« dieses System ist marode bis in die Knochen » Shutdowm Demo Redebeitrag in LG

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ein letzter redebeitrag aus der Shutdown Demo vom 27.3.2021 in Lüneburg

Am 19.3. veröffentlichte die LZ auf der Titelseite eine Grafik über eine Infektionskette, wie aus einer Erkrankung 40 werden. Es überrascht nicht, dass in dieser Kette allein 10 aus dem Kolleg*innenkreis des einen infizierten Kollegen wurde. Übrigens nicht in einem Großraumbüro, wie ausdrücklich betont wurde. Was dann? 

Die Arbeit wird zudem noch 2 x erwähnt. Trotzdem wird die Arbeit als Infektionsquelle nicht erfasst. Eisern bleibt man beim Privatbereich als Hauptindikator. Jetzt droht sogar ab einen Indidenzwert ab 100 eine nächtliche Ausgangssperre. Die Nachtschicht wird natürlich nicht angegriffen.

Bösartig Schlimm ist der Versuch rechter Kreise, Migration als Faktor für die Pandemie zu erklären. Das ist Rassismus pur und gehört in die Schranken verwiesen. 

Selbst wenn der Anteil Erkrankter unter Migranten über dem Durchschnitt liegt, ist das nicht ethnisch bedingt. Gerade viele MigrantInnen arbeiten in den Betrieben auf schlechten Arbeitsplätzen in der Produktion und Logistik. Es ist höchstens ein weiterer Beweis für die Arbeit als Infektionsträger. 

Als im Frühjahr schon die ersten Schulen und Kitas geschlossen wurden, wurde in der Industrie munter weiter gearbeitet. Erst als die Regierung schnell den Zugang zur Kurzarbeit vereinfacht hat, wurden große Teile der Industrie, wie alle Autokonzerne und Zulieferer geschlossen. Kurzarbeitergeld zahlen nicht die Kapitalisten, sondern wir selber aus unseren Versicherungsgeldern. Die Kapitalisten bekamen noch die Sozialabgaben erstattet. Für Daimler und BMW trug dies mit dazu bei, für 2020 eine ordentliche Dividende an die Aktionäre auszuzahlen.

Mittlerweile drängen aber immer öfters Ausbrüche an die Öffentlichkeit. Jüngst ein Logistikzentrum von DM in Euskirchen, ebenfalls in Euskirchen beim Gerätehersteller Miele, im Daimlerwerk in Rastatt erkrankten 40 ArbeiterInnen. 

Trotzdem wird es auch weiter keine gesetzliche Bestimmung zur Testpflicht in Betrieben geben.

Wenn es in letzter Zeit häufiger Kritik an Fehlern oder Fehlverhalten einzelner Politiker gibt, sollen sie doch nur das normale kapitalistische Geschäftsmodell verschleiern, besser gutheißen.

So gab und gibt es Kritik über zu spätes Kaufen von Impfdosen in die BRD und EU von Biotec/Pfizer. 

Großbritanien, Israel und die USA seien da viel weiter. Diese Staaten haben den Impfstoff teils zu überhöhten Preisen gekauft und über Notverordnung genehmigt. Notverordnung bedeutet, die Hersteller sind aus der Haftung für Probleme bei der Anwendung, z.B. Folgeerkrankungen heraus. Der Staat muss dann aus Steuergeldern dafür aufkommen. Die Haftung hat aber gerade bei den eiligst rausgehauenen Coronaimpfstoffen Bedeutung für die Hersteller. Befreit es sie doch unangenehmen Folgekosten. AstraZeneca, die ihre 3. Testphase direkt am Patienten gemacht haben, stolpert vielleicht gerade daran.

Biontech hat für seinen Impfstoff mit 30 000 Probanden in den Testphasen ein eigentlich ordentliches Verfahren geleistet. Diese 30 000 kamen aber überwiegend aus Südamerika. Solche Länder haben aber Schwiergkeiten, an den Impfstoff heran zu kommen. Über das Patentrecht sichern sie sich den weltweiten Vertieb und verhindern andere Herstellungen.

Wir können sagen, dieses System ist marode bis in die Knochen. 

Ein Runterfahren der Wirtschaft wird weiterhin von den Regierungen aller europäischen Staaten abgelehnt, weil angeblich das Wohl der Wirtschaft uns Allen dient. Zu welchen Preis habe ich dargestellt. Das kann nicht unser Interesse sein.

Aber da hilft kein Jammern und den Kopf in den Sand stecken, weil die da Oben ja ohnehin machen was sie wollen.

Wir erleben gerade, wie ein verunglücktes Containerschiff im Suezkanal die Weltwirtschaft ins Trudeln bringt, weil Öl und Teile die für die Produktion benötigt werden nicht ankommen. Wo jetzt auf Teufel komm raus gebuddelt wird um den Kahn wieder flott zu machen.

Dabei ist das doch nur das Spiegelbild der weltweiten produktiven Kooperation der Arbeiter*innen. Wie wir weltweit zusammen arbeiten, den gesamten gesellschaftlichen Reichtum erarbeiten. Aber nicht zu unseren Wohlbefinden, sondern für das Kapital, dass die Früchte unseres Schaffens sich aneignet und über den Markt erst teuer uns zurück bringen will. 

Wir können daraus aber auch die Macht schöpfen und selber die Wirtschaft straucheln lassen, damit es uns besser geht. Dazu brauchen wir kein Schiffsunglück, sondern eine ordentliche Arbeitsniederlegung tut es auch. 

In Italien hat im Frühjahr ein Generalstreik ein Herunterfahren der Wirtschaft erzwungen. Natürlich bei vollem Lohnausgleich.

Venceremos

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