Hintergründe

Quelle der Übersetzung: de.indymedia.org

Am 20. November gab es erneut eine Hausdurchsuchung in der Privatwohnung einer Genossin in Mandres-en-Barrois, im Zusammenhang mit dem Widerstand gegen das geplante Atommüllendlager CIGEO. Seit diesem Sommer häuft sich das repressive Vorgehen der Gendarmerie gegen die Proteste, die seit 2016 mit vielfältigen Besetzungen und Demos immer sichtbarer wurden. Derzeit dominieren leider Verurteilungen, Schikanen, willkürliche Festnahmen, Razzien und Übergriffe das Bild. Doch in den kommenden Tagen und Wochen wollen zahlreiche Initiativen, die gegen unnütze Großbauprojekte des Kapitals in Frankreich aktiv sind, dezentrale Aktionstage gestalten, um wieder in die Offensive zu kommen...

Nicht wie bei der Durchsuchungswelle am 20. September, bei der 2 Zentren und 4 Privatwohnungen gestürmt wurden und bei der über 150 Militärbullen im Einsatz wahren, kam das Durchsuchungskommando am 20. November um 16 Uhr. Die Razzia galt einer "Eule" (Selbstbezeichnung der Genoss_innen vorort) die im Dorf Mandres-en Barrois in einem kleinen Haus lebt.
Der Beschluss eine Einzelperson am hellichten Tag mit drei Wannen und vier Gendarmerie-Autos zu Hause festzunehmen wurde mit "Beleidigung" begründet. Details über Beschlagnahmen gab es nicht. Die Freundin wurde in Gewahrsam genommen und nach Commercy zur Wache gebracht. Am frühen Abend wurde sie wieder entlassen.

Die Razzia reiht sich nahtlos in das repressive Verfahren des französischen Staates der letzten Monate ein. Immer wieder gab es in und um Bure Verhaftungen auf offener Straße, teils mit gezogenen Waffen. Der Alltag wird für viele der kämpfenden Menschen vorort als "unerträglich" bezeichnet, so permanent sind die verschiedenen Dienste – und derzeit die mörderische Bereitschaftspolizei aus Toulouse – mit Schikanen und Kontrolle beschäftigt. Dies betrifft auch insbesondere die Waldbesetzung, wo in den vergangenen Wochen immer wieder Spannungen durch den Staat provoziert wurden.
Doch auch vor den Gerichten geht alles gegen den Protest. So wurde in Bar-le-Duc vergangenen Monat der Bauer Jean-Pierre, der seinen Traktor und Viehhänger für die noch immer bestehende Waldbesetzung verlieh, zu 2 Monaten Haft auf 6 Jahre Bewährung verurteilt. Wegen Beleidigung läuft derzeit ein weiterer Prozess gegen einen anderen Bauern (der Oberst Dubois als "Scheißefresser" bezeichnet haben soll). Eine weitere Eule soll wegen Diffamierung des selben Bullen vor Gericht, da sie öffentlicht machte, dass sie bei ihrer Festnahme stark gewürgt wurde.

Nach den Großrazzien des 2o. September, bei der es um die Verfolgung einer "Kriminellen Vereinigung" geht, sammeln sich somit zahlreiche Verfahren von Beleidigungen bis Widerstand, bei denen es viel Support und Ausdauer brauchen wird. Infolge der schweren Ausschreitungen von Februar und August scheint der Staat mit noch mehr Härte das Projekt der Endlageragentur ANDRA und des Strohmkonzerns EDF durchsetzen zu wollen. Ein heißer Winter steht uns bevor.
Für den Winterbeginn veranstalten die Zusammenschlüsse der ZAD und ZAD-ähnlichen Projekte in Frankreich eine Kampagne gegen Repression und für solidarische Strukturen mit Aktionen in vielen Städten und Flecken. Hier ein kleiner Ausschnitt:

Gegen den neuen Autobahnring-West in Kolbsheim bei Strasbourg gibt es am 25. November einen Spaziergang mit Baumpflanzungen.

Am 26. November gibt es auf der ZAD in NDDL eine großen Protestspaziergang gegen das berühmte Flughafenprojekt

Am 6. Dezember ist ein Dezentraler Aktionstag geplant - haltet euch auf dem laufenden

Angesichts der in der Meuse weiterhin massiven Repression, steht sichtbare Solidarisierung dringlichst an. Wir haben uns ja immerhin unter anderem vorgenommen das CIGEO-Atommüll-Projekt – das vermutlich wirkungsvollste und gefährlichste Industriegroßprojekt in Mitteleuropa – zu verhindern!

Mehr Infos: https://de.vmc.camp/ |