Urantransport in Münster durch Kletteraktion gestoppt!
Par eichhörnchen le mardi 8 mai 2012, 09:00 - Aktionen - actions - Lien permanent
Wieder mal etwas Luftakrobatik gegen
den Export von giftigem radioaktivem Urannmüll von der Urananreicherungsanlage
Gronau nach Frankreich am Montag: 6 Menschen in den Bäumen, zahlreiche
DemonstrantInnen auch am Boden und ca. 9 Stunden "Hängeparty". Wir wurden gegen
19-20 Uhr aus den Bäumen geräumt und der Zug fuhr gegen 21 Uhr an der
Blockadestelle durch.
Eichhörnchen ist schön müde, ein ausführlicherer Bericht folgt noch. Hier schon mal die am gestrigen Tag verschickte Pressemitteilung unserer Aktionsgruppe. Und kleiner Hinweis auf die Spendenkonto für die Aktion, die Polizei hat den 6 KletteraktivistInnen das Klettermaterial als "Beweismittel" beschlagnahmt. Sie freuen sich auf Solidarität zum weiter klettern für eine bessere Welt.
Abgeseilte Aktivist_innen fordern Stilllegung der
Urananreicherungsanlage Gronau
Am heutigen Montag ist etwa um 12 Uhr erneut ein Zug mit abgereichertem
Uranmüll aus der Urananreicherungsanlage Gronau aufgebrochen. Zwischen den
Bahnhöfen Münster-Häger und Münster-Zentrum-Nord seilten sich mehrere
Aktivist_innen von Bäumen ab. Der Urantransport steht vor der Protestaktion.
Mit ihrer Aktion wollen die Anti-Atom-Aktivist_innen die geheimen Transporte
nach Pierrelatte in Frankreich öffentlich machen und den Export von Atommüll
stoppen.
Parallel zu der Luftblockade stehen in Greifswald zwei Robin-Wood-Aktivist_innen vor Gericht, weil sie mit einer Ankettaktion einen Castor nach Lubmin um mehrere Stunden aufhalten. Auch die Kletteraktivist_innen in Münster fordern einen Freispruch: „Kriminell ist die Atomindustrie – nicht die Menschen, die sich für eine umweltfreundlichere Energieversorgung einsetzen.“
Hintergrund:
Bis 2009 wurde der abgereicherte Uranmüll als Wertstoff deklariert nach Russland verschifft. Nach zahlreichen Blockaden, Mahnwachen und öffentlichen Protestaktionen in Deutschland und
Russland wurden diese Transporte eingestellt. Keiner weiß wohin mit dem Müll. Jetzt wird er nach Frankreich gebracht zur Dekonversionsanlage, dort soll das gefährliche Uranhexafluorid in das
stabilere Uranoxid zum Zweck der Zwischenlagerung umgewandelt werden. Atommülltourismus quer durch Europa löst jedoch nicht das Atommüllproblem.

Spenden:
Aktionsbündnis Münsterland
Kontonummer: 357 730 701
Bankleitzahl: 401 646 18 (Volksbank Wettringen)
Betreff: Luftblockade
Ein bisschen Presse-echo (habe längst nicht alles gelesen..)
Bildern von aaa - WN - WN-Fotostrecke - MZ (mit Bildstrecke) - Ahlener Zeitung - Kuvi - wdr - derwesten - TAZ - die Glocke - blockmin - NTV - WN (vom 9.5.) - MZ (vom 9.5.) - ZDF (13Min)
Commentaires
Merci bien!
Und pass auf dich auf, Eichhörnchen!
Liebe Frau Lecomte,
ich bin froh, dass es Personen wie Sie gibt, die sich durch waghalsige Protestaktionen gegen eine militärische und zivile Nutzung der Atomenergie einsetzen. Allerdings halte ich diese Aktion, die Sie und ihre Mitstreiter durchführten für grob fahrlässig.
Einer der zahlreichen Gründe, sich gegen die Atomlobby zu erheben, ist der Schutz der Natur sowie der nachfolgenden Generationen. Gerade dies, haben Sie aber nicht getan.
Da ich nicht weiß, wie gut Sie das Münsterland kennen, möchte ich Ihnen etwas über die Schulstandorte erzählen. Die Bahnstrecke, welche Sie blockierten, dient sehr vielen Schülerinnen und Schülern als Schulweg, sie nutzen diese an Schultagen täglich um zur Schule und wieder nach Hause zu kommen. Allerdings fiel der Zeitpunkt der Blockade ziemlich passgenau auf den Schulschluss der einzelnen Schulkinder. So konnten diese Kinder nicht nur nicht ihren Nachhauseweg antreten, sondern wurden gleichzeitig gezwungen mit Ersatzbussen nach Altenberge zu fahren, wo der zu blockierende Transport halten musste.
Wir alle wissen, dass solche Transporte, ähnlich wie ein Castortransport, eine überdurchschnittliche Strahlenbelastung darstellt. Deswegen fällt es leider in Ihre Verantwortung, dass nicht nur die Schulkinder aus weiten Teilen des Münsterlandes masssive Probleme hatten, zurück zu ihren Familien zu kommen, sondern auch das dieser Zug, welcher verstrahltes Material von Gronau nach Frankreich transportieren sollte, die Kleinstadt Altenberge nicht verlassen konnte.
Deswegen bitte ich Sie inständig, Ihren Protest nicht einzustellen, sich aber bei nächsten Aktionen besser zu informieren, ob Sie nicht auch den Menschen schaden, denen Sie eigentlich helfen wollen.
Hallo Xander,
die Sorge um die Schulkinder ist mehr als berechtigt! Allerdings möchte ich nicht denjenigen die diese unverantwortliche Gefährdung ans Licht zerren die Schuld zuweisen sondern den wirklich Verantwortlichen. Das gemeine ist doch daß diese Züge seit Jahren immer wieder an den Schulkindern vorbeidonnern, mitten am Tag und durch Hunderte von Bahnhöfen auf dem Weg nach Frankreich. Eben auch durch Altenberge.
Ausserdem hätte der Uranzug am Montag ja auch auf freier Strecke irgendwo zwischen Altenberge und Münster stehen können, die Strecke war ja gesperrt. Diese unverantwortliche Entscheidung hat die Bahn so getroffen.
Leider haben die vielen Proteste der letzten Jahre im Münsterland keine Wirkung gehabt. Nur wenige Leute nehmen die permanente Bedrohung durch die Atomanlage in Gronau und die damit verbundenen Transporte überhaupt wahr. Die Kletteraktion scheint mir trotz der ärgerlichen Folgen für die Fahrgäste deshalb angemessen zu sein! Meine eigenen Kinder waren zwar nicht direkt betroffen, aber ich hätte selbst dann viel Verständniss gehabt.
Da Sie diese Transporte ja offensichtlich auch Ablehnen schlage ich vor sich direkt an die wirklich Verantwortlichen zu wenden, mit Briefen besorgter Eltern an die Atomfirma, an unsere Volksvertreter, an Polizei und Feuerwehr (die wissen ja nicht mal was sie machen können falls so ein Zug mal verunglückt!). Vielleicht finden Sie ja auch andere Eltern oder Anwohner die dabei mitmachen.
Liebe Grüße an das Eichhörnchen, Eure Aktion war leider nötig!