Auch wenn viele beteiligt waren an den Aktionen, wird nun zwei von ihnen stellvertretend der Prozess gemacht und sie sollen verurteilt werden. Der unbedingte Verurteilungswille des Gerichts wurde bereits in den letzten Verhandlungstagen deutlich, als fast alle Anträge der Verteidigung als bedeutungslos zurückgewiesen wurden. Richter Beier erklärte per Gerichtsbeschluss die Atomkraft für ungefährlich – dass sogar der Großteil der Bevölkerung etwas anderes weiß, interessiert das Gericht nicht. „Geschützt wird hier einzig und allein das Recht auf Profit und Umweltzerstörung. Damit erfüllt das Gericht seine ihm zugedachte Aufgabe auf Wahrung der Ordnung – zulasten all derjenigen, die unter den Zerstörungen des Uranabbaus oder den Auswirkungen der radioaktiven Strahlung leiden.“ betont die Angeklagte Hanna Poddig.

Das Gericht zeigte am vergangen Verhandlungstag deutlich, dass es sich bereits festgelegt hat und die Angeklagten verurteilen will. Richter Beier versuchte mehrfach die Beweisaufnahme zu schließen, obwohl die Verteidiger_innen Erklärungen, die sie noch schriftlich formulieren wollten, ankündigten. Die Sitzung wurde erst nach 12-stündiger Verhandlung geschlossen. Um 21 Uhr abends fand sich am Landgericht kein Richter mehr, der über den Befangenheitsantrag der Verteidigung hätte entscheiden können. Alle Kollegen hatten längst Feierabend gemacht.
Unterstützerin Irene Thesing ergänzt: „Wir haben das Gericht weder gewählt noch akzeptiert. Unabhängig davon, wie das Urteil ausfallen wird, halten wir es weiterhin für notwendig für eine Welt ohne Atomanlagen und ohne Profite zu streiten.“

Landgericht Münster
Freitag 25.9. 9.00 Uhr in Saal A06


Interessierte sind herzlich eingeladen.
Eingelassen durch das Gericht werden jedoch nur Personen mit Personalausweis oder Reisepass.

Weitere Informationen: nirgendwo.info/steinfurt