(Siehe auch Bericht und Bilder zum Transport  von der Antiatom Gruppe  SAND)

Dies ist der fünfte Atomtransport von Lingen nach Olkiluoto über den Hamburger Hafen und den Nord-Ostsee-Kanal (NOK) innerhalb von wenigen Monaten. Das neue Atomkraftwerk vom Typ EPR in Olkiluoto wird – nach etlichen Skandalen, Pannen und Jahren der Verzögerung – laut finnischem Betreiber TVO voraussichtlich in den kommenden Wochen in den heißen Probebetrieb gehen. Der wirtschaftliche Betrieb soll dann laut TVO im Mai 2019 starten.

Deutschland ist dafür mitverantwortlich, dass in Europa nach Fukushima ein neues AKW in Betrieb genommen wird!

Noch sind die Brennelemente nicht im Reaktor. Noch ist es nicht zu spät. Die Lieferungen können jederzeit eingestellt werden. AktivistInnen der Hamburger Kampagne gegen Atomtransporte fordern vom Hamburger Senat die sofortige Unterbindung aller Atomtransporte und insbesondere keine Bereitstellung von Infrastruktur, die den Weiterbetrieb von Atomanlagen ermöglicht wie den Unikai, der von der HHLA betrieben wird.

Die Transporte von Lingen nach Finnland sind Gegenstand einer neuen Anfrage der LINKEN in der Hamburger Bürgerschaft. Darin wird die Verantwortung des Hamburger Senats und das Versprechen der regierenden Koalition thematisiert, mit den Hafenbetrieben über einen freiwilligen Verzicht auf Atomtransporte durch den Hafen ins Gespräch zu kommen.

Aus der Anfrage:

  • Haben mittlerweile weitere Gespräche zu freiwilligem Selbstverzicht stattgefunden beziehungsweise sind Termine vereinbart?
  • Wie steht der Senat zu der Tatsache, dass aus einer deutschen Brennelementefabrik (Lingen) neue Brennelemente in ein umstrittenes neues Atomkraftwerk (EPR) in Finnland (Olkiluoto 3) über den Hamburger Hafen geliefert werden?
  • Ist dem Senat bekannt, dass verschiedenste Mängel zu einer erheblichen Verzögerung der Bauzeit des AKW Olkiluoto führten und welche das waren?

Die Atomfabriken Gronau und Lingen, die die Versorgung von Atomkraftwerken mit Brennelementen ermöglichen, gehören ebenfalls sofort stillgelegt! Und das ist laut einer neuen Studie, die die Bundesregierung in Auftrag gegeben hat, rechtlich unkompliziert möglich.

Wir wollen Atommüll verhindern bevor er entsteht. Denn: Niemand weiß wohin mit diesem gefährlichen Müll. Und die sinnlose gefährliche Verschieberei, wie der Energiekonzern EnBW sie mit den Castoren auf dem Neckar derzeit betreibt, ist auch keine Lösung! Der nächste Castor-Transport auf dem Neckar steht für die Nacht von Montag 18.12. auf Dienstag 19.12. an.

Weitere Informationen