" Für die drei größten deutschen Kohlekraftwerke - das sind alles Braunkohlekraftwerke, unter anderem die Kraftwerke Jänschwalde, Niederaußem und Lippendorf - hat diese Studie ermittelt, dass jedes Jahr über 9000 Lebensjahre verloren gehen und das entspricht 850 vorzeitigen Todesfällen, die durch diese Kohlekraftwerke im Jahr 2010 verursacht wurden" so Gerald Neubauer von Greenpeace gegenüber Deutschlandfunk heute. Das Interview ist auf der DLF-Homepage nachzulesen. Dem ist nicht viel zuzufügen. Kohlekraft tötet! Widerstand gegen diese Energieform ist notwendig. Nicht nur der Gesundheits- und Klimaschäden wegen. Auch weil es sich dabei um eine zentralisierte Energiequelle handelt und Entscheidungen so wie schon bei der Atomkraft immer über die Köpfe der Menschen hinweg getroffen werden. Allein in Hamburg ear 2010 einedreimonatige Baumbesetzung nötig, um Vattenfall klar zu machen, dass die Fernwärmetrasse vom Kohlekraftwerk ohne Anhörung und Beteiligung von Umweltverbände nicht durchführbar ist. inzwischen ist die Fernwärmetrasse vom Tisch.

Doch das Kohlekraftwerk wird weiter gebaut. Wann und mit welcher Leistung das Kraftwerk in Betrieb genommen wird, ist ungewiss. Verspätung musste Vattenfall wegen der Protestaktionen aber auch wegen rissigem Stahl im Kessel hinnehmen. Der Konzern bereitet die Inbetriebnahme vor, um wenigstens einen Teil der irrsinnigen Investition wieder rein zu fahren. Doch rentabel wird das Kraftwerk nicht mehr. Die Suppe ist versalzt!

Durch die fehlende Wärmeproduktion entgehen dem Betreiber Kraftwärmekopplungs– Zulagen und Vergünstigungen bei CO2-Zertifikaten in der Größenordnung von bis zu 80 Mio. € für ein etwaiges Betriebsjahr. Das ist ein Erfolg des Kampfes gegen die Moorburgtrasse!

Außerdem sinkt die Zahl der für die Rentabilität so wichtigen Volllaststunden mit jeder in Norddeutschland in Betrieb genommenen Windanlage. Das Kohlekraftwerk Moorburg muss bei ausreichend Wind, wie jedes andere AKW oder KoKW immer wieder runter gefahren werden. Zentralismus macht weiter den Bau von neuen Hochspannungsleitungen notwendig. Der Ausbau kommt - glücklicherweise – nicht schnell voran. Der CO2 Ausstoß eines 1600 Megawatt Steinkohlekraftwerkes entspricht den jährlichen Abgasen von mehr als 1,4 Millionen PKW - mehr als das Doppelte des gesamten Straßenverkehrs in Hamburg. In diesem Hinblick kann der Kampf gegen die neuen Hochspannungsnetzen ein guter Ansatz im Kampf gegen Kohlekraftwerke sein!
Die Zukunft ist erneuerbar und dezentral. Besetzt Bäume! Leistet Widerstand gegen Klimakiller!kommt zur Elbblockade nach Hamburg am 10. Mai 2013. Ich werde mich mit Robin Wood auf einem Floss beteiligen.

Eblblockade: der Aufruf

Elbblockade

Moin, moin,

Hier gehts um die bisher wichtigste Aktion von gegenstrom 13. Eine Schiffsdemo mit zentraler Kundgebung bei den Landungsbrücken, unmittelbar beim alternativen Hafengeburtstag

Freitag 10.5.13 ab 15:30 Uhr.
Dann wollen wir eine symbolische Blockade der Elbe auf der gesamten Flußbreite über 1,5 Stunden machen – siehe auch Logo. Die Demo inkl. Kundgebung wurde offiziell angemeldet.

Wir müssen mindestens 30 Schiffe und Boote werden, um die Blockade geschlossen aufstellen zu können. Je mehr, desto kräftiger der Ausdruck!

Ahoi!

