Es fing am Lüneburger Bahnhof mit einem kaputten Aufzug an, ich wurde am tag zuvor informiert und konnte zum Glück aus der richtigen Richtung kommend mein Gleis ohne Aufzug erreichen.
Dann war der Bahnhof wo ich ankommen sollte nicht barrierefrei und wegen einem verpassten Anschluss wurde ich zum Hauptbahnhof in Koblenz gelotst. Dort gab es kein Hublift, obwohl ich das Gespräch des Schaffners mit dem Mobilitätsdiesnt mitgehört hatte und der Hublift zugesagt wurde... die Zentrale hat die Infos nicht weiter geleitet. Das ist die Vermutung des Schaffners gewesen.
Nicht dass erste mal, dass es mir passiert  - in Frankfurt am Main Hbf kommt dies regelmäßig vor. Meine Anmeldung bleibt bei der Zentrale hängen und es wird vergessen diese an das Personal vor Ort weiter zu geben. So geschah es vor ca. 3 Wochen. Eine telefonische Nachfrage des Mitarbeiters vor Ort ergab, dass ich gemeldet war, aber die Info hatte die Mitarbeiter*innen nicht erreicht, so dass ich nicht auf deren Zettel stand.
Und ich vermute, dass die anderen Male wo in der Vergangenheit bei Ankunft meines ICE vom Mobilitätsdienst keiner da war, das gleiche bahninterne Kommunikationsproblem auftrat. Bei Zugverrspätungen herrscht diesbezüglich außerdem fast immer Chaos. Zum Glück kann ich (fast) immer aufstehen und ein bisschen laufen und ich finde immer Fahrgäste, die mir helfen. Menschen mit schwerwiegenderer Behinderung haben da sicher noch mehr Schwierigkeiten.

Der Bahnhof Köln Deutz, ist trotz der Tatsache, dass es ein größerer Umsteigebahnhof ist, ohne Aufzug. Dort musste ich für die Klima-Demo aussteigen...

Im Zug einer Privat-Bahn zwischen Koblenz und Köln war das behinderten Klo  wie zu oft außer Betrieb.

Bei der Bahn scheint außerdem der Güterverkehr wichtiger als der Personenverkehr zu sein. Jedenfalls in Winningen. Wir haben dort Straßentheater gemacht und ich bin anschließend nach Hamburg zu einer Gerichtsverhandlung gereist.

Ich hatte wegen Rollstuhl meine Rückreise beim Mobilitätsdienst der Bahn angemeldet. Es wurde mir mitgeteilt, dass der Hublift, um aus dem Zug in Hamburg Harburg zu steigen, kaputt ist. Das ist schon seit über einem Monat der Fall!! (und eine Zumutung) Also musste ich mir von Mitreisenden helfen lassen.

Zu Winningen wurde mir nichts gesagt, außer dass ich die Privatbahn informieren müsse, weil es kein DB-Zug sei. Das ist sehr nervig wenn man seine Reise plant, mit den zig verschiedenen Eisenbahngesellschaften handeln zu müssen. Man muss die Teilstrecke gesondert anmelden und zig Telefonnummern dafür wählen. In Lüneburg muss ich zb Metronom extra buchen, wenn in meiner Strecke sowohl Metronom als auch DB-Züge sind.

Vor Ort in Winningen gab es eine Überraschung. Der Bahnhof ist von der DB. Er ist gar nicht barrierefrei zu erreichen - dies wurde mir nicht mitgeteilt, obwohl ich beim Mobilitätsdienst im telefonischen Gespräch explizit nachgefragt hatte. Es gibt 3 Hohe Stufen, um die die DB-Bahnhofshalle überhaupt zu gelangen.

Der örtliche DB-Bahnmitarbeiter teilte mir mit, früher konnte man Außenrum gehen aber es gibt seit kurzem ein Privatgarten an der Stelle, deshalb komme man nicht mehr durch. Kein barrierefreier Durchgang also. Um auf den Gleis zu gelangen muss man warten bis der Zug da ist, die Tür zum Bahnsteig wird erst dann aufgemacht, weil die Güterzüge ansonsten zu schnell vorbei rasen.

Und dann... Überraschung! Noch zwei Stufen beim Überqueren eines Gleises, um das richtige Gleis zu erreichen und anschließend 3 riesige Stufen um in den Zug zu gelangen, Bahnsteig ist für eine Rampe zu niedrig. Stress pur mit Rolli samt Gepäck!

Gut, dass ich nicht alleine unterwegs war, der freundliche Bahnmitarbeiter am Bahnhof Winningen wusste nichts von einer Anmeldung. In Hamburg Harburg war auch keiner da, um mitzuhelfen beim Rolli herunter tragen (Hublift war ja kaputt, aber die telefonische Absprache mit dem Mobilitätsdienst war, dass Personal mich im Empfang nimmt). Mein Zug war sehr verspätet. Ob der Dienst schon Feierabend hatte? Es hat nur in Koblenz geklappt, mit dem Mobilitätsdienst der Bahn.

Ich bin über den Anhänger, den ich für meinen Rollstuhl gekauft habe, um größere Gepäckstücke zu transportieren, zufrieden! Das war nicht nur für das Gepäck praktisch, sondern auch für das Straßentheater in Winningen (siehe Bilder im gestrigen Beitrag und oben, Aufnahme bei der Abfahrt in Lüneburg :-).

Die Bahnmitarbeiter staunen nicht schlecht, wenn ich damit komme und dann auch noch Kletterzeug aus dem Rucksack heraus ragt... das passt nicht ins Stereotyp "Behinderung".