Die KletterInnen sind nach ca. 5 Stunden auf der Polizeiwache in die Freiheit entlassen worden - die Unterstützung von Sortir du nucléaire und die öffentliche Aufmerksamkeit die die Aktion anch sich zog haben zu der raschen Entlassung geführt (in anderen Fällen wurden die Leute in Schnellverfahren vor Gericht 2 - 3 Tage später abeurteilt oder blieben über 24 Stunden in Gewahrsam). Auf der Polizeiwache herrschte großes Chaos. Die KletteraktivstInnen sind der "Zusammenrottung mit der Absicht die Öffentliche Sicherheit und Ordnung zu stören und gegen die Notstandgesetze zu verstossen" beschuldigt (sinngemäß, die Polizisten hatten selbst Schwierigkeiten den Vorwurf vorzulesen und er erläutern). Einer Aktivistin (nämlich dem Eichhörnchen... ) wird darüber hinaus vorgeworfen, die Abgabe von Fingerabrücken verweigert zu haben - dafür kann es 1 Jahr Knast geben, für den Verstoß gegen die Notstandgesetze sind 6 Monate möglich. Ca. 15 AktivistInnen  aus Frankreich, Deutschland und England waren an der Aktion beteiligt.

Ach... den "Krieg" habe ich in Paris übrigens nicht gesehen....

Ich gebe hier Mitteilung von Robin Wood zur Aktion wieder. Robin Wood AktivistInnen waren an der Aktion beteiligt, die Aktionsgruppe hieß "Degrowth climber". Die NGO Sortir du nucléaire erklärte sich in Pressemitteilungen mit den AktivistInnen solidarisch.

Es ist notwendiger denn je sich von Verboten nicht einschüchtern zu lassen und für seine Grundrechte auf Versammlung und Meinungsfreiheit zu kämpfen - trotz des Risikos, dafür eingeknastet zu werden!

Es ist erschrekend wie schnell eine Diktatur sich durchsetzen kann. Die Gesetze die Verabscheidet worden sind  haben mit Demokratie nichts zu tun.  Menschen werden verhaftet, unter Hausarrest gestellt oder hausdurchsucht, nur weil sie ihre Meinung  gegen die COP äußern wollen und sich für ein besseres Klima, für eine bessere Welt engagieren (was hat dies bitteschön mit Terrorismus zu tun?).

Geht auf die Straße um auf diese Zustände aufmerksam zu machen!

++++ PM von Robin Wood ++++

Paris, 2.12.2015

* Protest-Aktion beim Klimagipfel in Paris

* Klimawandel erfordert Wachstumswende – Atomkraft kein Heilmittel

ROBIN WOOD-AktivistInnen klettern zurzeit gemeinsam mit französischen Klima-AktivistInnen im „Arche de la Défense“ in Paris, um anlässlich des Klimagipfels an dem Bauwerk Protestbanner aufzuhängen. Von den Regierungen, die sich in Paris zum Klimagipfel treffen, fordern sie, einen grundlegenden Systemwechsel einzuleiten, anstatt zur Lösung der Klimakrise auf Risikotechnologien wie die Atomkraft zu setzen. Die Aktion der AktivistInnen findet im Kontext der „Climate Games“-Proteste statt. Die AktivistInnen wollen ein Zeichen setzen: Kein Klimagipfel ohne Demonstrationen und die Zivilgesellschaft! La Défense ist ein Geschäftsviertel, in dem sich das französische Umweltministerium befindet. Auch zahlreiche für den Klimawandel und Umweltzerstörungen verantwortliche Unternehmen wie Total, EDF oder Areva haben dort ihre Büros.

„Wir wollen nicht abwarten und darauf vertrauen, dass Regierungs-Delegationen mit Verhandlungen den Klimakollaps abwenden. Es braucht für klare Veränderungen starken Druck aus der Zivilgesellschaft auf Regierungen im eigenen Land und auf klimaschädliche Unternehmen. Wir wollen Klimaschutz selber machen!“, erklärt Kletteraktivistin Améthyste ihre Beweggründe und verweist auf das Motto der Climate Games: „We are the nature defending itself!“

Einzelpersonen könnten etwa ihr Geld aus klimaschädlichen Projekten abziehen. Auch auf kommunaler Ebene kann Druck für Divestment gemacht werden – wie vor kurzem in Münster (NRW) geschehen. Die Stadt beschloss, Kapital aus dem Energiekonzern RWE abzuziehen.

Trotz der seit über zwanzig Jahren laufenden Klimaverhandlungen sind die globalen CO2-Emissionen seit 1990 kontinuierlich gestiegen. Nur in einigen wenigen Ländern ist eine geringe Reduktion klimaschädlicher Treibhausgase feststellbar. Ein wesentlicher Anteil der Emissions-Reduktion ist dabei auf den Zusammenbruch von Industrien in den Transformationsstaaten (1990-2005) zurückzuführen.

„In der internationalen Klimadebatte wird das ungebremste Wirtschaftswachstum als entscheidende Triebkraft des Klimawandels nicht diskutiert“, kritisiert Robin Wood-Aktivistin Cécile. „Atomkraft ist als Heilmittel des zerstörerischen Wirtschaftswachstums völlig ungeeignet. Statt auf Risikotechnologien zu setzen, sind insbesondere die Industrieländer aufgefordert, einen Systemwechsel einzuleiten – hin zu einer demokratischen, sozial-ökologischen Wirtschaftsweise, die sich an den Bedürfnissen aller Menschen ausrichtet. Weniger ist mehr!“

Weltweit setzen gegenwärtig zahlreiche Länder auf den Ausbau der Atomkraft. In Frankreich wird derzeit von den Konzernen EDF und Areva ein Europäischer Druckwasserreaktor (EPR) gebaut. Der französische Staat ist Hauptanteilseigner des Areva-Konzerns. Gefördert wird der Bau durch die Europäische Union. Auch in Großbritannien gibt es Neubaupläne für einen EPR. Auf einem Banner forderten die AktivistInnen: „Stopp EPR!“




Interessante Links:

Climate Games: https://www.climategames.net

Artikel im ROBIN WOOD-Magazin (pdf): http://bit.ly/1lv8FsY

Sortir du nucléaire: www.sortirdunucleaire.fr

Communiqué von sortir du nucléaire zur Aktion und zur unserer Verhaftung (Danke für die Unterstützung!!!)

Presse zur Aktion