Dass die EnBW längst einen völlig falschen Sicherheitsbegriff verinnerlicht hat, zeigt schon ihre heute wiederholte  Behauptung, bereits ein einziger erledigter Transport habe bewiesen, dass die Verschiebung der Castoren von Obrigheim nach Neckarwestheim "sicher" durchzuführen sei. Niemand hatte behauptet, dass diese Transporte schief gehen müssen. Aber dass ein erster Transport nicht schief ging, beweist doch gar nichts für den Rest des Risiko-Projekts. Wir fordern von der EnBW eine echte Sicherheitsdiskussion und nicht Sätze, die wie die Ausreden eines betrunkenen Autofahrers klingen „bis jetzt ist doch alles gut gegangen“.

Den angeblichen Zeitdruck in Obrigheim hat die EnBW selbst verschuldet durch die Weigerung, rechtzeitig das geplante Lager vor Ort zu bauen. Der Zeitdruck ist auch deshalb ein Vorwand, weil ein schneller Abriss in Obrigheim mehr Gefahren als Nutzen bringt. Und weiterhin bleibt die Anordnung des Sofortvollzugs in der Transportgenehmigung eine durchsichtige Farce zur  Aushebelung des Rechtswegs, wenn dann freiwillig mehrmals nicht davon Gebrauch gemacht wird.

"Sicherheit" bei der EnBW heißt z.B. auch eine dramatische Pannenserie im AKW Philippsburg in den letzten Jahren,  einschließlich Betrugs bei Kontrollen und Messungen, heißt auch der heute bekannt gewordene Vorwurf, wichtigen Störfallmanagern der EnBW in Philippsburg fehle die erforderliche Fachkunde, heißt auch das Vertrauen in heute aufgeflogene gefälschte externe Sicherheitsüberprüfungen, heißt auch der Weiterbetrieb der AKWs in Philippsburg und Neckarwestheim,  obwohl dort heute immer noch nicht alle amtlich für nötig befundenen Konsequenzen aus den Anschlägen in New York vor  16(!) Jahren und den Super-GAUs in Fukushima vor 6(!) Jahren gezogen wurden.
"Sicherheit" bei der EnBW heißt auch, beim Betrieb der AKWs und auch beim Abriss täglich Radioaktivität in die Umwelt  abzugeben, übrigens auch beim Castor-Transport in Juni.

Wir fordern die EnBW auf, endlich die Transportpläne zu beerdigen und statt dieser riskanten Strategie schnellstens ein Hochsicherheitslager für die Castoren in Obrigheim zu bauen.
Und sofort den unverantwortlichen AKW-Betrieb in Neckarwestheim und Philippsburg zu stoppen, der jährlich den Strahlenmüll für weitere 6 Castoren erzeugt.

Wir werden unseren Widerstand gegen die Transporte fortsetzen und fordern die Bevölkerung auf, sich ebenfalls gegen die Transporte zu engagieren. Auf Behörden, Politiker und Gerichte ist kein Verlass, sicher ist nur das Risiko.