Bei Ordnungswidrigkeiten gilt das Opportunitätsprinzip. Die Behörde kann, muss aber nicht verfolgen. Angesichts dessen, dass die Aktionen bis zu vier Jahren zurück liegen und der Aufwand, seine Rechte wahr zu nehmen, dadurch erhört wird, dass in Potsdam verhandelt wird, wäre eine Einstellung des Verfahrens nahe liegend. Hinzu kommt, dass die Polizei bereits das Mittel der rechtswidrigen Ingewahrsamnahme als Ersatzbestrafung eingesetzt hat: Die Ingewahrsamnahme der Aktivistin nach der Protestaktion gegen den Naziaufmarsch auf dem Bahnhofsdach in April 2009 erklärte das Amtsgericht Lüneburg für rechtswidrig.

Die Umweltaktivistin hält die Verfolgung für politisch motiviert. „ Die Betroffene zeigt sich nach wie vor uneinsichtig“schreibt die Bußgeldbehörde in der Akte.

Cécile Lecomte dazu: „ Das ist ein Gesinnungsprozess, wenn von mir verlangt wird, mein politisches Engagement aufzugeben. Ich werde nicht wegen einer Handlung angeklagt, sondern auf Grund meiner politischen Einstellung. Ich weiß aber wofür ich stehe und werde meine Handlungen vor Gericht verteidigen. Ziviler Ungehorsam ist ein wichtiger Bestandteil sozialer Bewegungen – wir schreiben Geschichte!“

Termin: 10. Dezember 2012 - 10:00 Uhr - Amtsgericht Potsdam Jägerallee 10 -12 ; Saal 21

Zu den Kletteraktion, die Gegenstand des Prozesses sind: