Der Atomfrachter „Link Star“, der von Deutschland aus Brennelemente für das neue AKW Olkiluoto 3 in Finnland liefert, fuhr diese Woche doch nicht wie ursprünglich vermutet über Hamburg. Der Frachter hatte Hamburg Richtung Spanien verlassen und ist dann ohne Halt in Hamburg über den Nord-Ostsee-Kanal direkt weiter gefahren. Es ist nicht auszuschließen, dass der Frachter nun sowohl Spanien als auch Finnland mit Brennelementen beliefert hat. Nachweislich wurden Transporte mit frischen Brennelementen aus der ANF (AREVA) Atomfabrik Lingen mit der „Link Star“ in den vergangenen Monaten durchgeführt.

Update 11.12.
: die Link Star war am 10.12. wieder in Hamburg und hat Brennelemente mit nach Finnland mitgenommen. Also wieder ein Brennelemente-Transport aus Lingen / Hamburg am 10.12.2017 - Leider.

Beobachtet wurden dagegen zwei Atomtransporte aus dem Hamburger Hafen.

Die Ankunft eines aus dem Hamburger Hafen kommenden UF6-zuges wurde am Dienstag 5. Dezember gegen 16 Uhr an der UAA Gronau in NRW durch aufmerksame Bürger*innen gemeldet. Ein Hubschrauber begleitete den Transport. Ob die Polizei Angst vor Protest hatte? Angst vor einer neuen Beton-Block-Aktion wie vor wenigen Wochen?

Die Hamburger Reederei MACS hat am Montag den 4. Dezember  8 Container Uranerzkonzentrat mit dem Schiff „Red Cedar“ aus Namibia befördert und bei C. Steinweg am Süd-West-Terminal umgeschlagen. Die Abfahrt des Uranzuges wurde dann gegen 19 Uhr in Hamburg Süd beobachtet, die Weiterfahrt dann in der Nacht in Buchholz und Mittwoch früh in Köln. Nicolas Hulot (der französische Umweltminister) hat sein Atomtransport zur Saint Nicolas (Nikolaus) bekommen. Das passt zu ihm, denn er hat vor kurzem erklärt, Frankreich werde doch nicht so schnell seine AKW abschalten und das Endlager Projekt Cigéo sei das kleinere Übel, der Müll müsse ja irgendwo hin. Französische Aktivist*innen rufen zu dezentralen Aktionstagen um den Nikolaus-Tag auf. Der Uranzug fährt weiter nach Narbonne Malvési.

A propos Atommüll: die Versorgungstransporte der Atomindustrie über den Hamburger Hafen nehmen – leider – kein Ende. Sie ermöglichen den Weiterbetrieb von Atomanlagen weltweit und verursachen Atommüll. Keiner weiß wohin damit. Und die EnBW hält es für klug, den Müll sinnlos auf einem Schiff durch die Gegend zu karren. Atommüllverschiebung ist aber keine Lösung, sie birgt Gefahren – beim Transport selbst und dann auch noch im Zwischenlager Neckarwestheim, das abzusaufen droht.  Der 5. Transport auf dem Neckar steht bevor. Stellt euch quer! Der Transport fährt möglicherweise schon in der Woche vom 11. Dezember.

Update 13:12. Das Atommülllager mag - noch - nicht abgesoffen sein, aber es ist schon zu viel Wasser für den Castor da... Der Castortransport wurde auf Grund des Hochwassers verschoben. Leertransport hat statt gefunden, das leere Castor-Schiff steht nun in Obrigheim herum und behindert die Schifffahrt - obwohl der Polizeistaat im Dienste der EnBW schon vor Ort war und die Beladung vorbereitet wurde. Das musste alles abgeblasen werden. EnBW preist die Geeignetheit und Sicherheit der Wassertransporte an. Aber wenn es ein bisschen zu viel Wasser gibt, geht nix mehr. Wie peinlich. Schöner wäre es, den Transport ganz und für immer abzusagen.
Schluss mit der sinnlosen Atommüllverschiebung! Es ist nun mit einem Transport zu rechnen sobald der Neckar-Pegel ausreichend sinkt.

Informationen:

- Hamburger Kampagne gegen Atomtransporte
- Bundesweite Vernetzung gegen Atomtransporte
- Bündnis Neckar Castorfrei
- Widerstand gegen das Atomklo Bure Namens Cigéo
- Die Uranfabrik in Narbonne Malvési
- Aktionsbericht zum 4. Neckar-Castor
- Castor-Ticker
- Uran-Transporteticker
- Brennelementelieferungen nach Finnland