Podcast Geschichte der kommenden welten GKW64 „Behindertsein ist schön“ – die Krüppelbewegung
rein hören! dann versteht ihr auch weshalb das Wort Krüppel damals gewählt wurde und behinderte Menschen es heute wieder verwenden!
Podcast Geschichte der kommenden welten GKW64 „Behindertsein ist schön“ – die Krüppelbewegung
rein hören! dann versteht ihr auch weshalb das Wort Krüppel damals gewählt wurde und behinderte Menschen es heute wieder verwenden!
Aktivistinnen haben am 9. Juli 2026 die SPD Parteizentrale in Berlin besetzt. Der Protest richtete sich gegen behindertenfeindliche Gesetze, die die SPD in der Koalition mitträgt. Der „Ideengeber“ der SPD sprach mit den Besetzerinnen. Sinngemäß erzählte er, die SPD stehe auf der Seite behinderter Menschen (??). Die Aktivistinnen würden ihren Protest am falschen Ort austragen, hier würde man nur verwalten, die Politik finde im Bundestag statt. Die Aktivistinnen forderten, die Abgordnete sollen vom Bundestag rüber kommen, statt behindertenfeindliche anti-soziale Gesetze zu verabschieden. Die Antwort war die Beauftragung der Polizei mit der Räumung der Aktivistinnen am Abend. Vor dem Gebäude fand eine Soli-Mahnwache statt. Diese erhielt viel Zuspruch von Passantinnen.

Rollstuhl-Kletteraktion in Berlin am 8.7.2026 gegen die Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) und weiteren Kürzungsplänen!
„Krüppel die kämpfen sind Krüppel die leben“ war an der Gustav heinemann Brücke zwischen Hauptbahnhof und Regierungsviertel in Berlin auf einem großen Banner zu lesen. Aktivistinnen mit und ohne Behinderungen demonstrierten gegen behindertenfeindliche Gesetze. 6 Aktivistinnnen bekletterten die Brücke, 3 von ihnen kletterten in ihrem Rollstuhl sitzend.
Die Aktivist*innen haben bewusst das Wort „Krüppel“ gewählt. Eine provokative empowernde Selbstbeszeichnung. In Anlehnung an die Krüppelbeweung der 80er Jahre (dazu gibt es einen tollen Archiv)
Forderungen:
Mein Artikel in der GWR509 über das BGG und eine Protestaktion in Buchholz
Aktive von der anti-ableistischen Aktion Nord demonstrierten am 13. April 2026 mit einer Rollstuhl-Kletteraktion an der Unterführung/Treppe zu Gleis 2 am Buxtehuder Bahnhof.
„Bahn für alle, die Stufen müssen weg“, stand auf einem Banner. Die Demonstrant*innen haben symbolisch ihren eigenen (Seil-)Aufzug mitgebracht – aus Protest gegen den ständigen Ausfall von Aufzügen an Bahnhöfen. Ich hing im Seil, im Rollstuhl sitzend. Es fehlt nicht nur ein Aufzug. Die Treppe ist eine gefährliche Stolperfalle für blinde Menschen. Die Markierung blättert ab, die Stufen sind unregelmäßig, teils abgebrochen, teils nur notdürftig repariert.
Der Protest konnte nicht übersehen werden, die Gruppe erhielt viel Zuspruch von Reisenden. Auf einem weiteren Banner stand: „Neues BGG fördert Ausgrenzung von Behinderten“ – BGG ist die Abkürzung für das Behindertengleichstellungsgesetz.
von der informellen Gruppe « Fight Ableism! »
Aktivist*innen mit und ohne Behinderungen demonstrierten am 21.6.26 im Bundes-Wirschaftsministerium. Sie störten das Bühnenprogram des Tages der offenen Türen und blieben auch nach Abschluss der Veranstaltung. Sie wollten vor der parlamentarischer Anhörung zum neuen BGG am Tag darauf Druck machen „Wir gehen nicht, bevor das neue behindeertenfeindliche BGG nicht geht!“ Die Besetzung wurde am 22.6. in der Nacht um 2h45 durch die Polizei geräumt.
Die informelle Gruppe Fight Ableism! verteilte einen Flyer. Auf Mastodon fasst ein Thread die Ereignisse zusammen, mit Text und Bild.
Mastodon-Link:
Es wird weitere Proteste gegen das BGG (2. und 3. Lesung am 8. und 9.7.), gegen Kürzungen in der Behindertenpolitik und in anderen Bereichen geben! Achtet auf Ankündigungen!
Protest am 15.6.26 gegen das neue #BGG (Behindertengleichstellungsgesetz) vor der CDU Landesgeschäftsstelle in Hamburg. Das Gesetz ist Rückschritt statt Barrierefreiheit. Die Geschäftstelle der CDU ist übrigens … null barrierefrei. Menschen mit Rollstuhl kommen gar nicht rein… das passt zur Politik dieser Partei. Der Landesgeschäftsführer der CDU kam raus. Politiker blabla der hatte keine Ahnung von irgndetwas. wird ja alles in berlin entschieden
Danke Kaassandra für den Beitrag und die Recherche dahinter
Liebe Menschen, die diesen Redebeitrag hören,
in den nächsten Wochen soll der Entwurf des Gesetzes zur Änderung des BGG, also des Behindertengleichstellungsgesetzes seine 2. und 3. Lesung im Bundestag haben und kurz danach verabschiedet werden.
In dem Gesetzentwurf gibt es viele Punkte, die von behinderten Menschen kritisiert werden. Sehr viele Punkte.
Ich heiße Kassandra Ruhm, ich gehöre zur anti-ableistischen Aktion Nord und ich will heute nur zwei dieser vielen Punkte ansprechen.
Wie viele andere behinderte Menschen, kann ich aufgrund von zu vielen unterschiedlichen Barrieren und aus gesundheitlichen Gründen heute nicht selbst da sein. Verdammt. Deshalb habe ich meine Rede aufgenommen und als Audiodatei geschickt. Wenn alle problemlos kommen könnten, die wollen, dann wären wir viel, viel mehr Menschen, als heute hier vor der Landesgeschäftsstelle der CDU Hamburg zu sehen sind.
Continuer la lecture de « BGG – Kundgebung vor der CDU Zentrale in HH – Rede von Kassandra »Die anti-ableistische Aktion Lüneburg/Nord Lädt ein: Sonntag 7. Juni ab 14 Uhr im Commons Zentrum Lüneburg.
Eine schöne Gelegenheit mit uns ins Gespräch zu kommen, uns kennenzulernen und Ally (Verbündete*r) zu werden.
Und es gibt Siebdruck mit tollen anti-ableistischen Motiven. Bringe gerne Kleidung mit.
Am 7.6. ist wieder Verkaufsoffener Sonntag in Lüneburg. An diesem Tags wirbt die Marketing GmbH mit « Inklusion ». Das Setting ist allerdings Kritikwürdig. Wohlfahrtsorganisation sind beteiligt. Sie stehen mit ihren Heimen und Werkstätten nicht für Inklusion, Sondern für Segregation und Ausbeutung. Das Setting ist auch falsch: der Kapitalismus behindert uns! Unsere Veranstaltung zeigt Alternativen dazu. Weg mit ableistischen Strukturen und für selbstbestimmt leben!
50 Jahre Kämpfe der Behindertenbewegung
Aus: GWR 509 Mai 2026
Udo Sierck: Frech und frei. 50 Jahre Kämpfe der Behindertenbewegung, Assoziation A, Hamburg/Berlin 2025, 152 Seiten, 18 Euro, ISBN 978-3-86241-514-4
Udo Sierck erzählt über 50 Jahre Kämpfe der Behindertenbewegung, aus der Selbstbestimmt-Leben-Perspektive. Behinderte Menschen sind keine Opfer, die Mitleid erfahren wollen oder sollen, sondern Akteur*innen, selbstbestimmte Menschen. Sie kämpfen gegen Aussonderung und Diskriminierung.
Die Anfänge prägten der Rollstuhl fahrende Sozialarbeiter Gusti Steiner, mit dem Motto „Behindert sein ist schön“, und die Autorin Christa Schlett. Sie erklärte, Rebellion sei Sinn des schwerbehinderten Lebens. An der Frankfurter Volkshochschule wurde in der Folge der Kurs „Bewältigung der Umwelt“ angeboten, mit dem gesellschaftspolitischen Modell von Behinderung im Mittelpunkt. Die Gesellschaft behindert uns. Menschen wurden aufgeklärt und zum Handeln ermutigt.
Continuer la lecture de « Rezension Frech und frei sein »Protest vorm Bundestag anlässlich der 1. Lesung des Behindertengleichstellungsgesetzes ( BGG).
Die geplante Reform des BGG ist ein Rückschritt. Sie richtet sich nicht nach unseren Grundrechten, sondern nach kapitalistischen Grundsätzen. Barrierefreiheit wird von Wirtschaftlichkeit abhängig gemacht. Diskriminierung bleibt folgenlos, wird sogar legalisiert.
Plakativer Protest und Widerworte einiger Abgeordneten werden nicht reichen. Wir brauchen eine neue entschlossene « Krüppelbewegung » mit vielen Verbündeten !
Disability Rights matters!

vor 3 Wochen hatten wir bereits demonstriert, in Hamburg vor der SPD Zentrale
Ich dokumentiere meine Rede bei der Kundgebung gegen das neue BGG. Diese fand am 16. April vor der SPD statt, diese ist als Teil der Regierung für das Gesetz mitverantwortlich.
Ich bin Cécile, von der anti-ableistischen Aktion Nord
Bestehende Barrieren werden durch das neue BGG-Gesetz leider nicht bekämpft, sondern legalisiert. Die Privatwirtschaft kann sich künftig auf das Gesetz berufen, um ihre Barrieren zu rechtfertigen.
Das Gesetz wurde über und ohne uns geschrieben. Und die UN-Behindertenrechtskonvention wird weiter missachtet.
Solange wir behinderte Menschen als Last gesehen werden, wird es keine Inklusion geben. Das ist ableistisch und ein Ausdruck der kapitalistischen Verhältnisse, weil wir nicht als „produktiv“ angesehen werden und somit als „weniger wert“. Dieser Blickwinkel muss sich ändern. Inklusion ist kein Kostenfaktor sondern ein Menschenrecht!
Continuer la lecture de « ich bin kein Kostenfaktor! Inklusion ist ein Menschenrecht! »