ROBIN WOOD hat sich heute mit einem offenen Brief an Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan gewandt und die Untätigkeit seiner Behörde beim Vorgehen gegen Atomtransporte durch Hamburg kritisiert. ROBIN WOOD fordert die Sperrung des Hamburger Hafens für Atomtransporte. Morgen wird es im Rahmen eines überregionalen Streckenaktionstages Proteste gegen Urantransporte in Hamburg-Wilhelmsburg und auf der Veddel geben.

Durchschnittlich alle zwei Tage fährt ein Atomtransport mitten durch die Millionenstadt Hamburg. Transportiert werden Stoffe, die für die Herstellung von Brennstoff für Atomkraftwerke eingesetzt werden. Diese Transporte sind zugleich Lebensader und Achillesferse der Atomindustrie.

„Uns reicht es schon lange, doch ein Ausstieg ist nicht in Sicht, und die Atomindustrie fährt fort, die Erde zu verseuchen“, sagt Cécile Lecomte von ROBIN WOOD. „Uran wird abgebaut, umgewandelt, angereichert, in Brennelemente gepresst, zu Atomkraftwerken transportiert und in hochradioaktiven Müll verwandelt. Täglich fährt die strahlende Fracht um die Welt, um Atomanlagen mit Brennstoff zu beliefern. Hamburg ist noch immer der Dreh- und Angelpunkt in diesem tödlichen Geschäft. Das müssen wir endlich stoppen!“

Mit ihrem offenen Brief erinnern die Aktivist*innen Umweltsenator Kerstan (Grüne) an die Selbstverpflichtung im rot-grünen Koalitionsvertrag von 2015. Demnach wirkt der Senat darauf hin, dass relevante Hafenbetriebe auf Atomtransporte verzichten. Selbst die Beendigung von Atomtransporten durch die Unternehmen, an denen die Stadt beteiligt ist, hat Rot-Grün aber bislang nicht zustande bekommen.

Stattdessen billigen die Grünen offenbar die strafrechtliche Verfolgung von zwei Aktivistinnen, die am 11. April 2017 an der Hamburger Landesgeschäftsstelle der Grünen mit einem Banner gegen Urantransporte protestierten. ROBIN WOOD fordert die Rücknahme der Strafanträge gegen die beiden.

Außerdem verlangen Vertreter*innen der Umweltorganisation von Senator Kerstan ein öffentliches Gespräch unter Beteiligung von ROBIN WOOD darüber, was er als Umweltsenator und die Partei der Grünen gegen Atomtransporte unternommen haben und welche Ergebnisse erzielt wurden. Darüber hinaus wollen sie einen Zeitplan, welche konkreten Maßnahmen er diesbezüglich bis zum Ende der Legislaturperiode plant.

Im Anschluss an die Protestaktion im April 2017 hatten die Grünen ein gemeinsames öffentliches Gespräch zum Thema Atomtransporte durch Hamburg abgelehnt, indem sie Vertraulichkeit zur Bedingung machten. Dies aber widerspricht dem Selbstverständnis der Umweltorganisation, die es als ihre Aufgabe begreift, auf Missstände öffentlich hinzuweisen, die Bevölkerung zu informieren und für Transparenz zu sorgen.

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