Multi-Themen- und-Task-Aktivist (Teil 6)

Auch wenn Karsten zu betonen pflegte, vordergründig Atomkraftgegner zu sein, war er in vielen politischen Bereichen aktiv und sein Engagement geschäzt.

Karsten auf dem Fahhrad mit Anhänger und Bild eines Buwagen aus Pappe

Ich setzen meinen Nachruf für karsten Hilsen fort.

voriger Teil 5: Solidarität vor Gericht und der Keksprozess


Auch wenn Karsten zu betonen pflegte, vordergründig Atomkraftgegner zu sein, war er in vielen politischen Bereichen aktiv und sein Engagement geschäzt.

Energiepolitik

Karsten beteiligte sich an vielen energiepolitischen Protesten, insbesondere im Großraum Hamburg Beispielsweise gegen Vattenfalls Kohlekraftwerk in Hamburg Moorburg und für Stromnetze in Bürgerhand, für den Ausbau der erneuerbaren Energien.

Tripod aus Metall, Person oben, mit Banner "für Ökostrom, Vattenfall abschaffen" Robn Wood und Karsten unten mit grüner Weste
Protest gegen Vattenfalls Greenwahing, Hamburg 2013
Menshen stheen vor einem Gebäude mit Schildern gegen Fracking und am Gebäude hängen Aktivistis an der Fassade mit Banner gegen exxon
Protest gegen Fracking Gas in Hamburg 2015 mit Robin Wood, « Hörnchen » hängt im Hintergrund an der Fassade

Er selbst erzeugte den Strom für seinen Bauwagen über eine Solaranlage. Stromsparen war dagegen nicht seins, er hat mich damit immer mal zum Weißglut getrieben. Aber gut bei seinem Wagen hatte er schon irgendwie recht, denn der Strom der Sonne war da, das war eine Inselanlage, also kann man das was diese produziert ja auch „verschwenden“. Und damit hat sein E-Klapprad aufgeladen, damit war er selbst dann noch mobil, als der Krebs weit fortgeschritten war. Er fuhr mit dem Fahrrad zur Chemotherapie, das löste Kopfschütteln und eine Art Bewunderung bei den Ärzten aus.

Karsten unterstützte die Baumbesetzung im Hamburger Gählerpark gegen Vattenfalls Kohlekraftfernwärme-Trasse 2010. Wir konnten die Trasse gemeinsam verhindern – es war sehr ungewöhnlich, eine Baumbesetzung freiwillig abzubauen, statt geräumt zu werden, weil wir gewonnen hatten! Den Bau des Kohlekraftwerks in Moorburg konnten wir nicht verhindern. Der Betrieb war aber insbesondere ohne die Trasse unrentabel.

Um so glücklicher waren wir, als wir vor einigen Monaten die Abschaltung des Kohlekraftwerks nach 6 Jahren Betrieb gemeinsam feiern konnten. Wir fuhren mit einer Fahrraddemonstration zum Kraftwerk. Karsten, wie so oft, mit mir im Schlepptau. Er hatte für sein Fahrrad einen Griff gebaut, an dem ich mich festhalten konnte. So zog er mich auf meinem Rollstuhl sitzend durch die Straßen. Das vermisse ich sehr! Denn das machte viel Spaß und Karsten hat mich damit sehr oft vom Bahnhof abgeholt, als abends keine Busse mehr fuhren!

Radfahrer und person im Rollstuhl hinter ihm, sie sich an einem Holzgriff am Gepäcträger fest hält
Karsten zieht Cécile im Rollstuhl mit seinem Fahrrad, Moorburg Abschaltparty 2021

Fahrradaktivist

Und genau, Fahrräder und alle möglichen Konstruktionen damit, waren eine von Karstens großen Leidenschaften. Er mochte insbesondere (Elektro) Klapp- und Falträder. Es war nicht möglich, mit Karsten Zug zu fahren, ohne dass er sich im Fahrradwagen die Klappräder anschaut und fotografiert.

Sorry Karsten, ich kriege sicherlich einen Eintrag in meine Kaderakte! Ich habe schon wieder vergessen was der Unterschied zwischen Falt- und Klapprad ist!!! (Insider werden den „schlechten“ Witz verstehen).

Es gibt kaum ein Bild der letzten Jahren, wo er ohne Fahrrad ist. Er war ein guter Bastler, er hat mir so oft geholfen, mein Rad zu reparieren, mich nach Hamburg begleitet und beraten, als ich mein Behinderten-Sessel-Dreirad auswählte… Er hat quasi alles mit seinem Fahrrad transportiert. Hier und da auch mal 6 Meter Kletter-Tripods! (Dreibeine).

Er hatte unzählige Fahrradanhänger fit gemacht. Sein Lieblingsanhänger? Der MSMMKKW Mobiler Solar-Mehrzweck Musik Kampf- und Kinderwagen! Na klar! Darin saß ein Kind, das sichtlich viel Spaß hatte. Karsten spielte gern mit « Gören » – und umgekehrt. Er selbst hat seine 2 Kinder als « Hausmann » wie er sagte, groß gezogen.

Karsten auf seinem Rad mit einem Anhänger. Anhänger hat ein Solardach und darin sitzt bequem ein Kind
MSMMKKW Mobiler Solar-Mehrzweck Musik Kampf- und Kinderwagen

Karsten engagierte sich gegen unsinnige Straßenbauprojekte (die Baumbesetzung an der Reichenbachbrücke ist ein Beispiel davon), gegen Autobahnen. Er freute sich tierisch, als ich ihm im Krankenhaus an seinem Krankenbett erzählte, dass wir die erste angemeldete Abseilaktion von einer Brücke über der A39 in Lüneburg endlich durchsetzen konnten. Wir witzelten noch darüber, dass wir sein Krankenbett zur Demo hin fahren würden.

Mein letzter Chat mit Karsten am 24.3. 2022

Karsten ist genau ein Tag vor dieser Demonstration verstorben. Ich bin geklettert: gegen den Autohbahnwahn – aber auch für Karsten. Ich hatte nicht geschlafen. War wie in Schockstarre, das Klettern lief irgendwie von alleine, weil das für mich Routine ist, einfacher als auf meinen Beinen zu stehen.

Fahrräder auf einem Fahrradanhänger
Karstens Besenwagen durfte bei Fahrraddemos nicht fehlen

Karsten hat diese Demonstrationen immer unterstützt. Er war wie auch bei den anti-Castor-Demonstrationen bereit, seinen Namen für Anmeldungen von Versammlungen anzugeben. Wir haben unzählige Klagen gegen die Hansestadt Lüneburg gemeinsam geführt, die es mit dem Versammlungsgrundrecht nicht so genau nahm. Karsten hatte es mit dem Papierkram nicht so drauf, das habe ich für ihn übernommen. Teamarbeit! Und das war unser Eilantrag beim Verwaltungsgericht, der die allererste Demonstration auf der autobahn-ähnlichen Umgehungsstrasse im Dezember 2020 in Lüneburg möglich machte!
Genauso wie die erste angemeldete nicht verbotene Demo durch Lüneburgs Haupteinkaufsstrasse die Bäcker Strasse bei einer Recht auf Stadt Demonstration 2021!

Bauwagen leben, Antifaschismus und Recht auf Stadt

Karsten hat viele Demonstration für den Erhalt von unserem Wohnprojekt Unfug und mit „Recht auf Stadt“ Bezug angemeldet. Die Demonstration in der Bäcker Strasse war im Frühjahr 2021, anlässlich von 150 Jahre Pariser Kommune. Davon habe ich ein kleines Video, denn die Polizei machte skurrile absurde Durchsagen, als würde die Innenstadt zusammen brechen, weil eine Demonstration dort lang führt.

Demo durch die Bäcker Strasse, Lüneburg März 2021

Wir haben seit 2008 gemeinsam in verschiedenen Wohngemeinschaften gelebt. Zunächst auf einem kleinen Bauwagenplatz in der Uelzener Straße. Doch Campus e.V. setzte uns vor die Tür.

Ein mesch schiebt Schnee weg vor einem Bauwagen
« Winterdienst » auf dem Wagenplatz in der Uelzener Strasse 2010, Karsten war immer eine Art Hausmeister für den Platz.
Mensch guckt duch Fenster eines Bauwagens, der Wgen wird durh einen trecker gezogen
Bauwagenumzug 2010, Karsten kam nicht dazu fertig zu packen, also wurde der Wagen los gezogen, als er darin noch aufräumte…
großer Holzbauwgen Mensch bastelt daran
Karsten bastelt an meinen Bauwagen mit Wagenheber beim Wagenumzug 2010

Wir gründeten den Verein LebensWagen e.V. um das dauerhafte sesshafte Leben im Bauwagen in Lüneburg zu ermöglichen. Zunächst mit Erfolg. Wir gründeten mit 5 weiteren Personen 2010 den Wagenplatz „Fango“ am Rande der Stadt.

2 Bauwagen auf dem Wagenplatz Fango, ein großer mit Solaranlage
Karstens und Céciles Bauwagen (meins war der mit der Solaranlage, die Karsten später übernahm und verbesserte)

Von dort zog er 8 Jahre später aus – nicht ganz freiwillig. Auf Fango lebten Menschen mit unterschiedlichem politischem Background. Das war für uns kein Problem, Menschen die sich aktiv für das Leben im Bauwagen in einem selbstverwalteten Projekt entschieden haben, sind irgendwie links – dachten wir. Das reichte – zunächst – als gemeinsamer Nenner. Und dass einzelne Menschen einen Hang zu Esoterik hatten und Verschwörungsideologien verbreiteten, fanden wir seltsam aber irgendwie aushaltbar, wir wollten für andere Weltbilder offen sein. Ich selbst nahm dies Geschichten nicht ernst, ich dachte die Menschen machen Witze, glauben nicht im Erst daran dran. Als ich feststellte, dass dem nicht so war, war leider ein großer Teil der Bewohner*innen in rechter Verschwörungsideologie abgedriftet. (Darüber veröffentlichte ich einen ausführlichen Blogbeitrag 2018).

in einem Holzbauwagen, Menschen spielen Akkordeon, diskutieren
in Ceciles 30. Geburtstag im Bauwagen 2011, Foto K. Lippert
Mensche an einem Tisch in einem Bauwagen, vorne eine Teekane auf einem Lehm-Metall-Ofen
Aktionsbesprechung in Céciles Bauwagen, 2017 – foto J. Gerull

Ich beteiligte mich an der Gründung eines neuen linken Wohnprojektes Namens Unfug in das ich zum Jahreswechsel 2018 zog, Karsten folgte einige Monate später. Das Wohnkonzept von Unfug war ein anderes als das vom Wagenplatz. Bauwagen sollten als Zimmer genutzt werden, die gemeinsame Infrastruktur befindet sich im Haus, dort gibt es auch ein barrierefreies Zimmer. Der Wechsel war für mich nicht so schwer wie für Karsten. Ich wusste, dass es mit dem Leben im Bauwagen mit meiner fortschreitenden Behinderung bald nicht mehr gehen würde.

Ein Bauwagen mit Solaranlage an der Wand
Karstens Bauwagen beim Wohnprojekt Unfug – Foto T. Knorr


Karsten wollte noch den Wagenplatz „retten“ und von Verschwörungsideologien befreien. Doch er wurde durch die meisten Bewohner*innen zur Person non gratta erklärt. Er entschied sich, zu Unfug zu ziehen. Zu dem Zeitpunkt konnten Bauwagen auf dem Grundstück bewohnt werden. Karsten war weiterhin ins Bauwagenleben verliebt. Doch, bei einem Wohnprojekt mit Nähe zu rechter Verschwörungsideologie wollte er nicht bleiben.

Er bezeichnete sich selbst als überzeugter Antifaschist und war an vielen Demo gegen Rechte beteiligt. In letzter Zeit machte sich selbst der „unverbesserliche Optimist“ Sorge um den Rechtsruck der Gesellschaft. In der Coronapandemie war er so oft es ihm (gesundheitlich) möglich war, bei Protesten gegen Quer-Leer-Denken dabei. Er durchforschte das Internet, analysierte Reden, prangerten Verschwörungsideologie n an und klärte sein Umfeld über die Umtriebe vom „Volkslehrer“, Elsäßer und anderen Rechten auf.

Menschen mit Banner Solidarität statt Querdenken, Querfront bekämpfen
Protest gegen Quer-Leer-Denken 2021 in Lüneburg
Banner kein Mensch ist illegal
Erste durchgesetzte Demo unter Pandemie-bedingungen mit viel Abstand in Lüneburg, April 2020 #Leavenoonebehind

Karsten hat zahlreiche Demonstrationen in diesem Zusammenhang angemeldet: für einen solidarischen linken Umgang mit der Corona-Pandemie (und klar gegen Quer-Leer-Denken), für die Seebrücke, für das Recht auf Stadt und für den Erhalt unseres Wohnprojektes Unfug. Die Stadt untersagte uns 2020 das Leben in den Bauwagen. In den Augen vom damaligen OB, gehören Bauwagen zusammen, auf einem Platz am Stadtrand, aber nicht in einem großen Garten, selbst wenn es keine direkten Nachbachn gibt. Das ist Schubladendenken. Denn ich bekam in diesem Zusammenhang zu hören, für mich gebe es eine Lösung, es bedarf keinem inklusiven Wohnprojekt wie Unfug. Damit war ein Heim, Behindertenheim gemeint. Jede-r in seiner/ihrer Schublade.

Karsten war überall mit dabei, die Demonstration #UnfungBleibt vom 30. Mai 2020 hatte er angemeldet, in einem Eilverfahren vor dem Verwaltungsgericht konnte durchgesetzt werden, dass die Bäume beklettert werden dürfen und ein Bauwagen als Kungebungsmittel auf dem Marktplatz hingestellt wird. Die Stadt hatte dies in ihrem Versammlungsbescheid untersagt. Eine Lösung des politischen-baurechtlichen Konflikt ist in Arbeit (Seit dem Herbst 2021 gibt es in Lüneburg eine neue Verwaltungschefin, Oberbürgermeisterin).

zwei Menschen mit Maske sitzen und halten einen Aufkleber "Unfug Bleibt " in der Hand
Karsten und weiterer Unfugbewohner bei #Unfugbleibt Protest vorm Rathaus 2020 – Foto: R. Bartels
Menshcen im GArten bei einem Bauwagen bei unfug
Ortstermin mit der OB Kanditatin (und jetzige OB, Grüne) Kalisch, September 2021

Karsten wird davon nichts mehr erfahren… (Hintergründe #UnfugBleibt auf der Seite vom Wohnprojekt) Sein Wagen hat er bis zuletzt genutzt, das war eine Art Werkstatt, denn Karsten war ein „Jäger und Sammler“, er brauche die Freiheit die das Bauwagenleben bietet, einen Raum wo er sich frei ausbreiten kann ohne gleich das gesamte Haus mit Gegenständen voll zu stopfen. Und den Wagen wollte er so oder so aus Prinzip weiter nutzen, sich vom „König Mädge“ wie er den ehemaligen OB nannte, nichts vorschreiben lassen.

Gruppenbild
Unfug-Bewohner*innen 2018
Banner Unfug mit Bauwagen udn Haus, rot. Menschen rund herum
#UnfugBleibt Protest vor einer Ratssitzung, 2020
Gruppenbild vor einem Baunner: Panzer zu Bauwagen, Rheinmettall Entwaffnen
Gruppenbild, noch vor dem Verbot in den Bauwagen zu leben, die Familien mussten wegen Verbot ausziehen, was Karsten sehr schmerzte, weil er die « Gören » so mochte

Jäger und Sammler

Er hat nach Meinung vieler – meiner Inklusive – viel zu viel (an)gesammelt und sein Bauwagen hmm… was soll ich dazu sagen… ein Unikat, ist/war das. Für fremde Besucher*innen eine Müllhalde. Aber die Unordnung hatte ihre Logik, ihre Ordnung. Und auch wenn sich viele Gegenstände tummelten, die er kaum nutzte oder zum Teil vor sich hin gammelten, waren viele sehr spannende nützliche Dinge dabei!
Gut das mit den Schnäppchen, da bleibe ich skeptisch. Beispielhaft sind für mich die Zelte: er hatte 3 Zelte gekauft für den Preis von einem Zelt – obwohl er gar kein neues Zelt benötigte. Es meinte er habe dabei Geld gespart… ach und natürlich die Zelte waren billig , weil keins vollständig war. Sie wurden bei einem der späteren Bauwagenumzug entsorgt, sie waren inzwischen verschimmelt. Aber klar „Geld gespart“…Grrmpf! Habe ich dazu nur gesagt!

Sein „Jagfieber“ hatte auch große Vorteile. Nicht nur beim Atomtransporte „jagen“ wofür er unendlich viel Energie hatte. Das große MP3 Megafon, mit dem wir unzählige Aktionen gemacht haben, hatte Karsten als Schnäppchen Aufgetrieben. Es thront auf einem Schrank im Wohnzimmer und wartet auf den nächsten Einsatz, es war zuletzt häufig bei Kundgebungen gegen Quer-Leer-Denken im Einsatz.

Antimilitarismus

Die erste Aktion war eine antimilitärische Aktion. Wir sind der Bundeswehr bei ihrem öffentlichen „Rückkehrerappel“ auf dem Marktplatz aufs Dach gestiegen und haben mit dem Megafon anti-Kriegslieder abgespielt. Karsten unterstützte am Boden. Von der Protestaktion gibt es ein Video. Krieg ist Terror – nur mit mehr Geld, stand auf dem Banner über dem Marktplatz.

Als junger Mensch ging Karsten zur Bundeswehr. Ein altes Bild zeigt ihn in Uniform. Bei der Bundeswehr engagierte er sich für längere Zeit und absolvierte eine Sanitäter-Ausbildung. Doch mit der Zeit hinterfragte er seine Rolle und verweigerte schließlich. Auf Bildern der 80er (oder 90er) Jahre ist es auf Antikriegs-Demonstrationen zu sehen.

Mensche in Bundeswehr Uniform in einem Raum mit Tisch
Karstens Bundeswehrzeit
Menschenmenge
Karsten auf einer Antikriegsdemo – in den 80er?90er?

In den letzten Jahren war er bei der Kampagne Rheinmetall entwaffnen aktiv, zb bei einer Tripod-Blockade-Aktion in Unterlüß. Es wurde gemunckelt, dass Karsten seelenruhig am Straßenrand auf dem Boden schlief, als die Polizei Stress machte…

Karsten engagierte sich jahrelang bei der freiwilligen Feuerwehr in Baförde. Dort waren seine Sanitäter-Kenntnisse sinnvoller im Einsatz, wie er sagte.

Mit Blick auf den Ukraine – Russland Krieg, zeigte er sich besorgt und empört. Empört über das Wettlaufen um Aufrüstung, über die Milliarden für die Rüstungsindustrie. Und über die Gefahren eines Atomkriegs, sei es durch Waffen oder „Fehltreffer“ auf bestehenden Anlagen. Und dass die Sanktionen ausgerechnet die Atomindustrie verschonen, war für ihn ein Unding (sehe ich genauso), aber irgendwie nicht groß verwunderlich im Kapitalismus. „Du hast alles richtig vorhergesagt“ , sagte er mir, als wir uns Anfang März die Sendung „13 Fragen“ vom ZDF über Atomkraft, bei der ich zu Gast war, gemeinsam anschaueten. Dort hatte ich – und es wurde noch vor Kriegsbeginn aufgenommen – betont, Atomkraft sei einer geopolitisch instabilen Welt eine hoch gefährliche Angelegenheit.

Das ist der Grund weshalb wir die Gedenkkundgebung für Karsten am Tschernobyl-Jahrestag gelegt haben.

Die Zeitschrift Graswurzelrevolution hat zahlreiche Artikel zu Antimilitarismus, Pazifismus im Kontext des Ukraine-Russland Krieges. Karsten hatte mich darum gebeten die Zeitung zum Krankenhaus zu bringen, es kam leider nicht mehr dazu.

Zum letzten Teil: Trauern heißt erinnern und weiter kämpfen