"Französische" Doppelblockade am Schwarzbau Gorleben
Par eichhörnchen le mardi 10 avril 2012, 09:27 - Aktionen - actions - Lien permanent
Im
Rahmen der Kampagne « gorleben365 » hat am 7. April 2012 eine Gruppe von 30
FranzösInnen vom Anti-Atom-Netzwerk « Sortir du nucléaire » und dem «
Widerstandshaus Bure » die sechs Tore des Gorlebener « Erkundungs bergwerk »
zweimal blockiert. Mit dieser Aktion wollten sie versuchen, den regulären
Verkehr des Endlagers zu stören, indem sie den Schichtwechsel
behinderten.
Das Eichhörnchen war auch dabei. Das wetter - Schneeregen - spielte nicht so
wirklich mit. Ansonsten war es eine ganz entspannten Blokade. Wenn der Castor
kommt verhält sich die Polizei deutlich aggressiver...
Erfahrungsaustausch und Wissenstransfer standen für mich im Vordergrund. Jetzt
wissen viele Menschen wie eine Blockade mit "Tripods" funktioniert. Im Sommer
will ich mich auf dem Weg nach Le Chefresne machen, wo die Bäume gegen
den Bau einer Hochspannungsleitung für einen neuen Atomreaktor immer noch
besetzt sind!
Der Widerstand gegen Atomkraft kennt keine Grenzen !
Ich dokumentiere hier einen Ausszug aus der Pressemitteilung der Gruppe vom
9.4.2012. Im Anschluss, zwei Videos, die Blockadeaktionen mit einem Tripod
zeigen.
Schon ab 7 Uhr
morgens blockierten die auf den Zufahrtswegen sitzenden AktivistInnen den
Zugang zu dem Standort, so dass die Polizei gezwungen wurde, ein Tor zu
räumen.
Am Abend haben Menschen aus dem Wendland den Franzosen ein grosses Transparent
geschenkt, als Symbol für die deutsch-französische Solidarität und dann die
Tore durch eine gemeinsamen Sitzblockade mitblockiert, in einer gemütlichen und
musikalischen Stimmung. Zusätzlich wurde ein Tor mit einem Tripod blockiert,
während verschiedene Spiele vor anderen Toren organisiert wurden.
[...]
«
Wir sind hier solidarisch mit unseren FreundInnen im Wendland », sagt
Justine Merzien, vom Verein « Widerstandshaus Bure », « und wir wollen
zeigen : Unser Widerstand kennt keine Grenzen ». Sie betont : « In
Bure – einem kleinen Dorf in Lothringen – werden wir mit denselben Problemen
wie in Gorleben konfrontiert. In einer wenig bevölkerten Gegend hat das Amt für
Atommüll ein sogenanntes « Erkundungslager » eingerichtet. Eigentlich ist es
aber für die unterirdische Endlagerung gewidmet worden, auch wenn es geologisch
gar nicht geeignet ist. Wir wollen auf keinen Fall, dass unsere Region das
radioaktive Atomklo Frankreichs wird ! ».
«
Indem wir nach Deutschland fahren, um gewaltfreie Aktionen zu machen, wollen
wir auch das Vorurteil zerstören, das alle Franzosen Atomkraft befürworten :
Die breite Mehrheit der Franzosen will eigentlich den Atomausstieg ! Wir wollen
neue Erfahrungen mit gewaltfreien Aktionen Zivilen Ungehorsams machen, die wir
nach Frankreich bringen werden ; bei uns ist die Widerstand ja schwieriger
», sagt Charlotte, Mitglied von « Sortir du nucléaire ». Die
Kampagne gorleben365 bietet dazu optimale Austauschmöglichkeiten, da hier das
Wissen aus langjährigen Widerstandsaktionen zusammenfliesst.
«
Wir sind sehr motiviert, ins Wendland zurückzukommen, um zusammen mit unseren
deutschen FreundInnen gegen Atomkraft zu kämpfen », sagt Laura, Mitglied
von « Sortir du nucléaire ». « 2014 wird deutscher hochaktiver Atommüll aus
Sellafield nach Deutschland zurückkehren und erneut durch Frankreich rollen.
Solidarisch mit den Deutschen werden wir uns erneut quersetzen ! »

Die Endlagerkampagne gorleben365, auf deren Einladung die französischen AktivistInnen nach Gorleben kamen, hat sich zum Ziel gesetzt, an möglichst vielen von 365 Tagen den reibungslosen Ablauf des geplanten Endlager mit gewaltfreien Blockaden zu behindern. Bisher fanden zahlreiche Blockaden mit mehr als 1500 Menschen statt .
Valognes stop Castor (stop Castor, stop EPR, Stop THT)
Zwischen den 2 Blockadeaktionen: 88. Geburtstag von Marianne Fritzen
Blockadeaktionen mit Tripod, ein paar Beispiele (Videolinks)
-
Besetzung eines Genfeldes nahe Rostock im April 2009
-Protest
gegen eine Tagung der Gentechniklobby in Üplingen, September 2011


