Conny
Conny war nicht nur ein guter Mensch (mit Ihm könnte man Pferde stehlen, aber er würde an seinem Arbeitsplatz nicht mal einen Bleistift mitnehmen, es sei denn er wüsste, dass eine Anti-Atom Gruppe den braucht), auf den man sich immer verlassen konnte, auch aus unserem Widerstand gegen Atomanlagen ist er nicht wegzudenken. Er wusste wofür und wogegen er kämpft. Seine Zuversicht und sein Wille sich gegen das unmenschliche, babylonische System zu stellen war unerschütterlich.

Conny war in der Anti-Atom-Gruppe Osnabrück, im Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen, im Orga-Team der letztjährigen Anti-Atom-Camps und darüber hinaus aktiv. Er nahm ganze Gruppen von Aktivist*innen bei sich auf und war für jede Aktion zu haben. Die Thematisierung der Brennelementefabrik in Lingen wäre ohne Conny in den letzten Jahren so nicht möglich gewesen. Ob Technik, Interview, Bündnistreffen, Blockade oder Transportbeobachtung – unermüdlich war er im Einsatz gegen Atomkraft. Conny war hilfsbereit, sympathisch und immer mit einer guten Idee da, wenn er gebraucht wurde. Viel zu viele Pläne können wir jetzt nicht mehr gemeinsam umsetzen.

Uns ist bewusst, dass alles was wir schreiben auf Menschen, die Conny nicht gekannt haben belanglos wirken mag. Alle Versuche, Worte für Todesfälle zu finden, befinden sich in diesem Dilemma. Was wir über den Einzelfall hinaus vielleicht dann doch ausdrücken können ist, dass unser Widerstand ganz maßgeblich von der Initiative, Leidenschaft und Stärke der darin agierenden Individuen abhängt und damit der Verlust jeder einzelnen Person einen bedeutenden Einschnitt darstellt – politisch und persönlich. Conny, du wirst uns fehlen.

Das Bild zeigt Conny bei der letzten Demo vor der AREVA-Brennelementefabrik in Lingen im November 2014