Die Achillesferse der Atomindustrie sind ihre Transporte, sei es der Zulieferverkehr oder der Müll, der aus den Anlagen kommt bzw. in andere Anlagen verschoben wird. In den letzten Jahren hat sich die Anti-Atom-Bewegung diesen Schwachpunkt bewusst zunutze gemacht. Diese Taktik hat sich rückblickend als besonders erfolgreich erwiesen. Es ist nicht unsere Aufgabe, uns konstruktiv an der Endlagerdebatte zu beteiligen. Solange Atommüll produziert wird, werden wir selbstverständlich jeden Atomtransport blockieren, den wir kriegen können!

Die Anti-Atom-Bewegung lebt von der Vielfältigkeit der Menschen, die sich nicht von Parteien und Konzernen vertrösten und für dumm verkaufen lassen. Deshalb laden wir alle Interessierten ein, sich am Ausstieg zu beteiligen. Atomausstieg wird selber gemacht!

Im Juni 2012 stellten mehrere AktivistInnen in Metelen ein Camp auf die Beine, um sich gegen den atomaren Irrsinn zu stellen. Trotz bemühter Überwachungsversuche seitens der Polizei wurde ein Eisenbahntransport mit Uranhexaflourid von Gronau nach Frankreich zuerst durch eine Ankettaktion gestoppt und anschließend durch eine Kletteraktion zur Umkehr gezwungen. Die Strecke war über Stunden gesperrt, sodass der Urantransport eine Ausweichrute nehmen musste.

Am Folgetag geriet die Urananreicherungsanlage selbst ins Visier der AktivistInnen und wurde 24 Stunden lang belagert. Es wurden beide Haupttore der Anlage für die Durchfahrt von Lastkraftwagen gesperrt, die beladen waren mit für die Urananreicherung benötigten Chemikalien.

sommer 2012

Jetzt geht es in die zweite Runde. Diesmal zur Freude der ÜberwacherInnen öffentlich angekündigt, wird es vom 19.07. bis 27.07.2013 wieder ein Anti-Atom-Camp in Metelen geben, welches sich theoretisch wie auch praktisch mit der Atomproblematik beschäftigt. Es wird ein reichhaltiges Angebot an Workshops geben, über die Urananreicherung in Gronau, Atomtransporte, Atomwaffen, die havarierte Atommüllkippe in der Asse und Blockadetrainings – um nur einige zu nennen. Eine wichtige Frage, der wir uns auf dem Camp stellen werden ist: Was tun gegen Repression und Kriminalisierung von UmweltaktivistInnen? Hierzu wird es einen Vortrag zu dem Machenschaften von Polizei und Justiz geben. An zwei Tagen sind Aktionen geplant, dabei kann jedeR sich frei fühlen, seine Ideen mit der Gruppe zu diskutieren und umzusetzen.

sommer 2012
Durch Musik und Kultur kommt auch der Spaß nicht zu kurz und zum Campende wird gefeiert.

Mit viel Lust und Elan gehen wir an die Arbeit, es gibt viel zu tun.

Da kann man sich nur noch gutes Wetter wünschen.

Text: Martin Fuchs


Bilder: AAA-West und Pay Numrich

Wir sehen uns im Sommer?!

Weitere Informationen unter: http://antiatomcamp.nirgendwo.info/