Gedanken über einen ICE-Rauswurf und eine Diskriminierungserfahrung

Polizei schleift eine Person aus einem Zug
Behindertengerechter Ausstieg?

seit ich meinen ICE-Rauswurf aufgrund eines Streits mit einer Zugchefin um Barrierefreiheit öffentlich gemacht habe, geht es in sozialen Medien und in der Presse mit Kommentaren viel hin und her.

Ich äußere mich heute zu den jüngsten Entwicklungen, denn ich sehe darin insbesondere in den Erklärungen seitens der Bundespolizei und der Bahn gegenüber der Presse, eine Kontinuität im ihrem ableistischen diskriminierenden unverhältnismäßigen Verhalten . Durch Täter-Opfer-Umkehr werde ich als Betroffene silenced (Kritik soll verstummen, keine Berechtigung Kritik zu äußern) werden oder mindestens als unglaubwürdig und „Selbst Schuld“ und Selbst darstellerisch gelten. Eine Strategie um vom Kern der Auseinandersetzung (Diskriminierung, Barrierefreiheit, Verhältnismäßigkeit) und den Problemen, die der Vorfall zu Tage fordert, abzulenken. Bahn und Bundespolizei haben im www Unisono beteuert, gegen Diskriminierung einzutreten, „offene Ohren“ zu haben. Das ist heuchlerisch. Ich erläutere weshalb.

Mehrere Medien haben die Rechtfertigung von Bahn und Bundespolizei zu meinem Fall unkritisch abgedruckt. Einzig die Taz hat sich bislang bei mir für Rückfragen persönlich gemeldet und sich um eine ausgewogene Berichtserstattung bemüht.

Die unkritische Wiedergabe von Erklärung der Polizei ist problematisch.

Die Bundespolizei ist keine neutrale Informationsquelle, sie ist Partei. Und nutzt ihre Macht als Behörde um ihre Interessen zu verteidigen, hier ihre unverhältnismäßige Maßnahme zu rechtfertigen. Das ist aus vielen anderen Fällen bekannt, wurde auch wissenschaftlich analysiert, Seriöser Journalismus ist es also nicht die Aussage der Polizei ohne Einordnung abzudrucken.

Die Deutsche Bahn ist hier auch Partei. Und hat Interesse daran, ein aus dem Ruder gelaufenes Geschehen zu rechtfertigen und vom eigentliche Problem, die mangelnde Barrierefreiheit abzulenken.

Die Stellungnahme zielen alle auf mein angebliches „unkooperatives“ „aggressives“Verhalten. Abgesehen dass Begriffe wie „aggressiv“ mehr Wertung als Wahrheit sind, wird sich nicht damit auseinandergesetzt, weshalb es zum Konflikt kam. Mit der eigenen Verantwortung von Bahn und Polizei in der Eskalation.

Täter-Opfer-Umkehr, Darstellung des Opfers als „selber schuld“, „unglaubwürdig“, „aggressiv“, „unkooperativ“ geschieht oft, sobald eine Minderheit sich wehrt, den Mund aufmacht. Das sind Reflexe womit andere Minderheiten zu kämpfen haben.

Hier wird sich zudem des gesellschaftlichen strukturellen Ableismus bedient.

Die Gesellschaft erwartet, dass Behinderte fügsam sind, Einschränkungen ohne Widerworte hinnehmen, eher zu Hause bleiben und schon gar nicht politisch aktiv sind oder ihre Rechte aktiv einfordern. Menschen mit Behinderung werden als Last empfunden und sollen sich mit dem Krümmel zufrieden geben. Gleichberechtigung schreibt man gerne auf bunte Papiere. Diese in der Wirklichkeit einfordern? Nicht gern gesehen. Störung!!!

Teil I: Zum Verhalten der Bahn und ihren öffentlichen Stellungnahmen

Teil II: Zum Verhalten der Bundespolizei und ihren öffentlichen Stellungnahmen und – dreisten – Unterstellungen

(noch nicht online, aber es gibt schon mal einen Thread dazu auf Twitter mit Screenshots etc.)

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