Der Widerstand in Bure ist aber nicht alleine. Überall solidarisieren sich Menschen mit den Aktivist*innen vor Ort. Da Soli-Bild der Kampagne gegen Urantransporte wurde am 22. Oktober aufgenommen. An jenem Tag kamen die in den letzten Wochen überall in Frankreich gegründeten Bure Unterstützungskomitees zusammen, um über die Vernetzung des Widerstandes und dezentrale Aktionen zu reden. Im besetzten Wald "Bois Lejuc" wurde eine Widerstandshüte mit Botschaften von Menschen aus ganz Frankreich und aus aller Welt errichtet. Aktivist*innen aus Deutschland, die auf dem Laufenden über den Widerstand und das Atomkloprojekt in Bure gehalten werden und (dezentrale) Soliaktionen durchführen wollen, tauschen sich über eine Mailingliste aus. Mehr Infos gibt es hier. Es gibt darüber hinaus Informationen auf Deutsch auf der Seite der Widerständigen aus Bure de.vmc.camp.

Der Kampf gegen das Atommülllager in Bure ist eng mit dem Kampf gegen die Versorgungstransporte der Atomindustrie verbunden. Atomkraft ist wie ein Flugzeug ohne Landebahn. Die Aktivist*innen der Kampagne gegen Urantransporte wollen Atommüll verhindern, bevor er entsteht - und nach Bure, Gorleben oder anderswo sinnlos gekarrt wird. Darum leisten sie unermüdlich Öffentlichkeitsarbeit und blockieren auch mal Uranfabriken oder Urantransporte. Die Teilnehmer*innen des Vernetzungstreffens in Münster begrüßten die 17-stündige Blockade eines Urantransportes auf seinem Weg zur Urananreicherungsanlage Gronau Anfang Oktober. Viele dieser Versorgungstransporte der Atomindustrie fahren von Hamburg nach Frankreich durch Lothringen nahe Bure... Das Uran wird in Uranfabriken in mehreren Schritten für den Einsatz im Atomreaktor vorbereitet. Ein Teil wird nach Anreicherung in Lingen (AREVA Fabrik) zu Brennelementen gefertigt. Von Lingen aus wird unter anderem das neue noch nicht in Betrieb genommene AKW im Finnischen Olkiluoto versorgt.

Gut unterrichtete Kreise berichten außerdem über einen Uranzug, der am heutigen abend das Süd-West-Terminal der Atom-Umschlag-Firma C. Steinweg verlassen hat und sich nun auf dem Weg nach Narbonne in Süd-Frankreich befindet. Der mit Uranerzkonzentrat (Yellow Cake) beladene Zug wird am Samstag - noch vor der Klimademo - durch Bonn und ein paar Stunden später an Bure vorbei fahren  (Fahrplan) - oder er wird zuvor durch Aktivist*innen gestoppt!
Schon mal vormerken: der nächste Aktionstag gegen Urantransporte findet am 24. Februar 2018 statt.

  • Update: Der Uranzug ist am 4.11. um 4.44 Uhr durch Bonn-Beuel gefahren. In Bonn ist um 12Uhr Demo zur Klimakonferenz. Don't nuke the climate.
  • Ticker zu den Atomtransporten