„Der Atomausstieg ist noch lange nicht geschafft. Die Atommüllberge wachsen. Keiner weiß, wohin mit dem ewig strahlenden Müll. Trotzdem wird noch immer Uran abgebaut, um neuen Brennstoff für Atomkraftwerke herzustellen. Von Deutschland aus wird der Atomtod weiterhin exportiert. Die Lobby legt sich ordentlich ins Zeug, um eine breite Energiewende zu verhindern. Auch Hamburg hilft dabei. Das ist unverantwortlich und muss gestoppt werden“, fordert Cécile Lecomte von ROBIN WOOD.

Allein über den Hamburger Hafen fuhren 2015 mindestens 160 Transporte mit radioaktiven Uranverbindungen. Das Uran wird in den Atomfabriken in Gronau (NRW) und in Lingen (Niedersachsen) angereichert und zu Brennelementen verarbeitet. Beide Anlagen haben eine unbefristete Betriebserlaubnis und versorgen marode Atommeiler in aller Welt – auch die Risse-Reaktoren in Belgien – mit Brennstoff.

Uranabbau führt zu irreparabler Umweltzerstörung und schweren Menschenrechtsverletzungen. Ein wichtiger Player in diesem schmutzigen Geschäft ist der französische Staatskonzern AREVA – der „Goldsponsor“ der diesjährigen Atomlobby-Tagung. Die bittere Ironie dabei: „Goldsponsor“ AREVA ist pleite. Im Endeffekt wird die Gesellschaft für diese Veranstaltung aufkommen müssen, obwohl die Mehrheit sowohl die überzogenen Gehälter einer inkompetenten Managementriege als auch die Kostenübernahme für die Atomindustrie ablehnt.

Jahrzehntelang haben die Atomkonzerne gut am Atomgeschäft verdient und sich der Energiewende verweigert. Jetzt wollen sie einen Großteil der Kosten für den Rückbau der Atommeiler und die Lagerung des Mülls der Allgemeinheit aufbürden. Die sogenannte Atomkommission empfiehlt, es den Energiekonzernen hierzulande zu erlauben, sich für rund 23 Milliarden Euro aus der Verantwortung zu kaufen. Diesen Deal hat der frühere Hamburger Bürgermeister Ole von Beust mit ausgehandelt.

„Die Allgemeinheit soll die Atomindustrie retten und für deren Müll und das tägliche Restrisiko zahlen, während die Manager jahrzehntelang Gewinne für sich privatisiert haben. Wir werden ihnen einen dicken Strich durch die Rechnung machen!“, verspricht ROBIN WOOD-Aktivist Christoph Podstawa.

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Bild oben: Quelle Robin Wood

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