Weil sie im November 2011 – wenige Monate nach dem Fukushima-GAU – gegen einen CASTOR-Transport nach Gorleben in Fulda protestierten und auf die Gefahren der gefährlichen Fracht aufmerksam machten, stehen zwei AktivistInnen vor Gericht. Nach einer 12 stündigen Aktion waren vier AktivistInnen durch ein Sondereinsatzkommando aus Bäumen an der Bahnstrecke heruntergeholt worden. Die Aktion sorgte für Wirbel.

Laut Polizei erhielten in der Zeit von 22:30 Uhr bis 06:35 Uhr 131 Züge insgesamt 8.480 Minuten Verspätung. Der Castor soll eine halbe Stunde Verspätung gehabt haben. Ursache dafür war jedoch die Überreaktion der Polizei, die die Strecke teilweise sperrte und die Oberleitung abschalten ließ. Der Vorwurf des gefährlichen Eingriffs in den Schienenverkehr konnte trotz umfangreicher Ermittlungen und einer Gerichtsakte von über 500 Seiten nicht aufrecht erhalten werden.

Übrig bleibt einzig der Vorwurf der Sachbeschädigung gegen zwei AktivistInnen. Der Castor und ein Turmwagen der Bahn sollen laut Anklage etwas Farbe abbekommen haben. AREVA und die Deutsche Bahn haben Strafantrag gestellt.

4 Jahre danach stehen die AktivistInnen immer noch vor Gericht, weil die Staatsanwaltschaft das öffentliche Interesse an der Verfolgung bejaht hat. Es ist schon der zweite Anlauf vor dem Amtsgericht. Der erste Versuch, die Aktivistinnen zu verurteilen, scheiterte vor einem Jahr.

Der Prozess findet am 23.06.2015 um 9.00 Uhr im Amtsgericht Fulda, Saal 1.120 statt.

Am Abend vor dem Prozess, den 22. Juni, gibt es auf Einladung der ATTAC Gruppe Fulda im Kino 35, Langebrückenstr. 14 (Fulda) eine Filmveranstaltung statt.

FILMVERANSTALTUNG


Plogoff
Des pierres contre des fusils
(Steine gegen Gewehre) Originalversion mit Simultanübersetzung


Archivfilm über den Widerstand gegen die Atomkraft in der Bretagne. Von Nicole und Felix Le Garrec. Februar 1980: Die Bevölkerung eines Dorfes wehrt sich gegen den Bau eines Atomkraftwerks. Als die Pläne im Rathaus ausgelegt werden, werden sie vom Bürgermeister, der zusammen mit der gesamten Dorfbevölkerung das Projekt ablehnt, öffentlich zerrissen und verbrannt.
Die Armee rückt zur Durchsetzung des Vorhabens an. Das Dorf wird von der Militärpolizei sechs Wochen lang belagert. Die Bevölkerung wehrt sich mit vielfältigen Mitteln. Die Polizei schießt mit Splittergranaten auf Menschen und nimmt zahlreiche Protestierenden fest.
Doch der Widerstand wird immer größer und kreativer. Zehntausende Menschen kommen nach Plogoff, dass zum Symbol des Widerstands gegen die Atomkraft geworden ist. Das AKW wird schließlich nicht gebaut.
Nicole und Felix Le Garrec haben diesen Kampf hautnah miterlebt und unter schwierigen Bedingungen begleitet. Der Film ist zeigt, dass Widerstand von Entschlossenheit und Vielfalt lebt.

Montag, 22.06.2015, 19.00 Uhr
Kino 35, Langebrückenstr. 14, Fulda
Eintritt frei !!!

Veranstalter: attac gruppe fulda

Weitere Infos:

Flyer zur Veranstaltung und zum Prozess
Seite zum Prozess
Soliaktion zum Prozess