Keine Kohle aus Kolumbien nach Moorburg – stopp Vattenfall

Schiffsdemo / symbolische Elbblockade Fr.10.05.13, ab 15:30 Uhr

Liebe SchipperInnen und Schipper,
Hiermit laden wir euch aufs herzlichste zu unserer Aktion beim nächsten Hamburger Hafengeburtstag ein.
Schon aus Sicherheitsgründen, abr auch um vielen die Teilnahme zu ermöglichen, wurde das ganze offiziell als Demonstration angemeldet.

Unser Anlass

Das Kohlekraftwerk Moorburg soll Anfang 2014 ans Netz gehen – mit gravierenden, unmittelbaren ökologischen Folgen für die Elbe, aber auch für angrenzende Stadtteile, wie Wilhelmsburg.

In Moorburg würde dann der verheerende Klimawandel erheblich produziert werden. Mit bis zu 9 Mio. Tonnen CO2 würden allein Hamburgs Emissionen mehr als verdoppelt.

Die Bevölkerung im globalen Süden ist vom Klimawandel am härtesten betroffen. Aber auch für Europa und Norddeutschland – vor allem für die nachfolgenden Generationen – sind die Folgen des Klimawandels weitgehend unkontrollierbar und absehbar fatal.

Massengutfrachter der Panamax-Klasse sollen gigantische Mengen von der extrem klimaschädlichen Steinkohle für Vattenfall antransportieren, bei Volllastbetrieb alle 4 Tage ein Frachter mit 60.000 Tonnen.

Diese Kohle würde überwiegend aus Kolumbien kommen, wo ein blutiger Bürgerkrieg geführt wird. Dort wird gerade auch für den Kohleabbau massiv vertrieben und gemordet. Schon heute sind ganze Regionen deswegen auch ökologisch zerstört. Die nächsten riesigen „Claims“ werden gerade abgesteckt. Das Ganze letztlich im Interesse von hier operierenden Energiemultis, wie Vattenfall. Proteste und Widerstand dagegen gibt es reichlich in Kolumbien, sie werden aber von der Weltöffentlichkeit kaum wahrgenommen, auch weil Informationen systematisch unterdrückt werden.

 Wir wollen zusammen ein Zeichen setzen

Beim Hafengeburtstag feiert sich Hamburg als maritime weltoffene Metropole. Im Fischbrötchenrausch wird jedoch verdeckt, dass der Hafen ein wichtiges Drehkreuz im weltweit organisierten Rohstoffhandel darstellt. Das „Tor zur Welt“ ist reine Propaganda: Dicht für Flüchtlinge aber sperrangelweit offen für alle schmutzigen Brennstoffe – unter den von den Profiteuren diktierten Bedingungen. Die Elbe, der Hafen ist deswegen auch der Ort des Protests gegen den globalisierten wie untransparenten Steinkohlehandel. Und auch um praktische Solidarität mit denen auszudrücken, die in Kolumbien und im Rest der Welt die Folgen dieses schmutzigen Geschäfts zu tragen haben.

Vattenfall hat auch keinerlei Berechtigung unsere Elbe bis „kurz vorm Kippen“ aufzuheizen, ebenso wenig, wie ganze Stadtteile mit ihrem Moorburgdreck zu belasten.

In diesem Sinne: Setzt die Segel, seit dabei – Hafengeburtstag
– wir sind Gegenstrom.13!
Gemeinsam können wir so ordentlich „gegenströmen“, dass wir davon noch gerne unseren Kindern und Enkeln erzählen werden…wenn mal Flaute ist…
und wir gerade vor der „Industrieruine Kohlekraftwerk Moorburg“ rumdümpeln…

Ahoi !

Interessant: In Hamburg scheint das Demonstrationsrecht auf Wasser zu gelten, die Demo Elbblockade ist angemeldet und von den zuständigen Behörden bestätigt worden. In Dortmund stehe ich derzeit vor Gericht, weil  ich in Münster eine "bundeseigene Schiffahrtsanlage" angeblich zum Demonstrieren gegen ein Atommüllschiff fehlbenutzt habe und das soll außerdem eine Grob ungehörige Handlung sein... Wie absurd!