundi 19 décembre 2011, 13:31 - Artikeln - articles
Castor Knast- und Aktionsbericht Teil VIII - geschlossener / offener Vollzug, ich blicke nicht wirklich durch...
Nach dem Essen gehen wir in Annes Zelle. Wir haben bis zum einsamen Einschluss um 20 Uhr noch eine Stunde Zeit. Anne will eine Zigarette rauchen, und das ist nur in der Zelle erlaubt. Ich habe niemals geraucht, selbst das Passivrauchen ist für mich eine Horrorvorstellung; nun nehme ich es ausnahmsweise in Kauf – ich glaube, ich bin hier einfach die einzige Nichtraucherin – und arrangiere mich damit dank dem offenen Fenster – weil die Heizung zentral gesteuert und viel zu heiß aufgedreht wird, muss das Fenster so oder so dauerhaft offenbleiben – Umweltschutz ist für Anstaltsleitung offenbar ein Fremdwort. Hier werden lediglich Menschen wie Waren verwaltet.
Eine Frau, die hier wegen "Schwarzfahren" einsitzt, gesellt sich zu uns.
dimanche 18 décembre 2011
Vom Baum in den Bau - Mein K(n)astor-Transport in der JVA Preungesheim - Teil7
Par eichhörnchen le dimanche 18 décembre 2011, 15:57 - Artikeln - articles
Anne* ist eine schmale, ruhige Frau. Wir setzen uns ans Tisch in der Gemeinschaftsküche der Station im Flügel B2. Im Wohnzimmer nebenan ist es mir mit dem Fernseher im Hintergrund einfach zu laut. Die leckeren Bratkartoffeln mit Ei machen mich endlich satt. Mit Anne fühle ich mich in diesem fremden Umfeld wohler und aufgenommen. Wir reden über den Gefängnisalltag, Anne erzählt mir ein bisschen von ihrer Geschichte. Sie sitzt wegen Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz seit August hier ein und kommt im Februar wieder frei. Mit ihren Eltern hat sie wenig Kontakt, sie haben sie nur ein einziges Mal besucht. Ihre ehemaligen FreundInnen haben sie im Stich gelassen. Das findet Anne nicht so schlimm, sie denkt, es kann ihr helfen, in ein neues Leben zu starten, wenn der Kontakt mit der Drogenszene abgebrochen wird. Ob sie es aus der Spirale von Drogen und Gefängnis herausschafft, ist ungewiss. Ihr starker Willen beeindruckt mich auf jeden Fall. Mit ihrer Drogen-Vergangenheit will sie Schluss machen. Wenn sie rauskommt, will sie die Abendschule besuchen und ihr Abitur machen. "Ich habe Scheiße gebaut, das ist mir klar. Aber hier wird keiner geholfen, die ihr Leben ändern will."
mercredi 7 décembre 2011
Vom Baum in den Bau - Mein K(n)astor-Transport in der JVA Preungesheim - Teil6
Par eichhörnchen le mercredi 7 décembre 2011, 22:57 - Artikeln - articles
Castor Knast- und Aktionsbericht Teil VI -
Vorauseilender Gehorsam - niX für mich - Eichhörnchen bringt im Knast einiges
durcheinander
Als ich am Nachmittag um 16 Uhr beim Hofgang zum ersten Mal richtig Luft schnappen durfte, habe ich noch tiefer gespürt, dass nicht nur die Bediensteten, sondern auch viele Gefangenen mit ihren Gedanken - und nicht nur körperlich - eingesperrt sind. Sie haben das System aufgenommen und kommen nicht auf die Idee, es in Frage zu stellen. Und es kommt noch schlimmer, sie verstärken es sogar, indem sie sich selbst einschränken und ungeschriebene Regeln folgen. Die Gefangenen laufen immer im Kreis und gegen die Uhrzeiger, obwohl sie keiner dazu verpflichtet. Eine Frau lädt mich dazu ein, mitzulaufen, sie hat ein starkes Kommunikationsbedürfnis und irgendwie interessiert es mich zu wissen, wie die Menschen hier ticken...
samedi 3 décembre 2011
Videobericht über meine K(n)astortage
Par eichhörnchen le samedi 3 décembre 2011, 20:33 - über mich - sur moi
Ich bin nach den anstrengenden Castor- und Knasttagen wieder zu Hause und genieße die - relative - Freiheit und die gemütliche Wärme vom Ofen in meinem Bauwagen - lecker Käse und selbstgebackenen Kuchen gehören dazu!
Stück für Stück veröffentliche ich mein K(n)astortagebuch (ich bin ja schon bei Teil 5 von 8 + Fazit). Es kommen noch einige Texte - sowie Bilder und weiterführende Links.
