Die Geschichte der Atomkraftnutzung ist ein Ausdruck katastrophalen Versagens: Am 26. April 1986 zerriss eine mächtige Explosion den Block 4 des Atomkraftwerks Tschernobyl in der Ukraine. Weite Gebiete wurden verstrahlt, über eine Million Menschen mussten evakuiert werden, Hunderttausende Menschen sind in Folge der Katastrophe gestorben oder erkrankt. Knapp 25 Jahre später hat sich bereits der nächste katastrophale Unfall ereignet: die Havarie der Reaktoren in Fukushima, die noch immer außer Kontrolle sind und durch die weiterhin große Mengen an Radioaktivität freigesetzt werden. Niemand kann ausschließen, dass ein ähnlicher Unfall nicht auch in einem deutschen Atomkraftwerk passiert. Die gemeinsam von Vattenfall und E.ON betriebenen AKWs sind Siedewasserreaktoren - genauso wie das AKW Fukushima.

Viele Haushalte im Lüneburger Raum beziehen ihren Strom noch bei E.ON-Avacon, einer Tochter des E.ON-Konzerns. „Bilder von glücklichen Kindern, denen unendliche Energie für immer zugesichert wird, strahlen in Lüneburg von EON-Werbeplakaten und prägen das Stadtbild. Dabei verkleistern die E.ON-Werbestrategen, welche Zukunft der Konzern diesen Kindern eigentlich schenkt: eine radioaktiv strahlende Zukunft“, sagt ROBIN WOOD-Aktivistin Cécile Lecomte. „Die Stadt Lüneburg ist stolz auf ihre Geschichte. Der alte Kran am Hafen ist ein Wahrzeichen dafür. Über ein solches Erbe freut man sich, aber über ein atomares Erbe? Was werden die künftigen Generationen dazu sagen?“

E.ON ist nicht nur AKW-Betreiber, sondern auch an dem Unternehmen Urenco beteiligt, das wiederum die Urananreicherungsanlage in Gronau betreibt. Die Gronauer Anlage wurde in den letzten Jahren erweitert, um noch mehr AKWs weltweit mit Brennelementen zu versorgen. Der Uranbergbau findet unter katastrophalen Bedingungen statt. Seit 1996 wurden 30.000 Tonnen abgereicherter Uranmüll von Gronau nach Russland geliefert, wo der gefährliche Strahlenmüll unter offenem Himmel lagert.

„E.ON setzt weiter auf die hochriskante, menschenverachtende Atomenergie und behindert damit den Umstieg auf erneuerbare Energien. Damit ist E.ON ein Teil des Problems und nicht der Lösung für unsere zukünftige Energieversorgung“, sagt Lecomte. „Deshalb appellieren wir an alle LüneburgerInnen, zu einem Ökostrom-Anbieter zu wechseln und mit uns für den sofortigen Atomausstieg zu streiten.“

Eine gute Gelegenheit, gemeinsam mit vielen Tausend anderen AtomkraftgegnerInnen für die Abschaltung aller AKWs aktiv zu werden, bietet sich am Ostermontag. Aus Lüneburg werden Busse nach Krümmel organisiert. Abfahrt ist am 25. April um 11 Uhr am ZOB Lüneburg. Ausführliche Informationen unter: www.krümmel.tschernobyl25.de und www.robinwood.de/energie

Pressemitteilung von Robin Wood

Presse-echo: NDR Lüneburg - Landeszeitung (nicht online) - Abendblatt