Die Reederei „Atlantic  Container Line“, der das Frachtschiff gehört, ist bekannt für die Transporte von Uranhexafluorid, Uranoxid und Brennelementen aus und in die USA über den Hafen von Hamburg. Auch das nun verunglückte Schiff wurde laut einer Auskunft des Hamburger Senats bereits häufig für solche Transporte eingesetzt. Absender des im Hamburger Hafen umgeschlagenen angereicherten  Uranhexafluorids ist in der Regel die Urananreicherungsanlage im  münsterländischen Gronau. Ziel sind drei Brennelemente-Fabriken in den USA.

Uranhexafluorid darf auf keinen Fall mit Wasser in Berührung kommen, da sonst die stark ätzende und tödliche Flusssäure entsteht. Das würde die Medienberichte erklären, warum erst einige Container entladen werden mussten, bevor mit den Löscharbeiten begonnen wurde. Der Vorfall zeigt nach Ansicht der Anti-Atomkraft-Organisationen deutlich, dass die Gefahren nicht nur von den Atomanlagen, sondern auch von den damit verbundenen Transporten ausgehen. „Selbst wenn die Atomkraftwerke irgendwann alle abgestellt sind, werden die  Uranhexafluoridtransporte über den Hamburger Hafen weitergehen.  Die Urananreicherungsanlage in Gronau und die Brennelemente-Fabrik in  Lingen, die für den internationalen Markt produzieren, sind vom Ausstiegsbeschluss gar nicht erfasst“, so Irene Thesing vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen. Damit besteht auch weiterhin die Gefahr von schweren Unfällen bei den Atom-Transporten.

Die Atomkraftgegner_innen fordern für den aktuellen Fall Auskunft über die Beladung der „Atlantic Cartier“, die Entwidmung der Häfen für Atomtransporte und generell einen Stopp aller Atomtransporte und die Schließung der Gronauer Uranfabrik, der  Brennelemente-Fabrik in Lingen und aller Atomanlagen.


Informationen zu den Atomtransporten unter www.nadir.org/sand. Speziell zur Reederei ACL unter Atomtransporte-Hamburg