Als wir uns vor einigen Monaten dafür entscheiden haben, ein öffentlich beworbenes Camp auf die Beine zu stellen, hatten wir nur eine vage Ahnung davon, was auf uns zu kommt. Wir – ein informeller Zusammenschluss von Menschen die was bewegen wollen – hatten mit Camp-Orga überhaupt keine Erfahrung. Wir konnten nur schwer einschätzen, wie viele Menschen kommen würden, ob die zusammengesuchte und aufgebaute Infrastruktur reichen würde... das war viel Arbeit... die sich aber auf jeden Fall gelohnt hat!

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Bild: aaa-West

Inzwischen sind über 100 Menschen dabei gewesen (ist meine Einschätzung) , es ist bunt und vielfältig, einige Menschen bleiben die ganze Woche, andere ein paar Tage. Die Mischung ist auf jeden Fall spannend. Die Polizei fährt immer wieder vorbei „zum gucken“ und versucht in Erfahrung zu bringen, was man bei den Aktionstagen so vor habe. Antworten kriegt sie natürlich nicht. Insgesamt machen sich die OrdnungshütterInnen aber auf jeden Fall diskreter als letztes Jahr. Ob dies mit meiner Klage gegen die Überwachung vom letzten Jahr zu erklären ist?

Das Camp ist auf jeden Fall in den örtlichen Medien sehr präsent und zu den Veranstaltungen auf dem Camp kommen auch AnwohnerInnen aus den umliegenden Dörfern, was uns sehr freut. Das politische Kabarett von Sunna Huygen gestern Abend war sehr gut besucht, die Veranstaltungshalle war voll.

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Die Aktionen am Montag vor der Urananreicherungsanlage verliefen auch ganz gut. Es wurden die zwei Zufahrtsstraßen zur Anlagen mit Sitz- Kletter-Samba- Jonglieren-Blockade. Ich saß bei 40 Grad in der Sonne auf ein 6 Meter hohem Tripod, Higlight war für mich also die Wasserschlacht mit Wasserpistolen... die Erfrischung war notwendig. Wir wurde sehr gut versorgt, es gab sogar Getränkespenden von AnwohnerInnen. Zum ersten mal wurde die UAA komplett dicht gemacht. Die Polizei startete zwar einen Versuch, Aktionen am hinteren Eingang zu verhindern. Sie gab jedoch schnell auf, als die Samba und weiteren entschlossenen AktivistInnen ankamen. Die Betreiber Firma URENCO, die keine Wellen schlagen will, bestellte Taxis für die MitarbeiterInnen, die mit ihren Autos nicht raus fahren konnten. Die anderen MitarbeiterInnen parkten außerhalb des Geländes. Die „Terminlieferungen“ und andere LKW-Lieferung mussten einfach einen Tag warten. Die Strategie der URENCO heißt „Ball flach halten um keine schlechte Schlagzeilen mit einer Räumung durch die Polizei zu produzieren“.Die UAA Gronau darf trotz angeblichem Atomausstieg weiter unbefristet die ganze Welt mit ihrer strahlenden Facht versorgen.

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Für die beteiligten DemonstrantInnen war das auf jeden Fall eine gute Erfahrung und wir sind gespannt wie es weiter geht. Es wurden schon mal diverse Mahnwachen an diversen Atomstandorten angemeldet.

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Bild: aaa-West (auf dem Bild: Heiner und Dette Konert, unsere Gastgeber)

Das Camp geht bis Samstag. Ich muss mich schon Samstag früh auf die Socken machen... Es geht dann zum „Europäischen Forum gegen unnütze aufgezwungene Großprojekte“ nach Stuttgart.

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Aktionsbilder- und Berichte gibt es auf der Camp-Seite!

Bildergalerie von aaa-West

Einige Presseberichte: 

Kölner Stadt-Anzeiger 22.07.2013 “Atomkraftgegner blockierten Zufahrten zu Atomanlage in Gronau”

Westfälische Nachrichten 22.07.2013 “Atomkraftgegner blockieren Zufahrt zur Urananreicherungsanlage

Allgemeine Zeitung 22.07.2013 “Atomkraftgegner blockieren Zufahrten zur UAA”

Bundespresseportal 22.07.2013 “Das Münsterländer Anti-Atom-Camp in Metelen hat gut begonnen”