Aktuell gibt es in Hamburg eine Kampagne gegen Atomtransporte durch den Hafen. AktivistInnen sind regelmäßig zur Beobachtung der von den Behörden geheim gehaltenen Transporte unterwegs.  Sie sammeln und veröffentlichen Hintergrundinformationen. Darüber hinaus führen sie hin und wieder spekatakuläre Aktionen durch, um das Thema in die Öffentlichkeit zu tragen.

Im Herbst 2015 wird es öffentlich angekündigte Aktionen entlang der Transportstrecke geben! Zum Aufruf

Update 28.5.: Aus Anlass des Schiffbrandes "Purple Beach" in der Nordsee, der uns die Gefahren solcher Transporte wieder ein mal vor Augen führt,  ein Link zu einem guten Artikel, das sich mit den Gefahren von Gefahrguttransporten und insbesondere Atomtransporten auf hoher See, beschäftigt. Zum Artikel "Was wäre wenn in Hamburg? " Die "purple Beach" ist kein unbekanntes Schiff. Der Frachter wurde in der Vergangenheit bis 2013 von der Hamburger Firma MACS regelmäßig für Atomtransporte (Uranerzkonzentrat aus Namibia) eingesetzt.

Ticker zum Urantransport

Urantransport in Hamburg
Der Zug ist am 28. Mai aus Hamburg los gefahren. Eine extrem gefährliche Mischung ist auf Reise gegangen. In Hamburg wurden die 14 Container Uranerzkonzentrat mit 32 (!!!!) Behälter Uranhexafluorid (UF6)! In Kontakt mit Luft und Wasser bildet UF6 extrem  gefährliche ätzende giftige Flusssäure!  Die UF6 Behälter wurden möglicherweise mit dem Schiff Atlantic Conveyor am 26. Mai angeliefert.
Die Uranerzcontainer sind für Narbonne Malvési bestimmt. Die UF6 Behälter sind zur Urananreicherungsanlage nach Gronau (NRW) gefahren, deren Ankunft wurde am 29. Mai um 17 Uhr in Gronau beobachtet. Auf der Homepage urantransport.de gibt es aktuelle Infos zu den UF6 Transporten zu der UAAA Gronau

Bild rechts: UF6 Behälter in Hamburg-Süd am 28. Mai
Bild unten: Zug in Hagen Vorhalle am 29. Mai

alternative Hafenkonferenz

Über die Atomtransporte über den Hamburger Hafen gibt es am kommenden Samstag auf der alternativen Hafenkonferenz eine Reihe Vorträge! Die Konferenz findet in SOAL e.V., Große Bergstraße 154, 22767 Hamburg - zum Programm.

Ich berichte über die Uranfabrik in Narbonne-Malvési (das Ziel der Uranerzkonzentrattransporte) und den Widerstand dagegen in Frankreich. (Update 30.5.: Präsentation als PDF)

An dieser Stelle auch der Hinweis auf ein Filmprojekt über Atomkraft in Süd-Afrika, das Unterstützung verdient.

Vorstellung des Filmprojektes über Atomkraft in Süd-Afrika

Seit Oktober 2014 haben wir, drei Filmemacher aus Norddeutschland, bereits zwei Recherchereisen in Südafrika hinter uns und gemerkt, dass wir ein spannendes und hochaktuelles Thema am Wickel haben. Südafrika steckt aktuell in einer der schlimmsten Energiekrisen. Bei notwendigen Wartungsarbeiten an Kohlekraftwerken müssen, um einen kompletten Netzzusammenbruch zu verhindern, Energieverbraucher abgeschaltet werden, da die Leistungskapazität nahezu identisch mit der der Verbraucher ist. Dies bedeutet immer wiederkehrende Stromausfälle, die laut Aussage der Deutschen Handelskammer das Wirtschaftswachstum in Südafrika erheblich beeinträchtigen und insbesondere für Klein- und Mittelständer einen hohen Verlust bedeuten. Deutscher Wissens- und Technologietransfer im Bereich der Erneuerbaren Energien könnte in der Zukunft eine große Rolle spielen, jedoch gibt es einen politischen Willen, das Problem anders zu lösen: mit Atomkraft. Von dieser Seite ist geplant, die komplette Produktionskette in Südafrika wieder anzukurbeln, vom Uranabbau über die Anreicherung bis hin zur Energiegewinnung. Angeblich gibt es bereits unterschriebene Verträge für den Bau von 5-7 Atomreaktoren, niemand weiß es so ganz genau.

Was Uranabbau bedeutet und welche Folgen er für Umwelt und Bevölkerung hat, haben wir uns ebenfalls angeschaut, um einen Film insbesondere für Länder zu produzieren, die den Abbau von Uran in Zukunft planen oder aber weiterhin auf die Atomkraft setzen. Südafrika gilt als "großer Bruder" anderer afrikanischer Länder was bedeutet, dass der Weg, für den sich Südafrika entscheidet, richtungsweisend für weitere afrikanische Länder sein wird. Ein kleiner Keim des Widerstandes, den wir ebenfalls begleiten konnten, gegen die atomaren Pläne ist am wachsen und braucht dringend solidarische Unterstützung!

Der Trailer über die Auswirkungen von Uranabbau, Atompläne und Widerstand ist bereits fertig, Teil- und Gesamtdokumentation sollen Mitte des Jahres folgen:
www.ujuzi.de/legacywarnings

Wir freuen uns sehr, wenn Ihr diesen Trailer weiter in eurem Freundes- und Bekanntenkreis streuen könnt, um dieses Thema, was gar nicht so weit weg von uns allen ist, wie es auf dem ersten Blick scheinen mag, in die Öffentlichkeit zu tragen. Da das Projekt zum größten Teil aus unserer eigenen Tasche finanziert wurde, freuen wir uns über Unterstützer und eine Kontaktaufnahme mit uns.

Spendenmöglichkeit
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Ausgehend von dem Projekt graswurzel.tv ist der moving media e.V. gegründet worden. Ziel des Vereins ist die Förderung der Volksbildung u.a. mit Hilfe von Videodokumentation. In Lüneburg wurde dem Verein die Gemeinnützigkeit anerkannt und daher ist er zur Ausstellung von Spendenbescheinigungen berechtigt. Wenn ihr unsere Arbeit unterstützen wollt, könnt ihr hierfür folgendes Konto verwenden, aktuell Bedarf es eine Refinanzierung der Recherchereisen nach Südafrika:

moving media e.V.
IBAN DE94430609672042260600
BIC GENODEM1GLS
Stichwort: Urandokumentation

Herzliche Grüße,
Jean Jacques Schwenzfeier, Jonathan Happ, Katja Becker
www.ujuzi.de