Atomkraft deckt 2% des weltweiten Energiebedarfs, die erneuerbaren Quellen 18%. Der Bau zahlreicher Atomkraftwerke wäre nötig, um irgendeine Auswirkung auf die Klimakrise zu haben, angenommen es wäre CO2 frei und sicher. Doch der Bau eines Kraftwerks dauert meist über zehn Jahre und ein einziger Meiler kostet über zehn Milliarden Euro. Je mehr AKW in Betrieb, um so höher die radioaktive Verseuchung der Umwelt im Normalbetrieb und das Unfallrisiko.

Neue Mini-Reaktortypen, wie zum Beispiel der durch die Lobby angepriesene Thorium Reaktor, sind ebenfalls hoch gefährlich, in jedem dieser Mini-Reaktoren entsteht die Radioakivität vieler Hiroshima-Bomben. Ein Unfall oderein Anschlag auf ein Kleinst-AKW könnte eine Stadt unbewohnbar machen. Viele kleine Reaktoren sind viele kleine, zwangsläufig schlecht gesicherte, potentielle Anschlagsziele.

Bei wegen der Klimakrise zunehmenden Wetterextremen „hilft“ Atomkraft nicht. AKW müssten wegen der andauernden Hitze abgeschaltet werden, weil das Kühlwasser fehlt und das Ökosystem der Flüsse durch die Abfuhr von heißem Wasser zerstört wird.

Uran ist außerdem ein fossiler Brennstoff ohne Zukunftsperspektive. Studien zu Folge werden die Uranvorkommen weltweit spätestens 2070 ausgebeutet sein. Die Kosten und der CO2-Ausstoß beim Abbau steigen jetzt schon, weil dieser immer energieintensiver wird.

Atomkraft verursacht weniger CO2-Emissionen als Kohlekraftwerke, aber mehr als die erneuerbaren Energien. Für eine saubere Berechnung der CO2-Belastung von Atomstrom muss die ganze Produktionskette berücksichtigt werden. Dazu gehört der Uranabbau, der Transport, Bau, Rückbau und Unterhalt eines Atomkraftwerks sowie die Verteilung des Stroms. Die Schweizerische Energie-Stiftung stützt sich deshalb auf einen Wert von ca. 100 g/kWh Atomstrom.

Je nach Herkunft des Urans, sind die Emissionen unterschiedlich stark. Ironie der Geschichte ist, dass Kohlekraftwerke betrieben werden, um den Rohstoff abzubauen und zu verarbeiten. Es werden allein für den Uranabbau in Arlit (Niger) 400.000 Tonnen Kohle jährlich eingesetzt. Uran aus Namibia wird regelmäßig über Hamburg nach Narbonne in Süd-Frankreich zur Weiterverarbeitung transportiert. Bei der dortigen chemischen Verarbeitung, ein notwendiger Schritt hin zur Fertigung von Brennelementen, entsteht Atommüll, dieser soll in einer neuen Anlage THOR verbrannt werden, dafür müssen 5.700 Tonnen Steinkohle pro Jahr verfeuert werden. Ca. 40% des Strom-Mixes, den Urenco für die Anreicherung seines Urans nutzt, stammt aus Hambacher Braunkohle.

Atommüll kommt nicht nur aus dem Atomreaktor, sondern entsteht bereits bei jeder Etappe der Brennelementefertigung. Dafür gibt es keine Lösung. Der CO2-Ausstoß im Zusammenhang mit der Entsorgung von Atommüll ist unbekannt, dürfte aber in den kommenden Jahren in die Höhe schießen. Frankreich will beispielsweise ein Lager in tiefen geologischen Tonschichten in Bure (Lothringen) bauen. Geplant sind 300 Km unterirdische Stollen. U.a. 275 000m3 Beton für die Befestigung der Gänge sind nötig. Das ist energie- und CO2-intensiv!
Atomkraft bremst den Ausbau der erneuenbaren Energien. Der Subventionshahn (Euratom-Gelder, Forschung) muss geschlossen werden. Das Geld muss in die Erneuerbaren investiert werden.

Es kann nur heißen: Atomkraft Schluss! System Change ist bitter nötig.

Eichhörnchen


Don't nuke the climate, Uranzugblockade Buchholz 2016

Quellen / Literaturhinweise:

http://urantransport.de/
https://www.focus.de/wissen/klima/tid-13427/atomkraft-die-co2-luege_aid_372528.html
https://www.freitag.de/autoren/evastegen/hambacher-braunkohle-fuer-uran-zentrifugen
http://www.bund-rvso.de/akw-und-klimaschutz.html
http://www.bund-rvso.de/thorium-reaktor-fluessigsalz-klein.html
http://www.bund-rvso.de/nuklearia-nuclear-pride-neue-akw-propaganda.html
http://www.stromundklima.ch/images/stories/pdf/schlussbericht_co2_schweizer_strom_d_17_7_2009.pdf
https://www.ausgestrahlt.de/informieren/energiewende/atomkraft-schutzt-das-klima-nicht/
https://www.bundestag.de/resource/blob/406432/70f77c4c170d9048d88dcc3071b7721c/wd-8-056-07-pdf-data.pdf
https://www.oeko.de/oekodoc/318/2007-008-de.pdf

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