Die Genehmigung für die weitere Ausbreitung des Tagebaus im Rheinland wird mit dem falschen Argumenten erteilt, die Braunkohlekraftwerke seien für die Energieversorgung der Bevölkerung unabdingbar. Doch es geht ohne Kohlekraftwerke. Es geht ohne Atomkraftwerke. Viele Kraftwerke mussten in diesem Sommer wegen zu hohen Temperaturen der Flüsse abgeschaltet / herunter gedrosselt werden (von wegen Zuverlässigkeit im Vergleich zu den Erneuerbaren...) und es gab kein Blackout. Deutschland exportiert nach wie vor mehr Strom als es importiert. Länder wie Frankreich haben mit ihrer noch zentralisierteren Stromproduktion (Überwiegend AKW in Frankreich) viel mehr Probleme mit Blackout und Netzstabilität. 

Atomkraft ist entgegen der weit verbreiteten Meinung alles andere als C02 frei. Nicht wegen der zahlreichen Atomtransporten. Allein für die Versorgung der Uranminen in Niger bei Arlit wird …. ein Kohlekraftwerk betrieben! 400 000 Tonnen Kohle jährlich! Für die Entsorgung des radioaktiven giftigen Mülls, der bei der Verarbeitung von Uranerzkonzentrat in UF4 in Narbonne Malvési (also noch lange bevor der Stoff angereichert und zu Brennelementen verarbeitet wird) entsteht, soll eine Müllverbrennungsanlage "THOR" gebaut werden und für deren Betrieb…. Kohle importiert werden! 5700 Tonnen Steinkohle, sollen es nach den Plänen von Orano (ex-AREVA) werden. Das habe ich beim internationalen Anti-Atom-Camp in Narbonne vor 2 Wochen erfahren. Die Workshops waren inhaltlich sehr gut.

Wie heuchelerisch die Politiker*innen sind, zeigt sich am Beispiel Hambacher Fort ganz gut. RWE will zum ersten Oktober 2018 für die schmutzige Braunkohle-Energiegewinnung den Hambacher Fort weiter roden. Dagegen gibt es Widerstand, Umweltschützer*innen halten den Wald besetzt. Auf dem Klimacamp im Rheinland solidarisierten sich zahlreiche Menschen mit den Besetzer*innen und überlegten gemeinsam, wie sie diese unterstützen können. Es wurde eine Gartenlaube gebaut und liebevoll gestaltet. Diese wurde jedoch auf dem Weg in den Hambacher Forst auf der Autobahn durch über Hundert Polizist*innen beschlagnahmt. Mit Verweis auf den Schutz des Waldes! Auf ein Landesforstgesetz wonach keine fremden Gegenstände in einen Wald hinein gebracht werden dürfen. Welch eine zynische heuchlerische Argumentation! Ist die Autobahn kein Fremdkörper im Wald? Sind die Harvester von RWE keine fremden Gegenstände?

Die Widerständigen haben Ruck-zuck eine neue Gartenlaube gebaut und diese hat ihren Weg in den Bäumen in den Hambi gefunden. Gut so! Guckt euch das nette Video an!

Und kommt in den Forst oder führt dezentrale Soli-Aktionen durch. #Hambibleibt!

Der Kampf um die Gartenlaube, das Video!



#Gartenlaubengate – Von Willkür und Widerstand from Klimacamp im Rheinland on Vimeo.