„Dass die Polizei behauptet die Besetzung sei nur ein PR-Gag der Klimaaktivist_innen, während sie sich selber auf die Räumung vorbereitet, ist ein weiterer Skandal der Polizei, die sich seit Jahren als Erfüllungsgehilfin RWEs aufführt.“ sagt Sabine von der Waldbesetzung. „Nachdem RWE mit teuren Kampagnen versucht, die Kohlegegner_innen als brutal darzustellen, zeigt sich nun erneut, dass der Braunkohleabbau selber nur brutal gegen Widerstand und die Interessen vieler Menschen auf der ganzen Welt durchgesetzt werden kann.“

Der Hambacher Forst wird jedes Jahr ein weiteres Stück gerodet für den Braunkohlentagebau Hambach, bis in etwa 10 Jahren nichts mehr von dem einst 5.500 Hektar großen Wald übrig sein soll. „Mit den Aktionen der Waldbesetzungen wollen wir auch andere Menschen ermutigen sich für den Erhalt des Hambacher Forstes und gegen Braunkohleabbau einzusetzen. Nur mit vielen Menschen und unterschiedlichsten Widerstandsformen werden wir diesen Irrsinn stoppen können“ sagt Peter, der gerade auf seiner Plattform der Räumung entgegensieht.

Erreichbarkeit auf der Besetzung: 01521781907 (Baum)
Oder: 01573 / 7345865 (auf der Wiese, von dort können Leute Sie weiterleiten)

Update vom Nachmittag:

Doch keine Räumung?(13_40 UHR)

Gerade kommt die Info rein, dass die Polizei wieder abgezogen ist. Polizeisprecher Hamacher (wie der Wald nur ohne b) sagte, dass heute nur die Infrastruktur inspiziert werden sollte, und Material entsorgt werden sollte.
Ob die Polizei eingesehen hat, dass sie sich besser auf eine Räumung vorbereiten muss, ob alles nur Verwirrungstaktik ist und sie später wieder kommen, oder was die Strategie von RWE und Polizei ist, wissen wir gerade nicht. Haltet weiterhin Augen und Ohren offen über die weitere Entwicklung im Hambacher Forst

14 Uhr:

"Jetzt wurde gemeldet, dass doch noch Polizeiwannen im Hambacher Forst stehen, die alle leer sind. Irgendwo im Wald muss die Polizei also noch sein. Ev. machen sie nur Mittag oder bereiten nun nach der Inspirierung die wirkliche Räumung vor. Genauso wurde es auch bei der letzten Räumung im Hambacher Forst dieses Frühjahr gemacht."

Räumung ausgesetzt, aber wie lange?

Die Polizei zog heute mit einem Großaufgebot im Hambacher Forst auf. Da auch Klettereinheiten mit dabei waren, sah alles nach einer Räumung aus. Nachdem die Polizei die gesamte Infrastruktur des neuen Camps am Boden zerstörte – wie z.B. die Küche – und eine nicht besetzte Plattform vom Baum holte, zog sie wieder ab, ohne die Kletteraktivist_innen von ihren Plattformen zu räumen.

„Wir wissen nicht welche Strategie RWE heute verfolgt hat. Wir gehen aber von einer Räumung in den nächsten Stunden oder Tagen aus, und fordern die Öffentlichkeit auf wachsam zu sein. Außerdem rufen wir alle, denen der Wald wichtig ist auf, möglichst schnell zur Besetzung zu kommen um eine Räumung zu verhindern und die zerstörte Infrastruktur wieder aufzubauen.“ sagt Sabine von der Waldbesetzung

Während RWE und Polizei eine Kriminalisierungskampagne gegen die Kohlegegner_innen fährt und die Besetzungen von Häusern, die genau wegen RWE leerstehen und abgerissen werden, als „Vandalismus“ bezeichnen, zerstören sie skrupellos die tatsächliche Lebensinfrastruktur, von Klimaaktivist_innen, genauso wie sie die Dörfer zerstören, die dem Tagebau weichen müssen. „Heute hat RWE mal wieder seine Kernkompetenz unter Beweis gestellt: Die Zerstörung von Lebenswichtigem. Heute hat es unsere Küche getroffen. Täglich trifft es das Weltklima, die lokale Landwirtschaft und die Gesundheit vieler Menschen in ganz Europa aufgrund des Feinstaubes aus den Tagebauen und dem Kraftwerk.“ sagt Sabine

Die Wortwahl von Polizei und RWE bei dieser Zerstörung spricht für sich. Bei ihr ist lediglich die Rede von „Bretterverschlägen“ oder „hereingeschlepptem Material“, dass „entfernt“ wurde. Dass es sich hierbei um Infrastruktur von Menschen handelt ist ihnen genauso egal, wie ihnen jede andere Infrastruktur egal ist, die sie zerstören. „Das aber ist keine Besonderheit von RWE. In einem wert-basierten Wirtschaftssystem ist es unumgänglich, dass jeder reale Nutzen für Menschen der Wertvermehrung untergeordnet wird. Deswegen richten wir uns nicht nur gegen RWE, sondern wollen eine Debatte eröffnen, wie eine Gesellschaft eingerichtet sein muss, in der auch die nächsten Generationen noch leben können. Dass dieser Gedanke für Polizei, RWE und Teile der Öffentlichkeit mit „Ökoterorrismus“ gleichgesetzt wird spricht für sich. Die wahren Ökoterroristen sind für uns jene, die die Weltökologie zerstören“ sagt Tamila

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