Gen-Feldbefreiung ist Allgemeinwohl - Aktivistin "freigekauft"
Par eichhörnchen le vendredi 6 mai 2011, 12:28 - Pressemitteilungen - communiqués - Lien permanent

Gentech weg! Tagessatz-Vergabe-Aktion nach Verurteilung wegen Gen-Feldbefreiung erfolgreich.
Widerstand gegen die Gentechnik bleibt notwendig!
Im Sommer 2008 beteiligten sich ca. 80 Menschen an einer öffentlichen Aktion des zivilen Ungehorsams gegen die Gentechnik, einer Feldbefreiung im Bayrischen Kitzingen. Durch ihre Handlung wollten die AktivistInnen der Initiative Gendreck weg ! auf die Gefahren der unkontrollierten Verbreitung von Gentechnik in die Umwelt hinweisen und die Pflanzen unschädlich machen.
Gegen die Hälfte der Beteiligten wurden daraufhin Strafverfahren eingeleitet.
Vor kurzem wurde das letzte "Feldbefreierverfahren" vor dem Landgericht
Würzburg abgeschlossen.
Weil sie in den Augen der Behörden als eine Art Schlüsselfigur des Widerstandes
gilt, wurde die für ihre spektakuläre Kletteraktionen bekannte Umweltaktivistin
Cécile Lecomte als erste vor Gericht gestellt und zu 45 Tagessätze, die höchste
Strafe für diese Aktion, verurteilt. Über 30 Beweisanträge stellte die
Angeklagte vor Gericht, um die Gefahren der Gentechnik im allgemein und des
Monsanto Genmais MON810 ins Besondere zu beweisen. Auch das Versagen der
institutionellen Politik und die Notwendigkeit von Widerstand direkt auf den
Feldern begründete sie ausführlich. Das Gericht erkannte die Gefahren der
Gentechnik an.
Verurteilt wurde die Aktivistin im Sommer 2010 trotzdem. Das Gericht vertrat
die Auffassung, eine Feldbefreiung sei nicht notwendig gewesen, um die Gefahr
abzuwenden, die Aktivistin hätte sich an einer Menschenkette beteiligen können.
Ein Urteil, das auf viel Unverständnis stieß. " Ah ah !
Eine Menschenkette kann den Pollenflug
aufhalten?? Die sind witzig die Gerichte, das sind schlicht
Wahrheitsschaffendeinstanzen, die mit Gerechtigkeit niX zu tun haben,"
amüsierte sich Cécile. Kritik an das Vorgehen der Justiz gegen
FeldbefreierInnen gab es auch angesichts der politischen Entwicklungen: der
Genmais, den die AktivistInnen im Sommer 2008 mit ihrer Feldbefreiung
unschädlich machten, war inzwischen von der Behörde selbst verboten worden.
Vorausschauend im Sinne der Allgemeinheit handeln dürfen BürgerInnen aber
nicht...
Weil viele Menschen, das was das Gericht als "Sachbeschädigung" urteilte, als
eine Handlung im Sinne des Allgemeinwohl betrachten, folgten sie den Aufruf,
sich durch die Übernahme von Tagessätzen solidarisch zu zeigen.
" Für die Unterstützung bedanke ich mich bei allen Menschen! Die Tagessätze
sind nun "ausverkauft", konnte die Aktivistin am 5. Mai 2011 weiteren
UnterstützerInnen mitteilen. "Meine Zeit kann ich nun für weitere
politische Aktionen nutzen, das ist für mich sinnvoller, als die Strafe im
Gefängnis abzusitzen. Denn ich bleibe dabei: meine Handlungen richte ich nicht
nach Gesetzen, sondern nach Sinn und Gewissen! Eine Gesellschaft verändert sich
schneller als ihre Gesetze."
Eichhörnchen
Weitere Infos:
Der Soli- Aufruf von Ende April
Meine Homepage, Anti-Gentechnik-Seite
Die Initiative Gendreck weg !