Das Uran, das in Narbonne verarbeitet wird, wird anschließen zur Urankonversionsanlage in Tricastin (Urlaubsregion im Département Drôme-Ardèche) weitertransportiert. Nach einer Umwandlung in UF6 (Uranhexafluorid) wird das Uran angereichert. Dies geschieht in der französischen Urananreicherungsanlage in Pierrelatte (Neben Tricastin) oder auch in der UAA Gronau in Deutschland oder in Almelo in den Niederlanden. Erst dann wird das Uran zu Brennelementen gefertigt und in Reaktoren eingesetzt. Der blockierte Urantransport zählt zu den zahlreichen Versorgungstransporten der Atomindustrie, die den Betrieb der Atomkraftwerken und die Herstellung von Atombomben und Munition erst möglich machen. Zwischen Narbonne und Le Tricastin verkehrt ein mit UF4 beladener Uranzug pro Woche. Die Strecke führt über dicht bevölkerte gebiete. Die Bevölkerung wird nicht darüber nicht informiert.


Ob in Frankreich, in Deutschland oder anderswo in der Welt: Stoppt die Versorgungstransporte der Atomindustrie!

Ein paar Beispiele der letzten Jahre in Deutschland und Frankreich:

2013: Blockade eines Uran-LKWs in Narbonne

2014: Inspektion von Urancontainern im Hamburger Hafen bei C. Steinweg, Blockade durch Ankettaktion in Hamburg Süd, Blockade durch Kletteraktion in Hamburg bei C. Steinweg

2016: Blockade durch Kletteraktion in Buchholz


Weitere Informationen

Dossier über die Uranfabrik in Narbonne Malvési

Urantransporte Stoppen (Homepage)

Atomtransporte durch Hamburg stoppen (Homepage)

Sortir du nucléaire (Homepage)

Im Folgenden kommt die  Pressemitteilung vom Bündnis Stop Uranium zur Blockade des Uranzuges am 15. April 2017 in Narbonne.

Übersetzung: Eichhörnchen

Atomkraft: das geht uns alle an! Wir wollen darüber reden!

Eine skandalgeplagte Atomindustrie!

Illegalle Schwarzarbeit von Bouygues auf der Baustelle vom EPR Atomreaktor in Flamanville!

Der Skandal Uramin: Kauf von überteuerten Uranminen in Zentralafrika.

Die jüngsten Skandale: Fehlerhafte Reaktordruckbehälter, gefälschte Dokumente, Fortsetzung des AKW-Neubau in Flamanville!

AREVA wusste um die Fehlerhaftigkeit des in einer dem Standard nicht entsprechenden Werk gebauten Reaktordruckbehälters!

Wie viele sich heute im Betrieb befindlichen Atomreaktoren sind von dieser Vertuschung betroffen?

Es gibt klare Beweise: AREVA und EDF wussten bereits seit 2005 Bescheid! Die atomare Aufsichtsbehörde sorgte sich bereits im Dezember 2005 um die Unfähigkeit von Creuso-Forge (zuständige Gießerei). Da war der Reaktordruckbehälter für den EPR noch nicht mal in der Produktion!

Eine Debatte über die Atompolitik hat nie stattgefunden. Die Industrie wurde durchgesetzt. Atomkraft tötet.

250 000 Menschen kamen im August 1945 in Hiroshima und Nagasaki ums Leben.

Die Geschichte der zivilen Nutzung der Atomkraft in von zahlreichen Unfällen geprägt (Mayak, Three Mile Island, Tschernobyl, Fukushima).

Die Atomindustrie produziert hoch gefährlichen Atommüll. Dieser strahlt Millionen Jahren und es gibt kein sicheres Endlager. Das ist ein tödliches Gift für die künftigen Generationen!

Die Atomindustrie verseucht die Umwelt auch im Normalbetrieb. Insbesondere in Frankreich mit ihren 58 Atomreaktoren (42 davon 30 Jahre alt oder älter und wurden für eine Laufzeit von 30 Jahren gebaut).

Herr Chevet, Vorsitzender der atomaren Sicherheitsbehörde ASN erklärte im Januar: „Die Situation ist in Sache atomare Sicherheit und Strahlenschutz besorgniserregend“!

Der Wahlkampf tobt in Frankreich. Stop uranium hat aus diesem Grund die Initiative ergriffen und für ein paar Stunden einen mit UF4 beladenen Uranzug, der die Uranfabrik von Narbonne Malvési gerade verlassen hatte, blockiert. Der Transport war auf dem Weg zur Uranfabrik in Tricastin im Département Drôme. Die gefährliche Uranfabrik in Narbonne verarbeitet 100% des in französischen Atomkraftwerken eingesetzten Urans und 25% des weltweiten Urans. Die Uranfabrik ist Seveso seuil haut(höchste chemische Gefährlichkeitsstufe) klassifiziert. Zwei Abklingbecken sind als atomare Anlage klassifiziert (weil Plutonium darin zu finden ist).

Mit unserer Aktion des zivilen Ungehorsams wollen wir die Bürger*innen, die Öffentlichkeit, die staatlichen Institutionen und die Präsidentschaftskandidaten auf diese Probleme und Gefahren aufmerksam machen. Wir wollen eine echte bundesweite Debatte mit Beteiligung von Vertretern der Antiatombewegungen auf Augenhöhe mit den Vertretern des Staates und der Atomindustrie. Wir wollen diese Debatte, die nie stattgefunden hat! Welche Kandidaten sind denn bereit, dies zu unterstützen? Welche Kandidaten werden antworten?

Stop Uranium, 15. April 2017