Der Atomfrachter „Link Star“ der finnischen Rederei „Godby Shipping“ hat am Samstag 18.11.17 gegen 08 Uhr den Unikai der HHLA im Hamburger Hafen verlassen. An Bord befinden sich frische Brennelemente aus der AREVA (ANF) Uranfabrik Lingen (Niedersachsen). Diese sind für das noch nicht in Betrieb genommene Atomkraftwerk im Finnischen Olkiluoto bestimmt. Das ist der dritte Atomtransport von Lingen nach Olkiluoto über den Hamburger Hafen und den Nord-Ostsee-Kanal NOK innerhalb von zwei Monaten. Das neue AKW vom Typ EPR in Olkiluoto geht Ende dieses Jahres in den heißen Probebetrieb. Deutschland ist damit mitverantwortlich das in Europa ein neues AKW nach Fukushima wieder neu in Betrieb genommen wird! Zur Zeit (18.11. 12:30 Uhr) befindet sich das Schiff in der Einfahrt in den NOK in der Schleuse in Brunsbüttel. Hamburger Atomkraftgegner*innen fordern vom Hamburger Senat die sofortige Unterbindung aller Atomtransporte und insbesondere die Einstellung der Bereitstellung von Infrastruktur zum Betrieb von Atomanlagen wie den Unikai der mit der HHLA betrieben wird.

Die Stilllegung der Atomfabriken Gronau und Lingen, die die Versorgung von Atomkraftwerken mit Brennelementen ermöglichen, gehören ebenfalls sofort stillgelegt!

Und es geht hier um politischen Wille! Seit Jahren versprechen diverse Politiker*innen die Schließung der Urananreicherungsanlage Gronau. Ihr Versprechen setzen sie allerdings nicht um. Bund und Land schieben die Verantwortung hin und her um den Eindruck zu vermitteln, man wolle etwas unternehmen, könne aber nicht. Das ist Heuchelei um sich aus der Verantwortung zu ziehen. Laut neuem Rechtsgutachten im Auftrag der scheidenden Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) wäre aber die Stilllegung der UAA Gronau und der Brennelementefabrik Lingen nicht verfassungswidrig. (Gutachten des BMUB, Analyse von Ausgestrahlt). Druck mit Protestaktionen auf der Straße, Schiene oder im Wasser ist bitter notwendig! Atomausstieg ist möglich.

Eine weitere Lingener Atomanlage sorgte diese Woche für Schlagzeilen: Mitte der Woche wurde durch das zuständige Ministerium bekannt gegeben, dass es im AKW Lingen 2 eine erneute Panne gegeben hat. Diesmal ging es um eine Leckage im Nebenkühlwassersystem. „Das Nebenkühlwassersystem ist ein kombiniertes System, das zur Wärmeabfuhr aus der Anlage sowohl im Normalbetrieb zum Beispiel von betrieblichen Einrichtungen wie etwa Klimaanlagen als auch bei Störfällen genutzt werden kann“, so das Ministerium. Erst Ende Oktober war es im AKW Lingen 2 durch eine defekte Sicherung in einem Spannungsregler zu einem Ausfall von Teilen der Brandmeldeanlage gekommen. Als Folge waren mehrere Brandmelder nicht verfügbar.