Genauso wie mit dem nach der Katastrophe von Fukushima verabschiedeten Atomausstiegsgesetz von Atomausstieg keine Rede sein kann, ist in der neuen "Einigung" von einer Lösung der Atommüllproblematik keine Spur zu sehen.

Denn: der "beste" Atommüll ist der, der erst gar nicht entsteht - trotz  angeblichem Atomausstieg wird weiterhin Atommüll produziert und das Problem wächst weiter.

Weiter geht der" Kompromiss", oder die "Einigung" davon aus, dass.... es für den Müll eine Lösung gibt, dass diese nur gefunden werden muss. Das man nur mit magischen Begriffen à la "Transparenz" , "ergebnisoffen"  oder auch "Wissenschaft" arbeiten braucht, um zu Entscheiden in wessen Garten der Müll letztendlich kommt und dabei auf so wenig Widerstand wie möglich stoßt. Aus der S21 Schlichtung haben die Regierenden aller Couleur gelernt: "Schlichtung" , "Bürgerbeteiligung", das sind Konzepte, die die Massen beruhigen und Wahlstimmen bringen. Weiter so.

In meinen Augen ist dies alles Heuchelei und politisches Manöver. Bevor nach einem Endlager gesucht wird, stellt sich die Frage, ob es überhaupt ein Endlager geben kann. Als " Endlager" werden in die Debatte allein Gesteine in mehreren Hundert Meter Tiefe eingeführt. Ob Salz, Ton oder auch Granit: der Müll soll verschwinden. Aus den Augen, aus dem Sinn. Wie schnell diese Politik zu einer Katastrophe führen kann, zeigt sich schon bei der ASSE, dem angeblichen Forschungsbergwerk, der faktisch als "Endlager" genutzt wurde und für die Politik zunächst eine gemütliche Lösung darstellte: der Müll war weg - erstmals.

So einfach verschwindet die tödliche Facht nicht. Die Tief-Endlagerung verbirgt zahlreiche Probleme und Gefahren. Welches Gestein hält die Radioaktivität über Millionen oder gar Milliarden Jahren dicht? In welcher Sprache wird die Warnung über die tödliche Fracht den zukünftigen Generationen sicher weiter gegeben? Bei den ägyptischen Pyramiden haben wir reingeschaut, bevor wir die ägyptischen Schriften entziffern und verstehen konnten. Zum Glück war dort kein Atommüll gelagert! Es gibt zahlreiche ungelöste Fragen, die schon mal die grundsätzliche "Lösung" durch tiefe Endlagerung zweifelhaft erscheinen lassen.

Offen, soll sich die Endlagersuche gestalten? Wie offen wird die Frage, ob es überhaupt ein Endlager geben kann und darf angegangen? Die wird gar nicht angegangen - leider. Für den Atommüll gibt es weltweit keine brauchbare sichere Lösung für den Müll. Man kann nur, bei der Entscheidungen, von möglichst kleinerem Übel reden. Aber nicht von Lösung. Eine Tief-Endlagerung ist gegenüber der kommenden Generationen kriminell. Allein schon die Produktion von Müll ist kriminell. "Der bestehender Müll muss doch irgendwohin", wird erwidert. Ja, es stimmt. Es bedeutet aber nicht, dass die "Lösung" irgendwie "sicher" sein kann. Schon gar nicht bei einer Tief-Endlagerung. Zur Beruhigung ist immer mal von "Rückholbarkeit" die Rede - wenn der Müll leckt, muss er rausgeholt werden können.  Bei der Asse sieht man schon wie es mit der Rückholbarkeit aussieht. Der Müll strahlt zu viel, die Rückholung würde die Menschen, die den Müll rausholen  müssen, zu sehr gefährden. Es ist außerdem zu teurer, etc. Also tut sich nichts, die Verseuchung geht weiter.

Wohin mit dem Müll? Nirgendwo.... und auf jeden Fall nicht tief in die Erde. Sondern vielleicht eine Dauer-Zwischenlagerung unmittelbar unter der Oberfläche. Die Behälter, die der Abschirmung dienen, könnten so regelmäßig repariert werden. Mir ist bewusst, dass es trotzdem zu Radioaktivitätsfreisetzung käme. Auch im "Normalbetrieb" wird jetzt schon im Zwischenlager Gorleben Radioaktivität freigesetzt. Aber man sucht ja nach dem kleineren Übel... Und die Wahrheit besitze ich nicht.  Bei der Atomkraft gibt es diesbezüglich einen Regel: Sicher ist nur das Risiko

Die Ankündigung einer Einigung und das Versprechen nach einem Aussetzen der Castortransporte soll im Wahljahr schlicht den Protest beruhigen. Es ist zu befürchten, dass dies in einem gewissen Umfang gelingt. Ich werde jedenfalls nicht aufhören, auf die Straße zu gehen und meine Meinung lauft und durch direkten offenen Aktionen kund zu tun.

Kein Castortransport nach Gorleben? Aber dafür in ein anderes Zwischenlager? Und dies wenn die Bundesländer zu stimmen. Welch eine Heuchelei.  Am Ende kommt der Castor bestimmt nach Gorleben... denn wer stimmt den zu, dass der Müll an seiner Haustür vorbei fährt und sogar dort anhält? Und wenn doch nicht... was habe ich davon, dass der Müll anderswo hin gekarrt wird? Er wird dadurch nicht ungefährlicher! Egal woher oder wohin: Atomtransporte gehören gestoppt und die Atomanlagen abgeschaltet. Die AKWs sollen unter den eigenen Müll ersticken und endgültig abgeschaltet werden! Gorleben ist überall!

Auch der "Normalbetrieb" ist gefährlich. Vom Uranabbau bis zur "Entsorgung" : Atomkraft tötet und gehört abgeschaltet. Die "Einigung" in der Endlagerdebatte ist nur eine weitere Beruhigungspille. Genauso wie der angebliche Atomausstieg...der schon durch Klagen von RWE, ENBW, EON und Vattenfall gefährdet ist, weil man sich keine Mühe gegeben hat, das Gesetz korrekt zu formulieren. Es ging ja nur ums Beruhigen. Und wenn es am Ende gekippt wird, hat man doch guten Willen gezeigt und dann ging es leider nicht... Man muss den Konzernen zu viel Schadenersatz zahlen, man hat Anlagen wie die Urananreicherungsanlage Gronau oder die Brennelementefabrik Lingen im Ausstiegsplan leider vergessen, so dass sie unbefristet weiter laufen. Und die Energiewende ist doch zu teuer...

Wenn der politische Wille nicht da ist.... kann es nicht funktionieren - und er ist in der Tat nicht da, weil es in der Partei-Macht-Politik nur um Stimmen fangen, Wählergunst, Macht geht. Nicht um die eigentlichen Inhalte. "Der Atomausstieg ist beschlossene Sache" höre ich im Radio. Ich hasse diese Falsch-Behauptung genauso wie die neue "Einigung" in der Endlagerdebatte wie die Pest!

Eines ist sicher: meine Stimme gebe ich dieser Heuchelei nicht ab. Ich erhebe sie - auf der Straße, Schiene oder auch - im wahrsten Sinne des Wortes "erheben" - darüber!

Eichhörnchen musste spontan seinem Unmut Luft machen...