Am Donnerstag habe ich zudem auf meinen Weg nach Lüneburg einen Halt in Marburg bei der Humanistischen Union eingelegt (der Verein hat mich in der Vergangenheit für einen Vortrag eingeladen) und die Gelegenheit genutzt, über meine Erlebnisse beim Castortransport und meinen anschließenden Aufenthalt im Gefängnis zu berichten. Einige Eindrücke wurden in einem Video festgehalten.
vendredi 2 décembre 2011
Vom Baum in den Bau - Mein K(n)astor-Transport in der JVA Preungesheim - Teil5
Par eichhörnchen le vendredi 2 décembre 2011, 19:31 - Artikeln - articles
Castor Knast- und Aktionsbericht Teil V - Knast-Verwaltungsabsurdum und Solidarität von Draußen
Montag: Um 6:30 Uhr geht die Tür auf –
und wieder zu. Es wird mir mitgeteilt, daß ich in einer 3/4 Stunde zur Aufnahme
bei der Verwaltung geführt werde. Im Halbschlaf frühstücke ich das Toastbrot
und die Marmelade. Ich habe kaum noch was zu essen, weil ich gestern nicht
verstanden hatte, dass Essen nur ein mal am Tag, Marmelade sogar nur einmal die
Woche ausgeteilt wird. Mir reicht das Essen von vorne und hinten nicht, aber
vielleicht gewöhnt man sich daran im Knast: die Menschen bewegen sich kaum und
sind weniger hungrig?
Die Bürokratie nimmt ihren Lauf.
jeudi 1 décembre 2011
Vom Baum in den Bau - Mein K(n)astor-Transport in der JVA Preungesheim - Teil4
Par eichhörnchen le jeudi 1 décembre 2011, 08:08 - Artikeln - articles
Castor Knast- und Aktionsbericht Teil IV - Justiztheater um das gefährliche Eichhörnchen
A propos Gefährlichkeit, die Vorgänge gestern
haben mich schon perplex gemacht. Das die Polizei überreagiert und Menschen zu
unrecht beschuldigt, Straftaten begangen zu haben ist keine neue Erkenntnis.
Aber wenn aus Baumklettern gegen die Atomkraft eine Straftat, die zum § 129a
StGB (Bildung einer terroristischen Vereinigung) gehört, gemacht wird... Hat
der Staat so viel Angst vorm Protest, oder wollte er den SEK Einsatz
rechtfertigen? Neonazis morden jahrelang in aller Ruhe, ÖkoaktivistInnen werden
wie Terroristen behandelt und mit Sondereinsatzkomandos aus Bäumen herunter
geholt. Das klingt vollkommen absurd... ist es auch. Und eigentlich stellen
solche Aktionen neben oder oberhalb der Bahnanlage nicht ein mal eine
Ordnungswidrigkeit dar. Selbst das Strafverfahren nach unserer
spektakulären Abseilaktion beim Castor 2010 wurde längst nach § 170 II StGB
eingestellt. Das bedeutet dass die Tat keine strafbare Handlung darstellt.mardi 29 novembre 2011
Vom Baum in den Bau - Mein K(n)astor-Transport in der JVA Preungesheim - Teil3
Par eichhörnchen le mardi 29 novembre 2011, 20:26 - Artikeln - articles
Castor Knast- und Aktionsbericht Teil III - Kontaktsperre und Hintergrund meiner Festnahme
Am Tag darauf sitze ich nicht mehr im Baum, sondern in einem kahlen Raum mit vergitterten Fenstern. Ich sitze oben auf dem Schrank, versteht sich. Da oben habe ich immerhin Tageslicht und Luft vom Fenster. Die Sicht auf den Stacheldraht und die Baustelle gegenüber ist nicht besonders schön. Aber ich sehe immerhin was. Außerdem fühle ich mich oben wohler und sicherer als unten. Nur so komme ich zur Ruhe und kann schreiben. Als ein Schließer mir das Mittagsessen vorbei bringt, staunt er nicht schlecht. Richtig was einzuwenden findet es aber doch nicht. Ob die Hausordnung Klettern verbietet, weiß ich nicht. An Eichhörnchen-Kletterübungen hat sicherlich niemand gedacht. Und schon fühle ich mich wieder stärker.
Vom Baum in den Bau - Mein K(n)astor-Transport in der JVA Preungesheim - Teil2
Par eichhörnchen le mardi 29 novembre 2011, 20:14 - Artikeln - articles
Ca
stor Knast- und Aktionsbericht Teil II
- Castorprotest hoch in den Bäumen
Meinen Beitrag habe ich dieses Jahr in Marbach bei Fulda geleistet - kletternd, versteht sich.
(Bild Links, Konrad Lippert)
Vom Baum in den Bau - Mein K(n)astor-Transport in der JVA Preungesheim - Teil1
Par eichhörnchen le mardi 29 novembre 2011, 18:42 - Artikeln - articles
Am Freitag
demonstrierte ich zusammen mit 3 weiteren Eichhörnchen in Bäumen an der
Castorstrecke bei Fulda. Ich wurde im Anschluss an diese Aktion von der
Polizei festgenommen, zur JVA Preungesheim gebacht und kam erst 3 Tage später,
heute früh um 5 Uhr morgens, frei.
Die Nachricht über meine Verhaftung machte die Runde. Nur die wenigen wissen aber, was genau Sache war. Im Gefängnis habe ich eine Art Tagebuch, das die Ereignisse der letzten Tage umfasst, geführt. Ich veröffentliche es nach und nach.
- Castor Knast- und Aktionsbericht Teil I - Brutale Landung im Gefängnis
Warum demonstrieren Sie nicht in Frankreich? fragt mich vorwurfsvoll von oben herab die Anstaltsschwester. Ich bin erschöpft und antworte im Halbschlaf, Grenzen seien für mich nicht wichtig, die Radioaktivität würde ja an Ländergrenzen keinen Halt machen. "Immerhin können Sie Deutsch" Stellt sie fest. Das Gespräch ist beendet.