Als der Zug aus dem Gelände von C. Steinweg weg raus fuhr, waren Mitarbeiter von C. Steinweg sowie Bahnmitarbeiter und viele Polizei anwesend. Ich näherte mich mit meiner Kamera um die Durchfahrt zu dokumentieren. Die Beamten versuchten mich - trotz Presseausweis am Fotografieren zu hindern.  Ein weiterer Beobachter wurde auch von der Polizei angegangen.

Die Beamten dachten sich absurde Dinge aus um meine Arbeit zu stören. Man wisse nicht, ob mein Presseausweis echt sei, ich müsse sagen für welche Zeitzung ich arbeite. Als ich u.a. die GWR* erwähnte , in dessen Redaktionskreis ich bin, meinten sie man müsse das überpfrüfen. Sie fragten nach der Adresse der Zeitung etc.   Dass es für eine solche Ausforschung keine rechtsgrundlage gibt, interessierte sie nicht.  Wenn ein Atomtransport vorbei rollt, gelten grundrechte plötzlich nicht mehr... Die Beamten stellen sich die ganze Zeit absichtlich vor meiner Kamera.

Zug und Polizei
Bei der Ausfahrt von C. Steinweg. Bild: Eichhörnchen/GWR
Behinderung durch Polizei
Behinderung durch die Polizei. Bild: Tim Christensen / Robin Wood

Als der Zug vorbei war, wurde ich noch eine gute viertel Stunde festgehalten. Ein Polizist wiederholte in Endlosschleife dass ich Ausländerin bin. Er erklärte sinngemäß, dass ich hier nichts zu suchen habe. Kurze Zeit später fragte er nach einer Meldebescheinung mit der Begründung, dass Ausländer mit Wohnsitz in Deutschland verpflichtet seien, eine solche mitzuführen. Eine Gesetzgrundlage hierfür konnte er nicht nennen. Aber ich wurde darüber "belehrt" dass ein Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen mich eingeleitet wird.

Ich werde gegen die Polizeimaßnahmen Beschwerde einlegen und bin auf die Antwort gepannt. Also darauf gespannt, ob die Hierarchie der Polizei die ausländerfeindlichen Sprüchen und falschen Verdächtigungen rechtfertigt oder lieber unter dem Teppisch kehrt. 

Nach einer guten viertel Stunde und der absurden "Belehrung" durfte ich weg gehen. Wir wurden bis Hamburg Süd begleitet, dort gab es auch Polizei. Sie begrentzte sich auf eine Taschenkontrolle und ließ uns ansonsten in Ruhe Fotografieren und Filmen. Tja, es geht auch anders...

Zur Bildergalerie (der Film ist noch nicht online)

Ich gebe nun eine Zusammenfassung der Beobachtungen in Hamburg


10.09.15 : Durchfahrt des Zuges in Buchholz um 00:15 Uhr

09.04.15

Uran-Containereihenfolge bei der Abfahrt in Hamburg (Sowohl abfahrt vom Gelände von C. Steinweg als auch aus HH-Süd und Maschen)

blau
braun „CRONOS“
braun „JOHAN“
grün
braun „CRONOS“
braun „CRONOS“
dunkelgrün „MOL“ mit Krokodil
braun
braun „CRONOS“
braun
grün
braun „CRONOS“
– Lücke –
braun „NAMSUNG“
braun „TRITON“

23:50 Uhr:  Der Zug ist in Maschen abgefahren, Wagenreihung:
1 dunkler Kesselwagen
Kastenwagen
6 Propangaswagen weiß mit orangem Strich drum und Gefahrgutkennzeichnung
14 Uranerzcontainer (blau am Anfang, 3 braun am Ende)
12 Propangas
3 Diesel (dunkler als die Propangaswagen)
1 Propangas
Lok-Nummer ist 155197/7

ca. 19:15 Uhr: Der Zug wurde über den Ablaufberg rangiert. Ein Hubschrauber der Bundespolizei flog kurze Zeit über den Ablaufberg.

17:14 Uhr der Zug ist vom Hamburg Süd-Gelände gestartet und Richtung Maschen  gefahren.  Rote E-Lock Railion Nr. 145071-7 danach direkt die Container

Der Zug ist ca. 15:30 Uhr von dem Gelände von C.Steinweg weggefahren, steht nun beim Rangierbahnhof HH-Süd, Polizei ist auch dabei. Rote E-Lock (Railion) ist vorne.

* Ich habe für die GWR, diesen Blog und die Anti Atom Aktuell mehrere texte zu den Urantransporten, der Hamburger Kampagne gegen Atomtransporte und der Anlage in Narbonne Malvési geschrieben (z.B. das Interview hier). Die Polizei kann gerne überprüfen dass ich für die GWR schreibe, sie soll aber bitte die Artikel gründlich lesen, Bildung hilft!