Die AREVA -Uranfabrik in Malvési, einem Vorort von Narbonne (Süd-Frankreich),  kann 15.000 Tonnen Urantetrafluorid (UF4) pro Jahr produzierten. Es ist die größte Uranfabrik dieser Art weltweit. Das entspricht 26% des Weltmarktes bei der Urankonversion. Es gibt in der Welt nur 5 Konversionsanlagen, wo Uranerzkonzentrat in Unrantetrafluorid umgewandelt wird.

Die Anlage wurde früher "Comuhrex-Anlage" genannt, sie wurde im Februar 2014 in "AREVA" Anlage umbenannt.  Sie ist aus diesem Grund immer noch als "Comuhrex" Anlage bekannt, obwohl Comuhrex bereits zu AREVA gehörte und somit der Betreiber faktisch nicht gewechselt hat.

Allgemein ist die Anlage in der - französischen - Öffentlichkeit so gut wie unbekannt. Trotz der zahlreichen chemischen und radioaktiven Gefahren, die die Fabrik und das dazu gehörige Atommüllager mit sich bringen.  Immer wieder kommt es durch Lecks oder einen Dammbruch zu einer radiokativen Verseuchung der Umgebung.  Hinzu kommen tägliche Atomtransporte. Es verlassen 3 bis 5 mit UF4 beladene LKW pro Tag die Anlage. UF4 reagiert stark in Kontakt mit Luft und es entsteht ein ätzendes Gas.

Ich bin gerade auf Recherchereise in Südfrankreich um dazu mehr zu erfahren. Morgen (Dienstag 23.9.) besuche ich einen ehemaligen Arbeiter der Anlage, der an Leukämie erkrankt ist und seit Jahren darum kämpft, dass die schwere Schuld der Comuhrex (AREVA) für seine Erkrankung gerichtlich anerkannt wird.  Seine Krankhiet wurde als Berufskranheit eingestufft, aber die Schuld der Comuhrex ist offiziell nicht bewiesen. Meine Recherchen werde ich für Artikeln und einen Radiobeitrag für's freie Radio nutzen.

Es erkranken (und z.T. sterben) auffällig viele (ehemaligen) Arbeiter der Anlage an Leukämie.

Die Anlage ist offiziell keine Atomanlage (keine "installation nucléaire de base") , die Gefahren werden deshlab geleugnet. Ein durch die CRIIRAD (unabhängiges Labor zur Messung von Radioaktivität ) gedrehtes Video zeigt dass die Belastung der Umwelt in einigen 100 Meter Entfernung Tatsache ist. AUf dem Video (auf Französisch) sieht man wie die Gammastrahlung nach oben geht, wenn man an der Anlage vorbei fährt. Die Fässer, die zu sehen sind, sind mit Sand gefüllt und dienen der Anschirmung. Aber dem Gelände strahlt es noch mehr.


Die Anlage in Malvési ist auf der Karte der französischen Atomstandorten( PDF) eingezeichnet. Die Karte zeigt das Ausmaß der atomaren Verseuchung in Frankreich...

Die Ortsgruppe von Sortir du nucléaire (Département 34) hat auf seiner Homepage infos über die Anlage und Aktionen dagegen veröffentlicht (auf Französisch): http://www.sortirdunucleaire34.org/

Infos zum aktuellen Transport folgen, es gibt schon mal die ersten Bilder vom Transport (Quelle Tim Christensen)



Der Zug ist inzwischen aus dem Terminal raus gefahren und befindet sich in Hamburg-Süd (Güterbahnhof). Stand von 18:30 Uhr am Montag. Die Polizei zeigt sich sehr nervös... möglichweise weil sie angst vor Protestaktionen hat... vor einem Monat gab es nämlich 5 Stunden zwangspause in Hamburg Süd für den Zug...




Der Uran-Zug hat am Montag abend (22.9.14)  um 19.05 Uhr den Güterbahnhof Hamburg-Süd verlassen und 19.40 Uhr den Güterbahnhof Hamburg-Maschen erreicht.
Hier gibt es einen Bericht von Tobias Darge mit weiteren Bildern im ROBIN WOOD Blog

Update Dienstag früh 23.9. : Abfahrt in Maschen um 0:15 Uhr und dann Durchfahrt in Osnabrück um 2:53 Uhr heute Nacht (dazu gibt es ein Video).

Update Mittwoch 24.9. um 15 Uhr:
5:00 Uh
r Container stehen auf Schiene in Köln Gremberg zur Abfahrt ohne Lok
ca.6:32 Uhr Lok wird angekoppelt rote DB 185er zur weiterverwendung in Frankreich geeignet
ca.6:50 Uhr Abfahrt aus Köln 16 Container, dann 1 Planwagen, Platformen,Planwagen;Kesselwagen mit und ohne Gefahrgut (Es gibt ein Video dazu)
12:15 Uhr: Der Zug wurde zwischen Ludwigshafen am Rhein und Mannheim gesichtet. Ich befand mich auf der Rückfahrt von Malvési (Zielort des Zuges, dort habe ich die letzten Tage recherchiert). Ich saß im TGV von Paris nach Frankfurt am Main... und was sehe ich da? Was fährt mir entgegen??? Ein Zug mit roter Lock und direkt danach (ohne andere Wägen dazwischen) Container unterschiedlicher Farbe und mit Radioaktivzeichnen (Zählen konnte ich nicht, mein TGV fuhr zu schnell). Der Zug war nicht sehr lang, nach den radioaktiven Container gab es noch ein bisschen was, das konnte ich aber nicht identifizieren. Die Behälter habe ich eindeutig erkannt, dank der Bildern aus den Beobachtungen in Hamburg! Und die Menschen wissen gar nicht was ihnen so auf dem Schienenweg begegnet...
Der Zug dürfte inzwischen die französische Grenze erreicht haben. Grenzübertritt dürfte Forbach nbei Saarbrücken gewesen sein (wie früher die CASTOREN von Deutschland nach La Hague)

letztes Update Freitag 26.9.: der Zug ist um 7:40 Uhr in Narbonne angekommen.Video