Der Artikel enthält ausführliche Informationen zu UF6 Transporten und - nicht vorhandenen - Sicherheitskonzepte im Falle eines Unfalls. Der Protest findet im dem Artikel sowie im Kommentar dazu auch Erwähnung. Ich übernehme das Kommentar ; der Artikel in voller Länger ist auf der Seite der Kreiszeitung online zu finden.

Das Problem ist nicht vom Tisch

Ein mit hoch toxischem radioaktivem Material beladener Zug rollt mit Segen der Aufsichtsbehörden durch den Sturm „Xavier“. Der Landkreis ist nicht informiert. Das zuständige Amt versteckt sich hinter 1.070-seitigen Verordnungen. Die Gefahreneinschätzung überlässt man der Transport-Firma. Die Gefahr durch Atomkraft ist auch wegen solcher „Billigungs-Bürokratie“ noch lange nicht gebannt. Das Urteil der Richterin gegen die Kletteraktivistin wirkt vor diesem Hintergrund beinahe naiv.
Sicher, Cécile Lecomte hat gegen die Eisenbahnbetriebsordnung verstoßen, aber das Thema Atomkraft ist, das zeigen auch die Atomskandale der Vergangenheit, Stichwort Asse, etwas komplexer als die Frage, ob gegen eine Betriebsordnung verstoßen wurde.
Übrigens: Die Fahrt des Zugs wurde später doch noch beendet. Nicht von den Behörden, sondern durch blockierende Atomkraftgegner. Ich bin mir sicher, diese „Kriminellen“ werden dafür ihre Strafe erhalten - schließlich ist ihr Handeln eine Gefährdung der „Sicherheit“ - oder ist es doch nur notwendiger ziviler Ungehorsam? Mitja Schrader

Am 25.10.17 erschien zudem ein Artikel in Neues Deutschland. Darin ging es sowohl um die Unranhexafluorid-Transporte von Hamburg nach Gronau als auch um Uranerzkonentrat und meinen Prozess um die Kletteraktion gegen einen Uranzug bei Buchholz, vor dem Amtsgericht Potsdam. "Die einen haben für ihren Einsatz gegen Atomwaffen den Friedensnobelpreis erhalten. Andere müssen sich vor Gericht verantworten, wenn sie gegen den Transport und die - auch für militärische Zwecke mögliche - Anreicherung von Uran kämpfen." Der Artikel ist voller Länger auf der Homepage von ND zu lesen.

Weitere Prozesse werden folgen. Wer entschlossen gegen die Atomkraft vorgeht, muss mit Repression rechnen und braucht einen langen Atem. Es gibt Etappensiege, aber das aus für die Atomtransporte und die Uranfabriken ist leider noch nicht in Sicht, auch wenn die Politik uns den "Atomausstieg" verspricht, um dem Protest Wind aus dem Segel zu nehmen. Mensch darf nicht einmal Politiker*innen mit einer plakativen gewaltfreien Aktion an ihr nicht eingelöstes Versprechen, gegen Atomtransporte durch den Hamburger Hafen vorzugehen, erinnern. Die Aktivist*innen, die im April dieses Jahres den Hamburger Grünen aufs Dach stiegen, haben eine Anklageschrift wegen "Hausfriedensbruch" erhalten. Hausfriedensbruch? Es wurde nirgendwo eingedrungen, die Menschen hingen lediglich mit ihrem Banner an der Fassade. Aber Repression muss sein. (Zur Antirep-Seite)

Protest ist nötiger den je und die Aktionen gegen Atomtransporte werden weiter gehen! Aktivist*innen aus ganz Deutschland kamen vergangenes Wochenende für ein Treffen und weitere Planung zusammen. Sie machten die aktuellen Brennelemente-Transporte aus der Uranfabrik in Lingen (Niedersachsen) publik. Deutschland ermöglicht dadurch die Inbetriebnahme des EPR-Reaktors in Olkiluoto. Neues AKW mit Brennelementen made in Germany.

Der nächste Aktionstag gegen Urantransporte wird am 24. Februar 2018 statt finden. Informationen folgen.

Atomkraft ist wie ein Flugzeug ohne Landebahn. Der Atommüll wird sinnlos durch die Gegend transportiert. Weil diese Transporte keine Lösung sind und nur zusätzliche Gefahren mit sich bringen, ist es auch wichtig gegen die Neckar Castortransporte zu protestieren. Der nächste Transport steht im November an. Und am 3.12. gibt es eine Demo in Neckarwestheim. Zwei Castortransporte will die EnBW noch in diesem Jahr auf dem Neckar durchführen. Infos vom Bündnis