Seit Oktober 2018 setzen wir uns mit der Verwaltung der Stadt Lüneburg auseinander. Das Leben in Bauwägen ist in Deutschland rechtlich nicht geregelt und findet deshalb immer in einer Grauzone statt. Wir suchen weiter das Gespräch mit der Stadt im Hinblick auf eine konstruktive Lösung und intensivieren unsere politische Vernetzung. Wir erfahren Unterstützung durch andere Wohnprojekte und wohnpolitischen Initiativen. In Lüneburg gibt es den Verein Mehr Leben, der sich für die Umsetzung gemeinschaftlicher Wohnprojekte einsetzt.

Durch die Kombination von Haus und Bauwägen ist es möglich bezahlbaren Wohnraum für aktuell neun Erwachsene und ein Kind zu schaffen. Früher haben an gleicher Stelle nur 2 Menschen gewohnt.Durch die Bauwägen vermeiden wir Versiegelung des Bodens, schaffen eine hohe Wohndichte und zeigen Alternativen zur aktuellen Wohnungspolitik auf.

Unser Wohnprojekt gefällt mir sehr, das Erdgeschoss ist barrierearm, ich kann mit dem Rollstuhl rum fahren. Ich habe tolle Mitbewohner*innen. Wir reden und unternehmen viel miteinander und wenn ich wegen meiner Krankheit und Behinderung Dinge nicht selbstständig erledigen kann, ist immer jemand zur Unterstützung da. Ich wüsste nicht, wo ich ansonsten eine schöne barrierearme bezahlbare Wohnung finden würde. Geringes Einkommen und Behinderung? Das schreckt Vermieter ab. Und ich habe keine Lust in eine Behinderteneinrichtung zu wohnen. In Zeiten von Pflegenotstand ist es schön, so eine Lösung zu haben. Das ist für mich gelebte Inklusion. Ich freue mich nach 10 Jahren Leben im Bauwagen, dass wir eine Mischung aus Haus und Bauwagen auf dem Grundstück haben. Denn ich würde das Bauwagenleben ansonsten noch mehr vermissen! Mein Zimmer ist im Haus, wegen Rollstuhl. Und wir haben schöne (Kletter)Bäume zum Klettern im Garten :-) ich  fahre mit dem Rollstuhl hin und zack, ich bin im Seil :-) Denn: ich kletterer weiterhin gerne.

Als Nachbarn haben wir den Waldfriedhof (wir stören also niemanden!), das ist eine schöne Gegend. Passant*innen, die am Waldparkplatz mit uns ins Gespräch kommen, sind oft begeistert. Der Viertel Kaltenmoor hat nicht den besten Ruf, aber wenn man hier lebt, sieht es anders aus. Wir knüpfen Kontakte, unser Siebdruckstand war beim Stadtteilfest beliebt. Im Bus begegne ich mehr hilfsbereite Menschen, die mir mit dem Rollstuhl helfen, als in der Innenstadt! Und das ist nicht allzu weit vom Bahnhof und von der Innenstadt.

Wer sich ein Bild von "Unfug" machen will, ist herzlich zu unserem Sommerfest am 21.7. eingeladen. Auf der Homepage des Projektes gibt es darüber hinaus eine aktuelle Bildergalerie.

Neuigkeiten gibt es immer mal wieder auch auf den ganz neuen Twitteraccount von Unfug.