Am morgigen Dienstag steht ein Projektgegner wegen dem unerlaubten Mitführern von Waffen vor Gericht. Die „Waffen“ wurden im Sommer 2017 bei einer „zufälligen“ Verkehrskontrolle in seinem Bus gefunden: 2 Opinels, eine Kabeltrommel und ein Tortenheber (pelle à tarte). Ob der Aktivist vor Gericht stehen würde, wäre er nicht als Projektgegner bei der Polizei registriert gewesen?

Am heutigen Tag wurde zudem in einem Schnellverfahren (der Anwalt hat in solchen Verfahren nicht einmal Zugang zur vollständigen Akte) ein Demonstrant zu einer 3-monatigen Bewährungsstrafe wegen Widerstand (Violences à agent) verurteilt – er hatte sich am gestrigen Tag an einer verbotenen Demonstration beteiligt und soll bei einer "körperlichen Auseinandersetzung" auf das Helm eines Militärpolizisten geschlagen haben. Er darf darüber hinaus das Département Meuse ein Jahr lang nicht betreten, ansonsten wird die Bewährung widerrufen. Der Widerstand soll dadurch geschwächt werden, dass Menschen nicht mehr an die Proteste teilnehmen können, ohne die Gefahr zu laufen, im Gefängnis zu landen.

Seit der Räumung der Waldbesetzung am 22. Februar befinden sich zwei Menschen in U-Haft. Sie haben die Aburteilung in einem Schnellverfahren abgelehnt und Aufschub beantragt, um ihren Prozess vorbereiten zu können. Sie warten auf ihren Prozess, der voraussichtlich Mitten März statt finden wird.

7 weitere Menschen befinden sich seit gestern im Gewahrsam. Der Polizeigewahrsam wurde nach den ersten 24 Stunden um weitere 24 Stunden verlängert. Den 7 Menschen wird vorgeworfen, sich an einer verbotenen Demonstration am gestrigen Tag beteiligt zu haben. Ca. 100 Menschen hatten – trotz Verbot – wie es 400 Menschen am Tag zuvor bereits taten, demonstriert. Dabei wollten sie auf einem Feld, dass ein Bauer zur Verfügung stellt, eine Dauermahnwache einrichten. Dies wurde verhindert. Die Aktivist*innen geben aber nicht auf und werden es später erneut versuchen.

Das Militär prägt das Bild. Die Einheimischen sprechen von Besatzung. Sie werden bis in ihre Küche zu Hause durch das Fenster durch Polizeibeamt*innen gefilmt. Am gestrigen Sonntag stand das 150 Einwohner Dorf Mandres-en-Barrois in einer Tränengasvolke. Die Polizei schoss bis in die Privatgärten hinein, ohne Rücksicht auf die Gesundheit der Menschen. Das Tränengas verbreitete sich durch die Lüftung in die Häuser hinein.